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Denkmaltag

08.09.2009, Halle (Saale) – 108

  • Landesverwaltungsamt

 

 

 

 

 

Landesverwaltungsamt - Pressemitteilung Nr.: 108/09

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landesverwaltungsamt -

Pressemitteilung Nr.: 108/09

 

 

 

Halle (Saale), den 3. September

2009

 

 

 

Denkmaltag

 

 

 

Tag des offenen Denkmals im Landesverwaltungsamt (Gebäude

der ehemaligen Reichsbahndirektion ¿ Ernst-Kamieth-Str. 2)

 

 

 

Führungen durchs Haus

 

 

 

Nachdem im vergangenen

Jahr über 2000 Gäste die Gelegenheit nutzten, um zum Tag des offenen Denkmals

einen Blick hinter die ¿Verwaltungsfassaden¿ des frisch restaurierten neuen

Hauptsitzes des Landesverwaltungsamtes zu werfen, öffnet am 13.09.2009

zum 2. Mal nach der Renovierung das Hauptgebäude des Landesverwaltungsamtes in

der Ernst-Kamieth-Straße 2 seine Türen, um so den Bürgerinnen und Bürgern einen

Blick in das unter Denkmalschutz stehende Verwaltungsgebäude zu ermöglichen.

 

 

 

Wir laden recht herzlich

alle Bürgerinnen und Bürger ein, an Führungen , die um 11 Uhr,

13 Uhr und 15 Uhr stattfinden werden, teilzunehmen, um sich eine Vielzahl

von spannenden historischen, architektonischen und bauhistorischen Fakten über

das einstige Gebäude der Königlichen Eisenbahndirektion und dem jetzigen

Hauptsitz des Landesverwaltungsamtes anzuhören. Des Weiteren besteht auch die

Möglichkeit sich auf eigene Faust zwischen 10:00 Uhr und 18:00 Uhr über die

teilweise aufwendigen Restaurierungsarbeiten zu informieren.

 

 

 

 

 

 

 

Infos zur Geschichte des Hauses

 

 

 

 

 

Ehemalige Königliche

Eisenbahndirektion Halle ¿ Heute Hauptsitz des Landesverwaltungsamtes

Sachsen-Anhalt

 

 

 

Am

1.4.1895 wurde die Königliche Eisenbahndirektion Halle an der Saale gegründet.

 

 

 

Das

Streckennetz umfasste zu diesem Zeitpunkt 1900 Kilometer. Verkehrspolitisch war

Halle zu dieser Zeit eine wichtige ¿Drehscheibe¿ Preußens, kreuzten sich doch

hier wichtige Verbindungen zwischen Schlesien und den westlichen Provinzen mit

den Nord-Süd-Routen von Magdeburg und Berlin nach Süddeutschland.

 

 

 

Die

Pläne für den zwischen 1901/02 errichteten, damals größten Verwaltungsbau der

Stadt Halle stammen aus dem Jahr 1899 und sind von Regierungs- und Baurat

Eduard August Wilhelm Fürstenau. Der Baumeister Eduard August Wilhelm

Fürstenau (1862 Marburg ¿ 1938 Berlin) war 1890 in den preußischen

Staatsdienst eingetreten. Er war Regierungs- und Baurat und leitete ab 1905 das

technische Büro der Hochbauabteilung im preußischen Ministerium der

öffentlichen Arbeiten in Berlin. 1916 berief man ihn an die preußische Akademie

des Bauwesens. Er ging 1927 in Ruhestand und verstarb 1938.

 

Bekannt

sind von ihm folgende Bauten: Synagoge in Dortmund 1900 (1938 zerstört);

Strafgericht Berlin-Charlottenburg 1896-97; Synagoge Bielefeld 1902 (1938 zerstört);

Oberverwaltungsgericht Berlin ¿ Charlottenburg  (mit weiteren Beteiligten

innerhalb der Bauverwaltung) und die Königliche Akademie  Posen 1905-1910.

 

 

 

Die

das Quartier umgebenden Straßen wurden nach den Eisenbahnpionieren Maybach,

Thielen und Budde benannt.

 

 

 

Der monumentale dreieinhalbgeschossige

1901/02 errichtete Putzbau erinnert mit seinen reichen Werksteingliederungen,

den giebelbekrönten Eckrisaliten und dem beherrschenden Mittelrisalit an

Renaissancebauten.

 

 

 

          

 

Über dem mittigen Haupteingang wurden an

der Fassade, die Fenster des großen Sitzungssaales flankierend, auf Konsolen

und unter Baldachinen Köpfe angebracht, die wohl in unmittelbarem Bezug zu den

unter ihnen benannten Bezeichnungen stehen: Handel, Maschinenbau, Bergbau und

Ackerbau.

 

 

 

Zum Handel auf der linken Seite gehört

als - Gott der Händler - Merkur, der hier mit geflügeltem Helm und Stab

dargestellt wird. Ganz rechts ist Ceres die Göttin des Ackerbaus zu sehen mit

einem Ährenkranz und darunter symbolisch Sichel und Sense. Die beiden mittleren

Figuren sind nicht eindeutig zu benennen. Es könnte für den Maschinenbau

Aristoteles (384-322) abgebildet sein, der Hebel und Schraube als Maschinen

definierte. Für den Bergbau steht vermutlich Georgius Agricola (1494-1555), der

Mitte des 16. Jh. mehrere für den Bergbau entscheidende Werke, so das 1556

erschienene De re metallica libri XII . veröffentlichte und heute als

Vater der Mineralogie gilt. Als Symbole finden bei ihm Schlägel und Eisen

Verwendung.

 

 

 

 

 

 

 

Agricola  und Ceres an der Fassade

 

 

 

In der heute leeren Kartusche im hohen

Dreiecksgiebel darüber befand sich ursprünglich das Wappen des Königreiches

Preußen.

 

 

 

Das opulente, weitgehend noch bauzeitlich

erhaltene Haupttreppenhaus empfängt den Gast heute mit einem Bild von Günter

Rechn aus dem Jahr 1979. Der 1944 in Lodz geborene Künstler studierte

Gobelinwirkerei und Malerei in Halle an der Hochschule für industrielle

Formgestaltung Burg Giebichenstein.

 

 

 

Eingangsbereich des LVwA

 

 

 

Doch bevor man die Treppe emporsteigt,

fallen die polierten Säulen aus Granit auf, die im Erdgeschoss eine andere

Farbigkeit aufweisen als im oberen Stockwerk. Sicherlich variierte darauf

abgestimmt in den beiden Geschossen 1902 auch die Farbigkeit. Die historische

Farbgestaltung vermittelt im 1. Obergeschoss vor dem großen Sitzungssaal ein

Gewölbe mit rekonstruierter Ausmalung. Kleine freigelegte Bereiche in den

daneben anschließenden Kreuzgewölben zeigen die bauzeitliche, d.h. die Reste

der originalen Ausmalung.

 

 

 

 

 

rekonstruierte Farbigkeit des Gewölbes im

1. Obergeschoss

 

 

 

 

 

Neben dem bauzeitlich erhaltenen Treppenhaus sind im großen

Sitzungssaal noch die Fenster und die stuckierte Decke erhalten.

 

 

 

In den Jahren von 1929 bis 1938 wurde das Gebäude erweitert, um dem

erweiterten Platzbedarf zu entsprechen. In der Außengestaltung passen sich

diese Anbauten dem historischen Kernbau an, hier jedoch mit moderner

Innenarchitektur. Besonders das ¿Runde Treppenhaus¿ ist in der Anlage noch der

Frühmoderne der 20er Jahre verhaftet.

 

Die Kelleranlagen dieses Bereiches sind von vornherein auf 

Luftschutzzwecke ausgerichtet.

 

Im Krieg selbst blieb der Bau bis auf zwei durch Brandbomben

verursachte Dachstuhlbrände von weiteren Zerstörungen verschont.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Impressum:

 

Landesverwaltungsamt

Pressestelle

Ernst-Kamieth-Straße 2

06112 Halle (Saale)

Tel: +49 345 514 1246

Fax: +49 345 514 1477

Mail:

pressestelle@lvwa.sachsen-anhalt.de

 

 

 

 

 

 

 

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