Innovationen, verantwortlicher
Ressourcen-Gebrauch, offene Märkte
Wettbewerbsfähigkeit der Chemieindustrie in Europa: Experten stellen
Abschlussbericht vor
16.04.2009, Magdeburg – 71
- Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung
Ministerium für Wirtschaft und Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 071/09
Ministerium für Wirtschaft und
Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 071/09
Magdeburg, den 16. April 2009
Innovationen, verantwortlicher
Ressourcen-Gebrauch, offene Märkte
Wettbewerbsfähigkeit der Chemieindustrie in Europa: Experten stellen
Abschlussbericht vor
Auf Einladung des Netzwerkes der Europäischen
Chemieregionen (ECRN), dessen Präsident Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff
ist, und der Stadt Usti nad Labem (Tschechische Republik) treffen sich heute
und morgen in Usti nad Labem Vertreter aus Industrie, Politik und Wissenschaft,
um die Ergebnisse des Abschlussberichtes des EU-Expertengremiums ¿Hochrangige
Gruppe zur Wettbewerbsfähigkeit der chemischen Industrie¿ (HLG) zu diskutieren.
Die Konferenz findet im Rahmen der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft statt.
Ein wesentlicher Akteur ist dabei das Land Sachsen-Anhalt, das sich im Auftrag
der Investitions- und Marketinggesellschaft mit einer konferenzbegleitenden
Ausstellung und Fachvorträgen den hochrangigen europäischen
Entscheidungsträgern als ¿Chemieland¿ präsentiert. Haseloff trägt als
ECRN-Präsident und Mitglied der HLG maßgeblich zur weiteren Profilierung der
Regionen auf europäischer Ebene bei.
Die chemische Industrie ist eine europäische
Leitbranche und wichtiger Arbeitgeber. Um den Herausforderungen im globalen
Wettbewerb gerade auch in schwierigen, wirtschaftlichen Zeiten weiterhin
erfolgreich begegnen zu können, hat die HLG in ihrem Abschlussbericht
Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen formuliert. Dabei stehen
insbesondere die Bereiche Innovation, Energie, Rohstoffe, Logistik und Handel
im Fokus der Expertengruppe, die sich aus Repräsentanten der EU-Kommission, der
EU-Mitgliedsstaaten, der Industrie sowie Regionen und Verbänden zusammensetzt.
Die Forderungen im Überblick:
o
Mehr Innovation und Forschung
sind von entscheidender Bedeutung für die Sicherung der Zukunft der chemischen
Industrie in Europa.
o
Die verantwortungsvolle
Verwendung natürlicher Ressourcen sowie die Schaffung gleicher Voraussetzungen
für alle bei der Beschaffung von Energie und Rohstoffen sind Erfolgsfaktoren
für die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit.
o
Eine wettbewerbsfähige
Chemieindustrie braucht offene Märkte und einen fairen Wettbewerb.
Haseloff sagte: ¿Auch das ECRN ist nun aufgerufen,
diese Forderungen auf europäischer und nationaler Ebene umzusetzen. Wir werden
als Netzwerk nach den Wahlen zum Europäischen Parlament den Dialog mit den
Europaabgeordneten über die Schlussfolgerungen der Hochrangigen Gruppe suchen.
Als Wirtschaftsminister des Landes Sachsen-Anhalt habe ich bereits frühzeitig die
Initiative ergriffen und auch meine Amtskollegen der deutschen Länder im Rahmen
der Wirtschaftsministerkonferenz regelmäßig über die Diskussionen der
Hochrangigen Gruppe informiert.¿
In den bislang verabschiedeten Dokumenten wurde ein
regionaler Bezug zu den Schlussfolgerungen und Erkenntnissen der jeweiligen
Themengebiete hergestellt. Auch die EU-Kommission geht davon aus, dass viele
der in Brüssel getroffenen Entscheidungen ¿vor Ort¿, d.h. in den Regionen,
umgesetzt werden müssen. Das Netzwerk der Mitteldeutschen Chemiestandorte
CeChemNet sowie das Cluster Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland beteiligen
sich aktiv am europäischen Dialog zu den regionalen Umsetzungsstrategien.
Die chemische und die Kunststoff verarbeitende
Industrie sind wichtige Stützen der sachsen-anhaltischen Wirtschaft. Gemeinsam
machen sie mehr als ein Fünftel des Umsatzes und der Beschäftigten im
Verarbeitenden Gewerbe aus. Treiber dieser erfolgreichen Entwicklung sind
etablierte Netzwerkstrukturen, die seitens der Landesregierung Sachsen-Anhalt
maßgeblich unterstützt werden. So bündeln das Netzwerk der mitteldeutschen
Chemiestandorte CeChemNet und das Cluster Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland
die Interessen sowohl der leistungsfähigen Großindustrie als auch der
innovativen kleinen und mittelständischen Unternehmen. Ziel ist dabei, mit
Investitionen in Innovationen die Wettbewerbsfähigkeit des mitteldeutschen
Chemie- und Kunststoffstandortes weiter zu stärken. Denn Innovationen werden immer
mehr zu einem entscheidenden Produktionsfaktor. Ausdruck dafür ist auch die
umfangreiche Förderung der Landesregierung Sachsen-Anhalt beim Auf- und Ausbau
der Forschungsinfrastruktur.
Das ECRN ist ein eingetragener Verein
mit Sitz in Magdeburg. Er vertritt die Interessen von aktuell 20 Chemieregionen
aus neun EU-Mitgliedsstaaten und damit von mehr als einer Million
Beschäftigten. Innerhalb kürzester Zeit hat sich das ECRN unter der
Federführung Sachsen-Anhalts als wichtiger Interessenvertreter für regionale
Belange der Chemieindustrie und Chemiepolitik bei den Europäischen
Institutionen etabliert. Kernthemen des ECRN sind die künftige Behandlung
energieintensiver Industrien im Rahmen der europäischen Energie- und
Klimaschutzpolitik, die Stärkung der Innovationskraft, Fragen der
Chemielogistik sowie die Unterstützung der Clusterentwicklung.
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