MD - Keine Zwischenfälle bei
Demonstrationen - Starke Polizeikräfte verhinderten Auseinandersetzungen
17.01.2009, Magdeburg – 4
- Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord
Polizeidirektion Nord - Pressemitteilung Nr.: 004/09
Polizeidirektion Nord -
Pressemitteilung Nr.: 004/09
Magdeburg, den 17. Januar 2009
MD - Keine Zwischenfälle bei
Demonstrationen - Starke Polizeikräfte verhinderten Auseinandersetzungen
Aus Anlass des 64. Jahrestages der
Zerstörung Magdeburgs im II. Weltkrieg fanden am heutigen Samstag im
Stadtgebiet von Magdeburg mehrere versammlungsrechtliche Aktionen mit ca. 1.500
Teilnehmern statt, die der Opfer des Krieges gedachten und gegen einen
Aufmarsch der rechten Szene aus diesem Anlass ein deutliches Zeichen setzen
wollten. Allein die ¿Meile der Demokratie¿ unter Teilnahme zahlreicher
Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wurde von mehr als 1.000 Personen
besucht, die auf eindrucksvolle Weise mit Rednerbeiträgen, Kultur, Musik und Theateraufführungen
friedlich und demokratisch gegen rechtes Gedankengut demonstrierten.
Der angemeldete Neonazi-Aufzug erreichte
eine Teilnehmerzahl von 720 Personen.
Der Polizei gelang es, mit einem
Großaufgebot von über 1.000 Einsatzkräften aus fünf Bundesländern ein
Aufeinandertreffen der rechten Demonstrationsteilnehmer mit anderen zu
verhindern, so dass es zu keinen Auseinandersetzungen zwischen beiden Lagern
kam. Aufgrund des Demonstrationsgeschehens, insbesondere im Innenstadtbereich,
mussten zeitweilig Straßenzüge gesperrt werden.
Der Aufzug der Rechten fand zeitversetzt
und auf einer teilweise veränderten Marschroute statt, da es durch
Gegendemonstranten zu Blockaden kam. So verhinderten ca. 100 Personen des
linken Spektrums einen Weitermarsch der Rechten auf der Lüneburger Straße. Da
Gewalttätigkeiten von dieser Gruppierung nicht ausgeschlossen werden konnten,
wurden die Personen für den Zeitraum des Ausweichens der Rechten auf eine
andere Route durch Polizeikräfte am Ort kurzzeitig in Gewahrsam genommen. Zu
einer weiteren Blockade von ca. 400 Personen, hier überwiegend des bürgerlichen
Spektrums, kam es später im Bereich Jacobstraße/ Julius-Bremer-Straße, so dass
den Rechtsextremisten der geplante Zugang zur Johanniskirche versperrt wurde.
Insgesamt musste die Polizei 5 Personen
der linken Szene und 3 Personen der rechten Szene zeitweilig in Gewahrsam
nehmen bzw. vorläufig festnehmen. Es wurden neun Strafanzeigen (u.a. wegen
Beleidigung, Widerstand gg. Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung) sowie sieben Anzeigen wegen Verstoß gegen das
Versammlungsgesetz und drei Anzeigen wegen Verstoß gegen das Waffengesetz
aufgenommen.
Polizeipräsident Johann Lottmann zog ein
positives Resümee zum polizeilichen Einsatz wie zum gesamten Demonstrationstag.
So habe die flexible Einsatztaktik entscheidend dazu beigetragen, dass alle
Veranstaltungen störungsfrei verlaufen sind, gewalttätige Ausschreitungen
verhindert werden konnten und sich der demokratische Protest gegen den Auftritt
der Neonazis angstfrei und kreativ entwickeln konnte. (kü.)
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