Wernicke: Brüsseler Beschlüsse
gehen zu Lasten ostdeutscher Landwirte
21.11.2008, Magdeburg – 147
- Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie
Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt - Pressemitteilung Nr.:
147/08
Ministerium für Landwirtschaft und
Umwelt - Pressemitteilung Nr.: 147/08
Magdeburg, den 20. November 2008
Wernicke: Brüsseler Beschlüsse
gehen zu Lasten ostdeutscher Landwirte
Wernicke:
Brüsseler Beschlüsse gehen zu Lasten ostdeutscher Landwirte
Magdeburg.
Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsministerin Petra Wernicke hat sich über die
Beihilfe-Beschlüsse der EU-Agrarminister enttäuscht gezeigt. Wernicke: ¿Zwar
haben die heftigen Proteste der ostdeutschen Landesregierungen im Vorfeld und
auch die Verhandlungstaktik von Bundesagrarministerin Ilse Aigner schlimmeres
verhindert. Doch die ostdeutschen Landwirte leiden am meisten unter den
Extra-Kürzungen. Maßstab für Kürzungen ist de facto die Betriebsgröße. Und
das spricht dem Prinzip von Effizienz und Leistungsfähigkeit Hohn.¿
So
werden Betriebe, die über 300.000 Euro Subventionen erhalten, durch Kürzungen
im Jahr 2012 durch die Modulation 14 Prozent an Zuweisungen verlieren.
Ursprünglich sollten es sogar 22 Prozent sein. In Sachsen-Anhalt fallen über
300 Betriebe in diese Kategorie.
Aber
auch bei kleineren Unternehmen werden Mittel gekürzt. Auch sie müssen weitere
Kürzungen von fünf Prozent der Direktzahlungen hinnehmen.
Für
Sachsen-Anhalts Landwirte bedeuten die jetzt beschlossenen Regelungen nach
ersten überschlägigen Berechnungen Ausfälle bei den Direktzahlungen, die 2012
eine Höhe von über 20 Millionen Euro erreichen.
Als
wenig hilfreich bezeichnete Wernicke die jetzt beschlossene Erhöhung der
Milchquote bis 2013 um jährlich ein Prozent. Immerhin sei daran gedacht
worden, die Wirkung der Quotenerhöhung am Markt zu überprüfen. Sie begrüßte
die Einrichtung eines Milchfonds, verwies aber darauf, dass über die
Verteilung der Mittel noch gesprochen werden müsse. ¿Das darf nicht nur ein Fonds
für Bergregionen werden¿, so die Ministerin.
¿Es
bleibt dabei: Eine verlässliche EU-Agrarpolitik sieht anders aus¿,
kritisierte die Ministerin. Von einer Reform nach der Reform sei beim Health
Check nie die Rede gewesen. Die Flächenprämien hätten bis 2013 Bestand haben
sollen. Das sei über Bord geworfen worden.
Die Ministerin kündigte an, sich zeitnah mit den
landwirtschaftlichen Verbänden über die Auswirkungen der Brüsseler Beschlüsse
auszutauschen. Es werde dann auch darum gehen, geeignete Maßnahmen zu finden,
um die eingesammelten Mittel sinnvoll für den ländlichen Raum einsetzen zu
können. Dafür werden dann laut den Brüsseler Beschlüssen auch
Kofinanzierungsmittel des Landes benötigt.
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