Finanzminister Bullerjahn legt
Strategiepapier vor: Strukturell konsolidieren und gleichzeitig
konjunktur-politisch handeln!
09.06.2009, Magdeburg – 315
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 315/09
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 315/09
Magdeburg, den 9. Juni 2009
Finanzminister Bullerjahn legt
Strategiepapier vor: Strukturell konsolidieren und gleichzeitig
konjunktur-politisch handeln!
Angesichts der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise hat
Finanzminister Jens Bullerjahn dem Kabinett heute ein ¿Strategiepapier zur Finanzpolitik
in Sachsen-Anhalt¿ vorgelegt, in dem die Rahmenbedingungen für die
Haushaltsdiskussionen der kommenden Monate abgesteckt und erläutert werden.
Minister Bullerjahn: ¿Die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise
auf die Haushaltssituation des Bundes und der Länder sind dramatisch.
Steuermindereinnahmen, die Kosten der Konjunkturpakete, die Belastung der
Sozialsysteme und eine bislang nicht gekannte Neuverschuldung des Bundes werden
auf Jahre hinaus erhebliche Anstrengungen erfordern.
Diese Faktoren belasten auch die finanzielle Situation
Sachsen-Anhalts. Die Landesregierung und der Gesetzgeber werden ihre Planungen
erheblich korrigieren müssen. Um für die Haushaltsaufstellung des Doppelhaushaltes
2010/11 und auch darüber hinaus eine verlässliche Grundlage zu erhalten, haben
wir in den letzten Wochen alle wichtigen ökonomischen und finanzpolitischen
Daten zusammengetragen und analysiert. Wir haben diese Daten heruntergebrochen
auf das Land Sachsen-Anhalt und unsere gegenwärtige Haushaltssituation. Die
daraus gewonnen Erkenntnisse werden die Grundlage unserer Diskussionen im
Kabinett, im Parlament und in der Öffentlichkeit darstellen.
In vier Stufen habe ich dazu Szenarien entwickelt
und Vorschläge gemacht:
In einer ersten Stufe wurden die Mittelanmeldungen
der Ressorts für den Doppelhaushalt 2010/2011 auf das Ist des Jahres 2008
begrenzt, ausnahmsweise auch des Jahres 2009.
In einer zweiten Stufe wurden alle Ausgaben, die
nicht aus Rechtsverpflichtungen resultieren, gestrichen, sofern kein
Drittmittelverzicht eintritt (Bundesmittel müssen häufig mit Landesmitteln kofinanziert
werden).
Bei der dritten Stufe wurde auch ein
Drittmittelverzicht in Kauf genommen.
In der vierten Stufe sind Einsparmöglichkeiten
enthalten, die allerdings der Änderung von Rechtsvorschriften bedürfen.
In sechs weiteren Stufen wurden die Personalausgaben, das
FAG und andere Maßnahmenbereiche überprüft und Konsolidierungsvorschläge formuliert.
Für das Haushaltsjahr 2009 bleibt das Ziel, insbesondere
die beiden Konjunkturpakete zügig umzusetzen und dennoch ohne Neuverschuldung
auszukommen. Für den aufzustellenden Doppelhaushalt 2010/11 bedeuten unsere
Berechnungen, dass eine Nettokreditaufnahme nicht zu vermeiden sein wird.
Derzeit droht (nach der Steuerschätzung im Mai und den
Anmeldungen der Ressorts für den kommenden Doppelhaushalt) ein Defizit in Höhe
von 1,5 Mrd. Euro in 2010 und von 1,4 Mrd. Euro in 2011. Mit weiteren Einsparungen
und Einschränkungen lassen sich die absehbaren Deckungslücken mehr als
halbieren: auf 665,1 Mio. Euro 2010 und 480,0 Mio. Euro 2011. Wir werden
trotz aller Einsparungen in den kommenden Jahren mit einer entsprechenden
Neuverschuldung zu rechnen haben. Diese konjunkturell bedingten Kreditaufnahmen
sollen bei Wiederanziehen der Konjunktur nach einem straffen und festen Tilgungsplan
zurückgeführt werden.
Für die weiteren Jahre des Zeitraums der Mittelfristigen
Finanzplanung in den Jahren 2012 und 2013 muss davon ausgegangen werden, dass
selbst bei Realisierung aller Einsparvorschläge eine Deckungslücke von jährlich
600 bis 700 Mio. Euro bestehen wird. Viel wird davon abhängen, wie sich die
Steuereinnahmen tatsächlich entwickeln. Die Steuerschätzung im November wird
uns hierüber weiteren Aufschluss geben.
Die Beratungen im Landtag über den Doppelhaushalt 2010/11
sind für den Oktober des Jahres vorgesehen. Die Landesregierung wird bei der
Aufstellung des Haushaltsentwurfes am zentralen Ziel ihrer Politik festhalten:
Wir werden weiterhin konsolidieren, investieren, vorsorgen. Was sich aber
verschieben wird, ist die Schwerpunktsetzung. Wir müssen aktiv gegen die Krise
angehen und werden dazu Geld in die Hand nehmen. Aber es darf auch nicht
nachgelassen werden, die strukturellen Defizite aufzuarbeiten. Wir müssen
deshalb strukturell konsolidieren und gleichzeitig konjunkturpolitisch handeln!
Wichtig ist mir, unseren Gestaltungswillen nicht
aufzugeben. Nur eine klar umrissene Mischung von Einsparungen auf der einen und
zukunftsichernden Ausgaben auf der anderen Seite erlauben uns politische Gestaltungsspielräume.¿
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staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de
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