Kabinett tagte in Stendal
04.11.2008, Magdeburg – 560
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 560/08
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 560/08
Magdeburg, den 4. November 2008
Kabinett tagte in Stendal
Die Landesregierung ist heute zu einer auswärtigen
Kabinettssitzung in Stendal zusammengekommen. Unter der Leitung von Ministerpräsident
Prof. Dr. Wolfgang Böhmer wurden im Rathaus der Stadt neben allgemeinen auch
regionalspezifische Themen wie die wirtschaftliche Entwicklung,
Infrastrukturmaßnahmen, die soziale und kulturelle Förderung sowie die
Schulentwicklung in Querfurt und im Saalekreis beraten.
Handwerk dominiert Wirtschaft /
Wichtige Industrieansiedlungen in Arneburg
Der Landkreis Stendal bildet mit dem Altmarkkreis
Salzwedel eine einheitliche Wirtschaftsregion mit vorwiegend ländlicher
Prägung. Mit ca. 1.500 Betrieben dominiert das Handwerk . Im
Verarbeitenden Gewerbe gab es Mitte 2008 insgesamt 22 Betriebe mit mehr als 50
Beschäftigten. 3.863 Personen haben dort ihren Arbeitsplatz. Wichtigste
Branchen sind das Ernährungsgewerbe, die Papierbranche und der sonstige
Fahrzeugbau. Die Exportquote liegt bei 25,4 Prozent (Sachsen-Anhalt 30,8
Prozent).
Zwei der wichtigsten Firmenansiedlungen in
Sachsen-Anhalt gab es in den letzten Jahren im Industriepark Arneburg
mit dem Zellstoffwerk Stendal (856 Mio. Euro Investitionsvolumen, 622
Arbeitsplätze) und der Delipapier GmbH (114 Mio. Euro Investitionssumme, 220
Arbeitsplätze). Größere Industrie-Arbeitgeber sind weiterhin die Milk Snack
Produktions GmbH Tangermünde (rund 260 Arbeitsplätze), ALSTOM Lokomotiven
Service Stendal (160), Graepel-STUV Seehausen (250) und die Technoguss
Tangerhütte GmbH Tangerhütte (175 Arbeitsplätze).
Seit Beginn der Investitionsförderung im
Jahr 1991 wurden mit Stand vom 30. September 2008 im Landkreis Stendal
insgesamt 413 Projekte der gewerblichen Wirtschaft und des Ausbaus der
Infrastruktur mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 1,7 Milliarden gefördert.
Damit konnten 9.065 Arbeitsplätze neu geschaffen und gesichert werden.
Kulturelles Leben / Mehr
Landesmittel für Theater der Altmark
Das
Theater der Altmark in Stendal erhält 2008 einen Zuschuss von 1.360.000
Euro. Die Vertragsverhandlungen zwischen Land und Träger über die Förderperiode
2009-2012 sind abgeschlossen. Der Träger hat seinen Zuschussbetrag aufgestockt,
somit wird die Landesfinanzierung ab 2010 auf 1.480.000 Euro erhöht.
Die Musik- und Kunstschule mit
740 Schülern wird mit ca. 108.000 Euro vom Land gefördert. Das
Winckelmann-Museum ist eines der bedeutendsten kulturgeschichtlichen Museen in
Sachsen-Anhalt und erhält bis 2009 eine Förderung von jährlich 60.000 Euro.
Auf dem Gebiet der Denkmalpflege
wurden der Stendaler Dom mit bisher insgesamt 100.000 Euro, die Tangermünder
Stadtkirche St. Stephan mit insgesamt 350.000 Euro und Schloss Briest mit
250.000 Euro finanziell gefördert.
Im Landkreis Stendal gibt es fünf
hauptamtlich und fünf ehrenamtlich geführte Bibliotheken . Eine
Fahrbibliothek versorgt 101 Städte und Gemeinden. Sie erhält vom Land eine
jährliche Zuwendung von 10.000 Euro. Die Osterburger Literaturtage mit
überregionaler Ausstrahlung erhalten jeweils 5.000 Euro.
Schulentwicklungsplanung
Der Landkreis Stendal und der
benachbarte Altmarkkreis Salzwedel haben gemessen an den ungünstigen
Ausgangsbedingungen (große Fläche, geringe Besiedlungsdichte) einen der landesweit
qualitativ und quantitativ besten Schulentwicklungspläne erarbeitet. Hier
haben Entwicklungen ihren Ausgang genommen, wie beispielweise die
Ausnahmeregelungen zur Bildung von Anfangsklassen, die in die neue
Schulentwicklungsplanungsverordnung Eingang fanden.
Aus einem Wettbewerb um Fördermittel
zur Umsetzung des Ganztagsschulprogramms des Bundes gingen zwei Schulen
aus Stendal mit ihren Konzepten erfolgreich hervor. Insgesamt wurden 5,1
Millionen Euro investiert und 270 Ganztagsplätze neu geschaffen.
Hochschule
Magdeburg-Stendal
Am 5. Juni 2008 fand die feierliche
Einweihung und Eröffnung des Gebäudes 3 der Hochschule Magdeburg-Stendal
(FH) am Standort Stendal statt. Eine Spendenaktion des Förderkreises für den
Standort Stendal hatte 100.000 Euro eingebracht, was einen vorzeitigen
Baubeginn 2006 ermöglichte. Somit konnten Mehr- und Mietkosten eingespart
werden. Die Gesamtinvestitionen betrugen 5.278.700 Euro. Die Finanzierung
erfolgte unter Beteiligung des europäischen Fonds für regionale Entwicklung
(EFRE). Mit Stand vom 1. Oktober 2008 begannen
1.271 Studierende ein Studium an den Standorten Magdeburg (922) und Stendal
(249). Die Gesamtzahl der Studenten beträgt 6.389, davon in Magdeburg 4.730 und
in Stendal 1.659.
Soziale
Infrastruktur spürbar verbessert
Die soziale Infrastruktur im Kreis
Stendal hat sich den vergangenen Jahren spürbar verbessert. Das Land
unterstützt diese Entwicklung mit Millionen-Beträgen. Allein für die
Sicherstellung der Kinderbetreuung bekommt der Landkreis in diesem Jahr
rund 7,2 Millionen Euro. Damit wird der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung
umgesetzt. Zusätzlich gewährt das Land zur Verbesserung der vorschulischen
Bildung, zur Weiterentwicklung der Elternarbeit und zur Profilentwicklung eine
Förderung von rund 192.000 Euro. Darüber hinaus hilft das Land gemeinsam mit
dem Bund und der EU bei der Sanierung und Modernisierung von
Kindertagesstätten. Bis 2013 stehen für neun Kindertageseinrichtungen im Kreis
Stendal rund 4,1 Millionen Euro aus einem Investitionsprogramm bereit, das vor
allem aus Mitteln des ELER und EFRE gespeist wird.
Auch die Altenpflegelandschaft
hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt. Im Landkreis gibt es
15 Pflegeeinrichtungen mit etwa 1.117 Plätzen. Sechs vollstationäre
Einrichtungen mit 339 Plätzen und eine Tagespflegeeinrichtung wurden nach 1995
mit Bundes- und Landesgeld neu beziehungsweise umfangreich um- und ausgebaut.
Dafür standen rund 24 Millionen Euro Fördergeld zur Verfügung.
Für die Kliniken im Landkreis
wurden seit 2005 rund 18,7 Millionen Euro investiert, um in Einzelmaßnahmen die
akutsstationäre Versorgung der Bevölkerung zu verbessern. Darüber hinaus
erhielten die Krankenhäuser Genthin-Stendal, Seehausen und Uchtspringe
Pauschalförderungen in Höhe von insgesamt 6,24 Millionen Euro unter anderem zur
Umsetzung kleiner Baumaßnahmen.
Auch in den kommunalen und Vereinssportstättenbau
im Landkreis investiert das Land. Ein aktuelles Projekt ist der Neubau der
Zweifachsporthalle ¿Juri Gagarin¿ in Stendal. Etwa 733.000 Euro werden nach der
Fertigstellung in diesem Jahr verbaut sein.
Abwasserzweckverbände
gut aufgestellt / Land verzichtete auf Rückzahlung von 40 Millionen Euro
Sanierungshilfe
Der Landkreis Stendal hat zukunftsfähige
Strukturen bei den Abwasserzweckverbänden. Die jetzigen Größenordnungen
sind vernünftig, da nicht zu kleinteilig. Das Land hat dem Wasserverband
Stendal-Osterburg in der Vergangenheit fast 80 Mio. Euro Teilentschuldungs- und
Sanierungsmittel zukommen lassen. Damit konnte der Verband nachhaltig saniert
werden. Das Land verzichtete auf die Rückzahlung von 40 Mio. Euro
Sanierungshilfe.
In großen Teilen des Landkreises wird
auch künftig die dezentrale Abwasserbeseitigung bestehen bleiben. Gerade
in den besonders dünn besiedelten Gebieten ist ein zentraler Abwasseranschluss
in vielen Fällen nicht mehr wirtschaftlich. Während in den Städten Stendal und
Tangermünde der Anschlussgrad bei 99 Prozent und im Wasserverband Bismark bei
93 Prozent liegt, sind es im Wasserverband Stendal-Osterburg nur 65 Prozent und
im Bereich Havelberg 75 Prozent.
Naturschutzgroßprojekt
¿Untere Havelniederung¿: 25 Millionen Euro fließen in Region
Das Naturschutzgroßprojekt ¿Untere
Havelniederung¿ ist das europaweit größte Renaturierungsvorhaben und ein
Schwergewicht in den Naturschutzaktivitäten des Landes. Dieser Teil des
Biosphärenreservates Mittelelbe bietet deutschlandweit die einmalige Chance, an
einem Fluss von der Größe der Havel wieder naturnahe Verhältnisse herzustellen.
Das Projekt wird mit Mitteln des Bundes, der Länder Sachsen-Anhalt und
Brandenburg und des NABU als Projektträger gefördert. Neben dem Naturschutz
gewinnt auch der Tourismus durch das länderübergreifende Projekt an
Attraktivität. Die 25 Millionen Euro, die projektgebunden in die Region
fließen, werden auch positive Effekte für den Arbeitsmarkt haben.
Stadtumbau: Mehr
als 18 Millionen Euro für Abriss und Aufwertungsmaßnahmen
Der Stadtumbau im Landkreis Stendal
ist in den vergangenen sechs Jahren mit rund 18,1 Millionen Euro gefördert
worden. Für den Rückbau dauerhaft leer stehender Wohnungen wurden seit
2002 rund 14,1 Millionen und für Aufwertungsmaßnahmen gut vier
Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
Allein für die Stadt Stendal sind im
gleichen Zeitraum rund 11,9 Millionen Euro für den Abriss von mehr als 4.000
Wohnungen bereitgestellt worden. Für Aufwertungsmaßnahmen wurden rund 2,8
Millionen Euro bewilligt.
Städtebauförderung:
Fast 114 Millionen Euro für Denkmalschutz und Sanierungsmaßnahmen
Im Rahmen der
verschiedenen Städtebauförderprogramme wurden dem Landkreis Stendal in den
Jahren 1991-2008 insgesamt rund 113,9 Millionen Euro bereitgestellt. Allein
rund 24,4 Millionen Euro davon sind in die Erhaltung des Altstadtkerns
von Stendal investiert worden.
Internationale
Bauausstellung: Zentraler Ort im ländlichen Raum
Stendal gehört zu den 17 Städten in
Sachsen-Anhalt, die sich mit einem eigenen, vom Inhalt durchaus ehrgeizigen
Projekt an der Internationalen Bauausstellung (IBA) ¿Stadtumbau 2010¿
beteiligen. Auf den demographischen Wandel will die Stadt mit der Beantwortung
der Frage; ¿Wie kann die öffentliche Daseinsvorsorge in der sehr dünn
besiedelten Region auch künftig wirtschaftlich vertretbar gewährleistet
werden?¿ reagieren. Besondere Berücksichtigung finden dabei die Handlungsfelder
¿Soziale Infrastruktur¿ (Schule), ¿Technische Infrastruktur¿ (Öffentlicher
Personennahverkehr) und die ¿Daseinsvorsorge¿ (Regionalzentrum/Bürgernetz).
Höhepunkte der bisherigen Arbeit waren ein Schülerwettbewerb sowie ein
Studienprojekt der Universität Kassel, aus denen neue Erkenntnisse und Impulse
für den Prozess gewonnen werden konnten.
Straßenbau:
Vielfältige Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur
Mit einem Investitionsvolumen von
rund 9,4 Millionen Euro ist der Bau der Sandauer Brücke im Zuge der B107
in Havelberg gegenwärtig das wichtigste Vorhaben in der Region.
Künftige Vorhaben sind der A14-Lückenschluss
sowie der Bau der B190n (Hosenträgervariante).
Umfangreiche Unterstützung gibt das
Land auch im Bereich des kommunalen Straßenbaus, wie beispielsweise für den Ausbau
der K1064 Hindenburg-Schwarzholz-Niedergörne zur Anbindung des Zellstoffwerkes
Arneburg . Ingesamt ist hier eine Zuwendung von rund 4,8 Millionen Euro
geplant.
Darüber hinaus wird der Landkreis
Stendal mit dem Ausbau der K1194/95 beginnen. Bis zum Jahr 2010 werden hierfür
rund zwei Millionen Euro Fördermittel benötigt.
Impressum:
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Tel: (0391) 567-6666
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