Innenminister Hövelmann beim
Landesfeuerwehrverband: ?Auch nach der Gemeindereform gilt: Die Feuerwehr
bleibt im Dorf!?
27.03.2009, Magdeburg – 86
- Ministerium für Inneres und Sport
Ministerium des Innern - Pressemitteilung Nr.: 086/09
Ministerium des Innern - Pressemitteilung Nr.: 086/09
Magdeburg, den 27. März 2009
Innenminister Hövelmann beim
Landesfeuerwehrverband: ¿Auch nach der Gemeindereform gilt: Die Feuerwehr
bleibt im Dorf!¿
Innenminister Holger Hövelmann (SPD) hat am
heutigen Tag an der Landesdelegiertenversammlung des Landesfeuerwehrverbandes
Sachsen-Anhalt teilgenommen und in seiner Ansprache den unermüdlichen und zum
großen Teil im ehrenamtlichen Engagement gezeigten Einsatz der Kameradinnen und
Kameraden gewürdigt.
Holger Hövelmann: ¿Ohne diesen aufopferungsvollen Einsatz, der keinesfalls als
Selbstverständlichkeit angesehen werden darf und von unschätzbarem Wert ist,
würde unser gut funktionierendes Brandschutz- und Hilfeleistungssystem im Land
nicht bestehen können. Dafür gebührt Ihnen mein Dank und meine höchste
Annerkennung!¿
Die in der zurückliegenden Zeit insbesondere im Zusammenhang mit der
demografischen Entwicklung oft debattierten Frage, ob das Modell der
Freiwilligen Feuerwehren im Land eine Zukunft hat, beantwortet Hövelmann mit
einem eindeutigen ¿Ja¿.
Der Minister ¿Die Sicherstellung der materiell-technischen Ausstattung stellt
dabei unbestritten eine ganz wesentliche Komponente dar. Der wichtigste und
wertvollste Faktor dieses Systems beliebt aber der Mensch. Es muss klar sein,
dass es die Feuerwehr von morgen nicht ohne motivierte Kinder und Jugendliche
von heute gibt!¿
Gleichzeitig machte er darauf aufmerksam, dass das große ehrenamtliche
Engagement untrennbar von der umfassenden Wahrnahme der Verantwortung der
Gemeinden für die Pflichtaufgabe des Brandschutzes ist. Mit Blick auf die
anstehende Gemeindegebietsreform stellte Hövelmann unmissverständlich klar,
dass die Existenz von Gemeindefeuerwehren und Ortsfeuerwehren nicht in Frage
gestellt wird.
¿Es ist notwendig, dass jede Gemeinde eine leistungsfähige Feuerwehr vorhält,
um den Grundschutz für Ihre Bürgerinnen und Bürger abzusichern. Ebenso
erforderlich ist, dass die Feuerwehren in der Fläche erhalten bleiben, weil
bekanntlich dem Zeitraum von der Alarmierung bis zum Beginn lebensrettender
Maßnahmen entscheidende Bedeutung zukommt. Deshalb ist es für die Bürgerinnen
und Bürger des Landes überlebenswichtig, dass im Ereignisfall möglichst schnell
Hilfe vor Ort ist. Das im Brandschutzgesetz festgelegte Zeitkriterium von 12
Minuten von der Alarmierung bis zum Eintreffen am Einsatzort darf aus diesem
Grund keinesfalls verlängert werden.¿
In diesem Zusammenhang führte der Minister zu einigen Aspekten zum Stand der
Überarbeitung der Mindestausrüstungsverordnung aus, in der unter anderem einige
Neuregelungen beabsichtigt sind. So sollen beispielsweise die im Rahmen der
Brandschutzbedarfsplanung bisherigen starren einwohnerbezogenen Betrachtungen
zu Gunsten ortsspezifischer Risikobeurteilungen geändert werden. Den Gemeinden
würden damit flexiblere Rahmenbedingungen angeboten werden, die es ihnen
ermöglichen, eigenverantwortliche Lösungen zu entwickeln.
Hövelmann sicherte zu, dass das Land Sachsen-Anhalt, wie in den Vorjahren auch,
die Kommunen bei der Bewältigung der verantwortungsvollen Pflichtaufgabe des
Brandschutzes nach Kräften unterstützen wird. So werden in diesem Jahr unter
anderem 5,1 Millionen Euro aus dem 16 Millionen Euro umfassenden Sonderprogramm
zum Digitalfunk für die Ausstattung der ersten Feuerwehren mit digitalen Handsprech-
und Fahrzeugfunkgeräten ausgereicht und weitere 3,5 Millionen Euro für die
Förderung des Brandschutzes zur Verfügung gestellt.
Darüber hinaus hat das Innenministerium Ende des vergangenen Monats mit den
Öffentlichen Versicherungen Sachsen-Anhalt die Gemeinsame Erklärung zur
Feuerwehr-Rente in Sachsen-Anhalt unterzeichnet und somit den Weg bereitet,
ehrenamtliches Engagement jedes einzelnen Feuerwehrmitgliedes oder
Katastrophenschutzhelfer finanziell messbar anerkennen zu können.
Abschließend konnte der Innenminister noch mit einem besonderen ¿Geschenk¿
aufwarten: Zur Unterstützung der Arbeit des Landesfeuerwehrverbandes
Sachsen-Anhalt übereichte Holger Hövelmann einen Zuwendungsbescheid in Höhe von
22.320 Euro. Das Geld steht unter anderem für Projekte der Aus- und Fortbildung
und der Arbeit der Jugendfeuerwehr zur Verfügung.
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