Landesregierung: Karstlandschaft
Südharz wird 2009 Biosphärenreservat
13.01.2009, Magdeburg – 22
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 022/09
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 022/09
Magdeburg, den 13. Januar 2009
Landesregierung: Karstlandschaft
Südharz wird 2009 Biosphärenreservat
Nach dem Umweltausschuss des Landtages hat sich nun auch
die Landesregierung für eine Ausweisung der Karstlandschaft Südharz als
Biosphärenreservat ausgesprochen. Landwirtschafts- und Umweltministerin Petra
Wernicke sagte am heutigen Dienstag nach der Kabinettssitzung in Magdeburg,
damit erkenne die Landesregierung den Naturreichtum dieser einzigartigen
Landschaft an. Ihr Ministerium werde nun im ersten Quartal diesen Jahres das
Biosphärenreservat nach Landesrecht ausweisen. Außerdem soll ein
wissenschaftlicher Beirat eingerichtet und die Auswirkungen auf die Wirtschaft
untersucht werden. Eine Ausweisung als UNESCO-Reservat werde für 2012
angestrebt.
Biosphärenreservate sind großräumige Schutzgebiete, die in
ihren Hauptteilen bereits vorhandene Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete
zusammenfassen. Mit ihnen werden bestimmte Landschaftstypen und ihre
Ökosysteme geschützt. Biosphärenreservate stehen auch für das Miteinander von
Mensch und Natur; eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung ist zu fördern.
Die UNESCO strebt ein weltumspannendes Biosphären-Gebietssystem an, das
sämtliche Landschaftstypen erfasst. Wernicke: ¿Auch in den zahlreichen
fachlichen Stellungnahmen von überregionalen Einrichtungen, Verbänden und Vereinen
wird deutlich, dass wir mit dem Südharz ein herausragendes schützenswertes
Kleinod haben. Hier wird es ein Nebeneinander von Natur, Erholung und
Wirtschaft geben. Ein Biosphärenreservat ist eine enorme Chance für die Region,
Wirtschaft und Tourismus nachhaltig zu entwickeln.¿
Nun müsse die Zeit bis 2012 für Überzeugungsarbeit in den
Kommunen genutzt werden, die das Reservat noch ablehnten. Eine Anerkennung als
UNESCO-Biosphärenreservat erfordere, so schreibe es die UNESCO vor, ein
einstimmiges Bekenntnis durch die Gemeinden in der Region. Die Anhörungen
zeigten jedoch, dass Zustimmung und Ablehnung der 16 beteiligten Kommunen sich
die Waage halten. Die Ministerin appellierte an die Gegner des Projektes, sich
offen und vorurteilsfrei den guten Argumenten für ein Biosphärenreservat zu
stellen. Trotz jahrelanger Diskussionen würden immer noch längst widerlegte
Behauptungen vorgetragen.
So sei ein Hauptargument die Befürchtung von zusätzlichen
Bewirtschaftungsbeschränkungen. In der Allgemeinverfügung stünden jedoch keine
neuen Auflagen. Die Ministerin betonte: ¿Nach der Ausweisung des
Biosphärenreservats ist lediglich die Umsetzung des Kernzonenkonzepts
einzuleiten. Und das betrifft nur Landesflächen!¿ Es würden also keine
Interessen von Kommunen oder Privaten berührt.
Die nationale Ausweisung der Natura-2000 Flächen gemäß
Naturschutzgesetz des Landes Sachsen-Anhalt im Gebiet beruhten auf gesetzlicher
Verpflichtung und müssten daher umgesetzt werden - mit oder ohne Biosphärenreservat.
Dadurch eventuell mögliche Einschränkungen für Landnutzer und Landeigentümer seien
nicht der Ausweisung eines Biosphärenreservats oder der Einordnung der
entstehenden Schutzgebiete in die Zonierung des Biosphärenreservates anzurechnen.
Hintergrund:
Das Weltnetz der UNESCO-Biosphärenreservate umfasst 531
Biosphärenreservate aus 105 Staaten, 13 davon in Deutschland.
Sachsen-Anhalt verfügt über zwei Biosphärenreservate:
Das von der UNESCO international anerkannte
länderübergreifende Biosphärenreservat "Flusslandschaft Elbe " erstreckt
sich über 400 Kilometer entlang der Elbe. Es ist das größte Großschutzgebiet in
Deutschland, an dem fünf Bundesländer beteiligt sind. Sachsen-Anhalt stellt mit
rund 240.000 ha den größten und bedeutsamsten Teil. Etwa die Hälfte der Fläche,
ca. 126.000 ha, sind in einem ersten Schritt als Biosphärenreservat
¿Mittelelbe¿ per Allgemeinverfügung erklärt.
Das Biosphärenreservat "Karstlandschaft
Südharz" (in Gründung) umfasst mit 30.034 ha sechs Naturschutzgebiete,
sechs NATURA 2000-Gebiete und ein Landschaftsschutzgebiet. Es zeichnet
sich durch die für Europa einmalige Gipskarstlandschaft aus. Geologische
Vielfalt, verschiedene Klimastufen und eine jahrhunderte lange extensive
Landnutzung haben eine Vielzahl wertvoller Lebensräume hervorgebracht.
In dem Gebiet finden sich mehr als 1450 Pflanzenarten,
unter ihnen 27 Orchideen. Unter den seltenen Tierarten sind der Hirschkäfer,
der Feuersalamander, Schwarzstorch, Wanderfalke und Uhu. Hier finden sich ideale
Bedingungen für Fledermäuse, von denen Fachleute hier 19 Arten zählen.
Insbesondere der Südharz beherbergt die größte Wildkatzenpopulation
Norddeutschlands. Seit den 80er Jahren wird nach einer Möglichkeit gesucht,
Schutz der Natur und Entwicklung der Region langfristig und großräumig zu gestalten.
1992 beschloss die Landesregierung, Rahmenbedingungen für
die Errichtung eines Biosphärenreservates zu schaffen, damals noch unter Beteiligung
von Thüringen und Niedersachsen. Die beiden Länder stiegen später aus, 2007 kam
die endgültige Absage. 2002 nahm die Biosphärenreservatverwaltung in Roßla ihre
Arbeit auf.
Impressum:
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Pressestelle
Hegelstraße 42
39104 Magdeburg
Tel: (0391) 567-6666
Fax: (0391) 567-6667
Mail: staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de
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