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Ermittlungsverfahren wegen des
Verdachts des mehrfachen Totschlags eingeleitet

07.05.2009, Magdeburg – 36

  • Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord

 

 

 

 

 

Polizeidirektion Nord - Pressemitteilung Nr.: 036/09

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Polizeidirektion Nord -

Pressemitteilung Nr.: 036/09

 

 

 

Magdeburg, den 7. Mai 2009

 

 

 

Ermittlungsverfahren wegen des

Verdachts des mehrfachen Totschlags eingeleitet

 

 

 

In

der am heutigen Nachmittag durchgeführten gemeinsamen Pressekonferenz der

Staatsanwaltschaft Stendal und der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord wurden

durch die ermittelnden Dienststellen Aussagen zu einem Ermittlungsverfahren

wegen des Verdachts des Totschlages in mehreren Fällen getroffen.

 

 

 

Im

Februar dieses Jahres informierte der Geschäftsführer des Altmark-Klinikums

Gardelegen GmbH die Staatsanwaltschaft Stendal, dass auf der dortigen

Intensivstation im Jahr 2008 eine überproportionale Anzahl von Todesfällen

festgestellt wurde. Auffallend sei gewesen, dass eine seit vielen Jahren dort

tätige Krankenschwester in einer Mehrzahl der Todesfälle im Dienst gewesen war

und somit der Verdacht bestand, dass diese ¿aktive Sterbehilfe¿ geleistet haben

könnte.

 

 

 

Die

Staatsanwaltschaft Stendal leitete daraufhin ein entsprechendes

Ermittlungsverfahren ein und beauftragte die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt

Nord mit der Aufnahme der kriminalpolizeilichen Ermittlungen unter Bildung

einer  Ermittlungsgruppe (EG) ¿Klinik¿.

 

 

 

Nach

dem derzeitigen Ermittlungsstand kann Folgendes konstatiert werden:

 

Die

im Tatverdacht stehende Krankenschwester hatte demnach im Jahr 2007 Dienst bei

42 von insgesamt 93 Todesfällen; im Jahr 2008 bei mehr als 50 % von insgesamt

121 Todesfällen und im laufenden Kalenderjahr 16 von insgesamt 24 Todesfällen.

Nach Bekanntwerden der Auffälligkeiten wurde die Tatverdächtige von der

Klinikleitung zunächst vom Dienst freigestellt und in der Folge in der

Verwaltung eingesetzt, wobei ihr der Dienst am Patienten untersagt wurde.

 

 

 

 

 

Auf

Antrag der Staatsanwaltschaft Stendal wurden die Krankenakten beschlagnahmt.

Des Weiteren wurden in einem ersten Schritt 67 Krankenakten mit einem

entsprechenden Gutachterauftrag an die Medizinische Hochschule Hannover (MHH)

übersandt. In einem jetzt vorliegenden Gutachten wird seitens der Rechtsmedizin

in 15 Fällen eine Exhumierung und Obduktion angeregt, weil anhand der

Krankenakten nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Todeseintritt auf eine

nichtnatürliche Ursache zurückzuführen ist und somit eine strafbare Handlung

vorliegen könnte. Bei diesen 15 Fällen wurden 11

Verstorbene bereits einer Feuerbestattung zugeführt, so dass eine Exhumierung

ausgeschlossen ist. Für die verbleibenden vier Fälle wird die Exhumierung und

Obduktion derzeit beim Amtsgericht Stendal beantragt.

 

 

 

Auch

die Krankenunterlagen der Verstorbenen aus dem Jahre 2009 liegen der

Rechtsmedizin der MHH bereits vor. Ob und ggf. in wie vielen Fällen eine

Exhumierung angeregt wird, kann derzeit noch nicht gesagt werden. Wenn das

Ergebnis der Untersuchung vorliegt, wird entschieden werden, ob auch die

Todesfälle aus dem Jahr 2007 untersucht werden.

 

 

 

Den

ermittelnden Behörden ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass die signifikant

hohe Zahl an Todesfällen während der Dienstzeit einer Krankenschwester einen

Anfangsverdacht begründet. Ob und in wieweit die Obduktionsergebnisse zur

Verdichtung des Tatverdachts führen werden, kann derzeit noch nicht

abschließend eingeschätzt werden.

 

 

 

Die

EG ¿Klinik¿ hat eine Bürgerhotline eingerichtet, an welche potentiell

betroffene Angehörige in der Zeit von 08:00 Uhr bis 16:00 Uhr Nachfragen

richten können. Die Hotlinenummer lautet:

 

 

 

         03931/

685 333

 

 

 

 

 

Weitere

Presseauskünfte erteilt die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Stendal.(ng)

 

 

 

 

 

Impressum:

 

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord

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39104 Magdeburg

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Fax: +49 391 546 1822

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