Zweiter Vorschlag: Investitionen
in wirtschaftliche Infrastruktur vorziehen
Haseloff regt Konjunktur fördernde Maßnahmen im Bereich Forschung und
Entwicklung an
07.01.2009, Magdeburg – 1
- Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung
Ministerium für Wirtschaft und Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 001/09
Ministerium für Wirtschaft und
Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 001/09
Magdeburg, den 2. Januar 2009
Zweiter Vorschlag: Investitionen
in wirtschaftliche Infrastruktur vorziehen
Haseloff regt Konjunktur fördernde Maßnahmen im Bereich Forschung und
Entwicklung an
Mit Blick auf die Sitzung des Koalitionsausschusses
am 5. Januar in Berlin hat Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff weitere
gezielte Konjunktur fördernde Maßnahmen des Bundes mit erheblicher Bedeutung
für Sachsen-Anhalt angeregt. Schwerpunkte sollten auf vorgezogenen Investitionen
zur Stärkung der wirtschaftlichen Infrastruktur sowie der Förderung von Forschung
und Entwicklung liegen.
¿Wir müssen jetzt verstärkt strategische Projekte zur
Forschung und Entwicklung vor allen in den Leitindustrien Maschinenbau und
Chemie unterstützen. Die Konzepte dafür liegen schon in der Schublade¿, sagte
Haseloff. Dazu zählten unter anderem das Chemisch-Biotechnologische
Prozesszentrum (CBP) in Leuna sowie ein automotivenahes Forschungszentrum in
Barleben. Ziele des Letzteren sind eine stärkere Vernetzung der Unternehmen
sowie die breitere Aufstellung des Spezialmaschinenbaus im Land, um besser gegen
selektive Auftragseinbrüche gewappnet zu sein. Auch komme es darauf an, die
stark exportorientierte Solarbranche weiter zu stärken. So wird es beispielsweise
am 16. Januar ein Spitzengespräch zwischen dem Minister und Unternehmensvertretern
aus dem Solarvalley geben. Schwerpunkte sind die Forcierung des Aufbaus des Fraunhofer-Centers
für Silizium-Photovoltaik CSP Halle, der Aufbau eines Fachkräftepools, die
weitere Vernetzung der Unternehmen sowie weitere Fördermöglichkeiten im Bereich
Forschung und Entwicklung.
Erhebliche Bedeutung für Sachsen-Anhalt hat auch
die Fortsetzung der Erschließung strategischer Gewerbe- und Industriegebiete
für Großansiedlungen. ¿Für die weitere wirtschaftliche Entwicklung sollten
Investitionen vorgezogen werden, um bestehende Industrie- und Gewerbegebiete
attraktiver zu machen sowie neue Gebiete an prioritären Lagen auszuweisen¿,
sagte Haseloff. ¿Dazu gehört auch, dass alle wichtigen gewerblichen Standorte im
Land mit Breitbandanschlüssen versehen sein müssen.¿ Das Land sei grundsätzlich
bereit, den Fördersatz für Infrastrukturmaßnahmen von derzeit 70 auf 90 Prozent
anzuheben. ¿Öffentliche Investitionen sind deutlich nachhaltiger als etwa
Konsumgutscheine und können in der Krise als Puffer wirken. Da sich aber viele
Kommunen in der Konsolidierung befinden und daher selbst eine 10-prozentige
Kofinanzierung der Erschließungskosten nicht aufbringen können, sollten Bund
und Land diese Kosten übernehmen¿, regte der Minister an.
Im Hinblick auf den Arbeitsmarkt verwies Haseloff darauf,
dass Sachsen-Anhalt sich derzeit dafür einsetzt, die in den 1990er Jahren
abgeschaffte komplette Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge für Beschäftigte
in Kurzarbeit durch die Bundesagentur für Arbeit befristet für 2009 wieder einzuführen.
¿Vor allem mittelständische Unternehmen waren in der Vergangenheit häufig nicht
in der Lage, anfallende Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung
zu finanzieren und mussten Personal entlassen. Dies wollen wir gerade im
Hinblick auf den perspektivisch steigenden Fachkräftebedarf in heimischen
Unternehmen verhindern¿, sagte Haseloff.
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