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Wernicke: Milchviehhalter
brauchen Unterstützung

28.04.2009, Magdeburg – 56

  • Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie

 

 

 

 

 

Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt - Pressemitteilung Nr.:

056/09

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ministerium für Landwirtschaft und

Umwelt - Pressemitteilung Nr.: 056/09

 

 

 

Magdeburg, den 23. April 2009

 

 

 

Wernicke: Milchviehhalter

brauchen Unterstützung

 

 

 

Magdeburg. Die aktuelle Misere bei den Milcherzeugerpreisen

erfordert nach Aussage von Landwirtschaftsministerin Petra Wernicke eine breite

politische Unterstützung. Sie teile entsprechende Forderungen des Deutschen

Bauernverbandes. Wernicke sagte heute in Magdeburg: ¿Der Staat kann natürlich

nicht den Milchpreis bestimmen. Aber er kann mit geeigneten Begleitmaßnahmen in

schwierigen wirtschaftlichen Phasen unterstützen. Eine solche Phase haben wir

jetzt.¿

 

Kurzfristig

seien dabei in erster Linie Liquiditätshilfen über günstige

Betriebsmittelkredite gefragt. Entsprechend der Aufforderung der

Agrarministerkonferenz in Magdeburg habe die Landwirtschaftliche Rentenbank

hier schon reagiert und sehr zinsgünstige Darlehen bereitgestellt. Wernicke:

¿Um diese guten Konditionen auch zu nutzen, prüft das Land derzeit die Vergabe

von Bürgschaften für diese Kredite. Allerdings sind dann auch die Hausbanken

der Milchviehhalter gefordert, dieses Angebot zu nutzen.¿  Darüber hinaus werde

auch über Ausfallbürgschaften für die Umschuldung bzw. Anpassung bestehender

Kredite nachgedacht. Sachsen-Anhalt hat rund 650 Milchbauern, die 130.000 Kühe

bewirtschaften.

 

Wernicke

setzt sich auch für eine Vorschusszahlung der EU-Betriebsprämien spätestens im

Oktober ein, um den betroffenen Betrieben zu ermöglichen, sich insbesondere für

die Herbstbestellung und Pachtzahlung früher Geld zu verschaffen. Allerdings

müsse die EU hierzu die Genehmigung für eine Vorschusszahlung erteilen und die

Mittelbereitstellung absichern. Das Bundeslandwirtschaftsministerium werde man

bitten, sich bei der EU-Kommission für entsprechende Sonderregelungen in 2009

einzusetzen.

 

Wichtig

sei auch, Wettbewerbsnachteile gegenüber anderen EU-Ländern endlich zu beheben.

Mit Nachdruck fordert die Ministerin deshalb die Bundesregierung auf, die

Besteuerung des Agrardiesels auf das Niveau der europäischen Nachbarn zu

senken.

 

Man

dürfe allerdings nicht nur kurzfristig denken. Modern ausgestattete

Milchviehbetriebe mit besten Haltungsbedingungen seien am ehesten in der Lage,

solche Preisschwankungen besser zu verkraften. Deshalb wird die Landesregierung

die Mittel aus dem EU-Konjunkturpaket für die Milcherzeuger auch zur

verbesserten investiven Förderung nutzen. Vor Kurzem habe man die

Fördermöglichkeiten für besonders artgerechte Haltungsformen bereits erhöht.

Hier sehe man auch den Bund in der Pflicht, die Fördersätze in der

einzelbetrieblichen Förderung, wie von Sachsen-Anhalt gefordert, auf 35 % zu

erhöhen.

 

Als Unterstützung für die Milchbauern hat das

Landwirtschaftsministerium  bereits die jährliche Ausgleichszulage von drei auf

neun Millionen Euro aufgestockt. Auch bei der Förderung von

Agrarumweltmaßnahmen sind die Milchbauern besonders berücksichtigt worden. So

wird die besonders naturnahe extensive Grünlandbewirtschaftung ab diesem Jahr

mit zusätzlichen fast 20 Millionen Euro bis 2013  gefördert.

 

Abschließend machte Ministerin Wernicke deutlich,

dass auch der Verbraucher durch eine verstärkte Nachfrage nach Milchprodukten

zur Erhaltung der Milcherzeugung in Sachsen-Anhalt beitragen kann. Eine

Orientierung auf Sonderangebote sei wenig hilfreich. An die Schulen und

Molkereien appelliert sie, die deutlich verbesserten Förderangebote bei der

Schulmilch und anderen Milchprodukten zu nutzen und dieses wertvolle

Lebensmittel Kindern zugänglicher zu machen.

 

 

 

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