Agrarministerkonferenz (AMK) in
Magdeburg
Landwirtschaftsminister fordern Steuersenkung für Agrardiesel
27.03.2009, Magdeburg – 39
- Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie
Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt - Pressemitteilung Nr.:
039/09
Ministerium für Landwirtschaft und
Umwelt - Pressemitteilung Nr.: 039/09
Magdeburg, den 27. März 2009
Agrarministerkonferenz (AMK) in
Magdeburg
Landwirtschaftsminister fordern Steuersenkung für Agrardiesel
Magdeburg. Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen
Landwirtschaft und insbesondere die schwierige Situation der Milchbauern waren
beherrschende Themen der diesjährigen Frühjahrstagung der Agrarministerinnen
und -minister von Bund und Länder in Magdeburg. Die Vorsitzende der Konferenz,
Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsministerin Petra Wernicke, und
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner stellten am Freitag zum Abschluss
der dreitägigen Konferenz die wichtigsten Ergebnisse der Öffentlichkeit vor.
Wernicke
sagte: ¿Die niedrigen Milchpreise drücken viele Bauern mit den Rücken an die
Wand. Den Betrieben fehlt es in der Konsequenz an liquiden Mitteln. Hier müssen
Hilfen ansetzen.¿
Die
Länderagrarminister forderten den Bund nachdrücklich auf, durch eine
Steuerminderung auf Agrardiesel den Wettbewerbsnachteil für deutsche Landwirte
aufzuheben. ¿Die 2005 eingeführte Obergrenze für niedriger besteuerten Diesel
von 10.000 Litern und der Selbstbehalt von 350 Euro benachteiligt im harten
europäischen Wettbewerb die deutsche Landwirtschaft. Das können wir so nicht
stehen lassen¿, sagte Wernicke. Auch der Vorschlag des Bundes, den Selbstbehalt
durch die Länder erstatten zu lassen, werde abgelehnt. Da stünden der
Verwaltungsaufwand, Wettbewerbsverzerrungen und beihilferechtliche Bedenken gegen.
Hinsichtlich
des im März von der EU beschlossenen EU-Konjunkturprogramms drängen die
Agrarminister auf zügige Umsetzung. Sie begrüßten, dass die Mittel - für
Deutschland knapp 90 Millionen Euro für zwei Jahre ¿ auch für
Milchbegleitmaßnahmen genutzt werden können. Bundesministerin Aigner sagte:
¿Mir ist wichtig, dass wir angesichts der momentanen Situation das Programm
schnell in Anspruch nehmen können. Der Bund wird sich beim EU-Parlament mit
Nachdruck für eine rasche Entscheidung einsetzen, damit die Mittel möglichst
ohne Zeitverzögerung schon in diesem Jahr abfließen können.¿
Angesichts
der Probleme in der Milchviehhaltung zeige sich, so Ministerin Aigner weiter,
dass die Förderung des Absatzes von Agrarprodukten in Deutschland und über die
Grenze der Bundesrepublik hinaus ein wichtiges Thema bleibt.
Die
Länder stärkten Bundesagrarministerin Aigner den Rücken in den Verhandlungen
über den künftigen EU-Haushalt. Die höheren Standards im Umwelt- und
Tierschutzbereich machten auch nach 2013 direkte Einkommenszahlungen
erforderlich. Aigner sagte, dies sei eine wichtige Voraussetzung für die
Sicherung einer zukunftsfähigen Landwirtschaft. Die Neuabgrenzung der
Gebietskulisse für benachteiligte Gebiete solle nicht vor den Beschlüssen der
GAP nach 2013 aufgegriffen werden.
Es bestand Einigkeit in der Ministerrunde, das
Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zum Absatzfonds als Chance zu nutzen, mit
der Neuordnung des Agrarmarketings die Zusammenarbeit von Bund und Ländern neu
aufeinander abzustimmen. Es sei nun aber an der Wirtschaft, Vorschläge für eine
CMA-Nachfolge auf den Tisch zu legen. Die Länderminister begrüßten die Absicht
des Bundeslandwirtschaftsministeriums, seine Exportaktivitäten weiterführen zu
wollen. Es sei sinnvoll, die Aktivitäten auszuweiten und die Anzahl der
Agrarattachèes in den Deutschen Botschaften deutlich zu erhöhen.
Die schwer unter Druck geratene Biodieselproduktion
in Deutschland soll nach
dem Willen der Agrarminister steuerlich entlastet
werden. Sie fordern von der Bundesregierung die Aussetzung der
Energiesteuersätze für Biodiesel und Pflanzenöl in Reinform. AMK-Vorsitzende
Wernicke: ¿Mit der Umstellung auf Besteuerung und Quotierung ist den
Biodiesel-Herstellern die Beine weggeschlagen worden. Die Branche braucht jetzt
verlässliche Rahmenbedingungen, um überleben zu können.¿
Die Ministerinnen und Minister waren sich einig,
dass die Forschung für die Zukunftssicherung der Agrar- und Ernährungsbranche
eine große Rolle spielt. Die Ministerinnen Aigner und Wernicke starteten im Anschluss
an die Konferenz die Internetplattform FISA (Forschungsinformationssystem
Agrar und Ernährung). Wernicke sagte, FISA ermögliche eine schnelle und
flexible Koordinierung der Forschungstätigkeit der Länder und des Bundes. Für
Sachsen-Anhalt als agrarisch geprägtes Bundesland mit einer langen
Forschungstradition ist FISA eine hervorragende Möglichkeit, sich in die
bundesweite Forschungslandschaft einzubringen. Derzeit sind rund 4000
Forschungsprojekte erfasst.
Ein weiteres Thema war das EU-Schulobstprogramm,
von dem Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren profitieren sollen. Die EU
stellt Deutschland ab dem Schuljahr 2009/2010 je Schuljahr rund 12,5 Millionen
Euro Geld zur Verfügung; die Kofinanzierung soll nach Vorstellung der Länder
durch den Bund erfolgen. Die AMK hat nun die Einberufung einer nationalen
Steuerungsgruppe beschlossen, die eine Strategie zur Umsetzung des Programms
erarbeiten soll. Ziel müsse eine einfache, unbürokratische Umsetzung sein.
Die Beschlüsse können im Internet auf den Seiten
der AMK nachgelesen werden: www.agrarministerkonferenz.de.
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