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Hövelmann: Feuerwehren starten mit guten
Perspektiven in neue kommunale Strukturen; Innenminister stellt neue
Mindestausrüstungsverordnung und den Ereignisbericht 2008 vor

25.06.2009, Magdeburg – 150

  • Ministerium für Inneres und Sport

 

 

 

 

 

 

 

 

Ministerium des Innern - Pressemitteilung Nr.: 150/09

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ministerium des Innern -

Pressemitteilung Nr.: 150/09

 

 

 

Magdeburg, den 25. Juni 2009

 

 

 

 

 

Hövelmann: Feuerwehren starten mit guten

Perspektiven in neue kommunale Strukturen; Innenminister stellt neue

Mindestausrüstungsverordnung und den Ereignisbericht 2008 vor

 

 

 

Den

Freiwilligen Feuerwehren Sachsen-Anhalts stehen durch die Gemeindegebietsreform

bedeutsame Veränderungen bevor. Die kommunale Pflichtaufgabe Brandschutz geht

auf die künftigen Einheits- und Verbandsgemeinden über. ¿Das ist der richtige

Zeitpunkt, die Anforderungen an die Feuerwehren neu zu ordnen. Dabei geht es

nicht um Abstriche bei der Sicherheit, im Gegenteil. Die Feuerwehren müssen

überall im Land den differenzierten Risikolagen wirksam begegnen können.¿ Das

sagte Innenminister Holger Hövelmann (SPD) am heutigen Donnerstag bei der

Vorstellung der neuen Verordnung über die Mindeststärke und -ausrüstung der

Freiwilligen Feuerwehren, die in Kürze in Kraft tritt.

 

¿Was wir jetzt festlegen, ist nicht ,von oben` entstanden¿, betonte Hövelmann.

Der Verordnungsentwurf entstand in einer Arbeitsgruppe von haupt- und

ehrenamtlichen Brandschutzfachleuten, die ihre Ergebnisse drei Monate lang im

Internet zur Diskussion stellte. Die wichtigsten Eckpunkte der neuen Verordnung

sind:

 

Ausgehend von einem Grundschutz

(Mindestmaß an Personal und Ausstattung) wird der Brandschutzbedarf einer

Gemeinde anhand der tatsächlich in den Gemeinden vorhandenen Risiken ermittelt

und festgestellt ( Risikoanalyse ).

Zur Bewältigung eines Brandes oder einer technischen Hilfeleistung muss die

Einheits- oder Verbandsgemeinde innerhalb von zwölf Minuten mindestens eine Gruppe (1:8) zum Einsatz bringen können.

Die bisherige Mindestausrüstungsverordnung sah vor, dass mindestens eine Staffel (1:5) zum Einsatz kam.

 

Die Mindestausstattung besteht aus einem Löschgruppenfahrzeug. In

den neuen Einheits- oder Verbandsgemeinden ist schon jetzt regelmäßig jeweils

mindestens eine Feuerwehr vorhanden, die bereits über eine Stützpunkt- oder

Schwerpunktausstattung und damit über ein Löschgruppenfahrzeug verfügt.

 

Für

die zukünftigen Ortsfeuerwehren

bleiben die Anforderungen an die Ausstattung unverändert.

 

Hövelmann: ¿Wir kommen damit ¿ ganz im Sinne des im vergangenen Jahr

verabschiedeten Leitbildes Feuerwehr ¿ weg von einer starren einwohnerbezogenen

Betrachtung, hin zu einer ortsspezifischen Risikobeurteilung und einer daraus

folgenden Brandschutzbedarfsplanung in der Gemeinde. Die Chancen der neuen,

vergrößerten kommunalen Strukturen werden genutzt ¿ nicht für einen Sparkurs

auf Kosten der Sicherheit, sondern um die Kräfte zu bündeln, die in der

Mehrzahl der kleinen Gemeinden heute für einen Brandschutz nur aus eigener

Kraft nicht mehr ausreichen. Dabei werden die Anforderungen an die Sollstärke

bezogen auf den einzelnen Einsatz nicht etwa gesenkt, sondern sogar erhöht.¿

 

Die zunehmende Kompliziertheit der Einsatzbedingungen erfordere eine veränderte

Einsatztaktik mit einer entsprechenden Mindestanzahl an Einsatzkräften,

erläuterte der Minister. Eine Staffel sei insbesondere bei Einsätzen mit

Menschenrettung sowohl hinsichtlich der Eigensicherung der eingesetzten Kräfte

als auch des Einsatzerfolges nur begrenzt leistungsfähig. ¿Der höhere

Personalbedarf für eine Gruppe wird durch das Zusammenführen mehrerer

Gemeindefeuerwehren in der Trägerschaft der Einheits- oder Verbandsgemeinde

mehr als ausgeglichen¿, sagte der Innenminister.

 

Für die Erstellung der Risikoanalysen werden den Feuerwehren

Fortbildungsveranstaltungen in der Brandschutz- und Katastrophenschutzschule

Heyrothsberge angeboten.

 

Holger Hövelmann stellte zugleich den Ereignisbericht der Feuerwehr 2008 vor.

Wesentliche Daten aus dem Bericht:

 

Zum Stichtag 31. Dezember 2008 gab es in Sachsen-Anhalt in allen 1.012

Gemeinden eine Freiwillige Feuerwehr, die sich in 1.678 Gemeinde- und

Ortsfeuerwehren aufgliedern. Berufsfeuerwehren bestehen in Dessau-Roßlau, Halle

und Magdeburg.

 

In Unternehmen sind 18 Werkfeuerwehren tätig.

 

Insgesamt engagieren sich

59.422 Feuerwehrangehörige in den Feuerwehren Sachsen-Anhalts. Davon sind im

aktiven Einsatzdienst 39.393, in den Alters- und Ehrenabteilungen 12.290 und in

den Jugendfeuerwehren 7.739 Feuerwehrangehörige tätig.

 

Die überwiegende Mehrheit (97,7 Prozent) der aktiven Feuerwehrangehörigen ist

ehrenamtlich tätig. Von den 39.393 aktiven Einsatzkräften sind nur 920

hauptamtlich beschäftigt (534 in Berufsfeuerwehren, 159 in Freiwilligen Feuerwehren

und 227 in Werkfeuerwehren), wogegen 38.473 Feuerwehrangehörige diese Aufgabe

neben ihrer eigentlichen beruflichen Tätigkeit ehrenamtlich wahrnehmen.

 

Die Feuerwehren rückten im Jahr 2008 zu 28.190 Einsätzen aus. Davon waren

15.311 oder 54,3 Prozent Hilfeleistungseinsätze (etwa 2.000 weniger als 2007),

8.926 oder 31,7 Prozent Einsätze bei Bränden (rund 2.200 mehr als 2007) und

3.953 oder 14 Prozent sonstige Einsätze.

 

2.030 Personen wurden gerettet, davon 1.266 Verletzte.

 

160 Personen konnten nur noch tot geborgen werden.

 

Den

Ereignisbericht kommentiert Minister Hövelmann so: ¿Die herausragende Bedeutung

des Ehrenamtes im Bereich des Brand- und Katastrophenschutzes wird hier

besonders deutlich: Der Anteil der hauptamtlich tätigen Feuerwehrangehörigen an

der Gesamtzahl der aktiven Feuerwehrangehörigen beträgt nur etwa 2,3 Prozent.

 

Dabei darf nicht vergessen

werden: Wer Menschen in Not hilft, wer dazu beiträgt, bei Verkehrsunfällen und

Bränden Gefahren für Hab und Gut und für die Umwelt abzuwenden, bringt oft

genug sich selbst in Gefahr und gefährdet seine Gesundheit. Die Zahlen für 2008

machen uns wieder bewusst, welchen Wert das Ehrenamt darstellt.¿

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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