Landesregierung zieht positive
Halbzeitbilanz / Ministerpräsident Böhmer: ?Die Richtung stimmt?
22.10.2008, Magdeburg – 523
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 523/08
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 523/08
Magdeburg, den 21. Oktober 2008
Landesregierung zieht positive
Halbzeitbilanz / Ministerpräsident Böhmer: ¿Die Richtung stimmt¿
Die
Landesregierung hat zur Mitte der fünften Legislaturperiode eine positive
Zwischenbilanz gezogen. Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer
erinnerte daran, dass sich CDU und SPD in ihrer Koalitionsvereinbarung zum Ziel
gesetzt hatten, Sachsen-Anhalt zu einem ¿Land mit Zukunft¿ zu machen. In den
vergangenen zweieinhalb Jahren sei die Koalition diesem Anspruch gerecht
geworden. Böhmer: ¿Die Richtung stimmt. Wir haben in den zentralen Bereichen
nachweisbare Fortschritte gemacht. Sachsen-Anhalt kommt voran.¿
Der
Ministerpräsident nannte als wesentliche Erfolge der letzten Jahre die
Konsolidierung des Haushaltes, den deutlichen Rückgang der Arbeitslosenzahlen,
das kontinuierliche Wirtschaftswachstum und die Strukturreformen in Landes- und
Kommunalverwaltungen. Damit sei eine solide Zwischenetappe auf dem Weg bis 2020
absolviert. ¿Wenn im Jahr 2020 der Solidarpakt II ausläuft, muss Sachsen-Anhalt
auf eigenen Füßen stehen. Aus heutiger Sicht ist dieses Ziel erreichbar¿, sagte
Böhmer.
Für
die nächsten Jahre kündigte der Ministerpräsident eine Fortsetzung der Konsolidierungspolitik
bei gleichzeitiger Schwerpunktsetzung in den Bereichen Wirtschaft, Bildung und
Arbeit an. Die Finanzkrise sei für ihn kein Anlass, diesen Anspruch aufzugeben.
¿Unsere Verantwortung künftigen Generationen gegenüber besteht unverändert. Es gibt
für mich derzeit keinen erkennbaren Grund, wieder in die Neuverschuldung
einzusteigen.¿
Böhmer
dankte dem Kabinett und den Koalitionsfraktionen für die gute Zusammenarbeit:
¿Auch wenn es hier und da etwas knirscht im Koalitionsgetriebe: wir haben bis zur
Hälfte der Legislatur die Koalitionsvereinbarung wie geplant zum Wohle des
Landes umgesetzt.¿
Böhmer
dankte auch den Menschen im Land für ihr Engagement. Ohne mutige Unternehmer,
ohne fleißige und kompetente Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, ohne engagierte
Ehrenamtliche stehe die Politik auf verlorenem Posten. Deshalb werde die
Regierung ihre Politik auch künftig im konstruktiven Dialog mit den
gesellschaftlichen Gruppen gestalten.
Halbzeitbilanz
und Ausblick in wesentlichen Politikfeldern:
Haushalt/Finanzen
Die finanzpolitische Strategie der
Landesregierung besteht aus drei zentralen Elementen: den Haushalt
konsolidieren ¿ gegen Risiken vorsorgen ¿ in Schwerpunkte investieren.
Finanzminister Jens Bullerjahn : ¿Wir haben erreicht, dass nicht
nur zum ersten Mal der aktuelle Haushalt, sondern auch die Mittelfristige
Finanzplanung vorsieht, keine neuen Schulden mehr zu aufzunehmen. Das heißt,
bis 2011 werden wir den fünften Haushalt in Folge ohne Neuverschuldung erreicht
haben. Damit können wir sagen: In Zukunft wird die Schuldenlast abnehmen! Dies
ist ein Wendepunkt in der Geschichte des Landes.¿
Die Landesregierung plant eine
Schuldenreduzierung um fast 500 Mio. ¿ bis 2012. In der Langfristprojektion
wurde ein Weg aufgezeigt, der die Schulden des Landes von 20 Mrd. ¿ in diesem
Jahr auf 16 Mrd. ¿ in 2025 absenkt und darüber hinaus die vollständige Tilgung
der Landesschulden bis 2050 vorsieht.
Minister Bullerjahn: ¿Wir
konsolidieren, wir straffen die Verwaltung, wir sorgen vor, wir beginnen mit
der Schuldentilgung. Dadurch gewinnen wir Geld für andere Aufgaben. Es geht
nicht um Sparen als Selbstzweck. Es geht um die Gestaltung unserer Zukunft.¿
Deshalb hat die Landesregierung
einen Pensionsfonds aufgelegt, der bereits jetzt ein Vermögen von 123 Mio. ¿
verwaltet. Bis 2012 werden es schon 268 Mio. ¿ sein. Das Land beginnt mit dem
Aufbau einer Steuerschwankungsreserve, denn es ist notwendig, für schlechte
Zeiten vorzusorgen und eine Reserve anzulegen.
Nach dem Personalentwicklungskonzept
können bis 2020 knapp eine Mrd. ¿ eingespart werden. Bis 2020 soll die neue
Stellenzielzahl von 19 je 1.000 Einwohner erreicht werden. Danach soll diese
Relation konstant gehalten werden. Das bedeutet für das Land, dass rd. 1 Mrd. ¿
mehr zur Gestaltung politischer Schwerpunkte zur Verfügung stehen können.
Auch in den kommenden Jahren
bleiben die wichtigsten Elemente der Finanzplanung:
1. keine neuen Schulden, sondern
Einstieg in die Tilgung,
2. weitere Absicherung gegen
Haushaltsrisiken,
3. Vorsorge für die Zukunft,
4. Bindung aller Drittmittel,
5. Anpassung an den Durchschnitt
vergleichbarer Länder.
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Sachsen-Anhalts Wirtschaft hat
sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren bemerkenswert gut entwickelt. ¿Vor
allem die überdurchschnittlich hohen Zuwachsraten im Verarbeitenden Gewerbe
haben uns den stärksten wirtschaftlichen Aufschwung seit Anfang der 1990er
Jahre beschert¿, betont Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff . Knapp
38.500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mehr und rund 100.000
Arbeitslose weniger als zu Beginn der Legislaturperiode ¿ auch diese
Zwischenbilanz kann sich sehen lassen.
Eine weitere Erfolgsgeschichte:
die Erneuerbaren Energien. Mehr als ein Drittel des im Land erzeugten Stroms
kommt mittlerweile aus regenerativen Energiequellen. Wind, Sonne und Co. sorgen
nicht nur für gutes Klima, sondern auch für rund 20.000 Jobs.
¿Bei Investoren und Touristen hat
sich das Image des Landes verändert ¿ weg von der grauen Maus mit roter
Laterne, hin zum Kernland deutscher Geschichte mit Top-Standortbedingungen¿, so
Haseloff weiter. ¿Deshalb wurden bei uns seit 2006 rund 4,27 Milliarden ¿ in
die gewerbliche Wirtschaft investiert, und deshalb strömen Jahr für Jahr mehr
Besucher ins Land von Luther, Nietzsche und Junkers.¿
Die vielen positiven Beispiele
zeigen: Es geht voran. Trotzdem hat Sachsen-Anhalt noch immer Defizite im
Vergleich zu anderen Bundesländern. Bis zum Ende der Legislaturperiode steht
noch viel Arbeit an. Im Mittelpunkt: die Förderung von Investitionen und
innovativen Clustern sowie die Sicherung des künftigen Fachkräftebedarfs.
¿Unser Fokus liegt auch weiterhin auf der Erweiterung mittelständischer
Unternehmen, wichtigstes Förderkriterium bleibt die Schaffung innovativer
Arbeitsplätze¿, bekräftigt der Minister.
Innere Sicherheit
¿Im Bereich der inneren Sicherheit und der kommunalen
Strukturen hat die Politik der Landesregierung einen Modernisierungsschub
ausgelöst¿, sagt Innenminister Holger Hövelmann . Das gilt im besonderen
Maße für die Polizei. Eine Polizeistrukturreform mit nur noch drei statt sechs
Polizeidirektionen hat Kräfte freigemacht, die jetzt in der Fläche für die Kriminalitätsbekämpfung
und den Streifendienst eingesetzt werden. Beispiel: Verantwortliche für den
Staatsschutz arbeiten jetzt vor Ort in allen Landkreisen und kreisfreien
Städten. Durch künftig jährlich 150 Neueinstellungen wird die Polizei verjüngt und
leistungsfähig gehalten.
Kommunalpolitik
Hövelmann: ¿Unser Land braucht Kommunen, die lebensfähig
und wirtschaftlich stark sind. Deshalb ist der Weg der Gemeindegebietsreform
richtig, und er wird in dieser Wahlperiode flächendeckend zum Abschluss gebracht.¿
In über 470 Gemeinden haben schon Bürgeranhörungen stattgefunden, die weitaus
meisten positiv. Die Reform wird auch die Leistungsfähigkeit der Feuerwehren
erhöhen. Das Land hat die Zahlungen an Landkreise, Städte und Gemeinden erhöht
und wird sie mit einem neuen Finanzausgleichsgesetz aufgabengerecht neu
zuschneiden. Die Kreisgebietsreform konnte im vergangenen Jahr reibungslos abgeschlossen
werden.
Weltoffenes Sachsen-Anhalt
Der Kampf gegen Rechtsextremismus wird eine Daueraufgabe
bleiben. Hövelmann: ¿Das beste Ergebnis der letzten beiden Jahre ist, dass
immer mehr Menschen den Einsatz für Weltoffenheit und Toleranz zu ihrer eigenen
Sache machen. Das ist der beste Schutz für die Demokratie.¿ Die Kampagne
¿Hingucken und Einmischen¿ sei für die Aktivierung der Bürgerinnen und Bürger
vor Ort ein großer Erfolg.
Schule
Als wichtigstes
Bildungsziel benennt Kultusminister Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz die
bestmögliche Förderung der Potenziale eines jeden Kindes vom Kindergarten an.
Vor allem die Eingangsphase der Grundschule spielt dabei eine Schlüsselrolle.
Mit der neuen Verordnung zur Schulentwicklungsplanung bis 2013/14 haben auch
kleinere Schulen im ländlichen Raum Bestand.
¿Die wichtigsten
Anforderungen an die Bildungspolitik¿, so Olbertz, ¿bestehen in der Steigerung
des Anteils höherwertiger Schulabschlüsse, die den jungen Menschen einen Zugang
zu den Hochschulen bzw. zur Ausbildung ermöglichen." Ab dem Schuljahr
2009/10 soll an den Sekundarschulen zunächst probeweise ein neuer Lehrplan
eingeführt werden, der kompetenz- und praxisorientiert ist und genügend Zeit
zum Verweilen an grundlegenden Wissensbeständen bietet. ¿Daneben geht es mir
weiterhin um eine spürbare Senkung der Schulabbrecherquote¿, so Minister
Olbertz. Mit der Einrichtung der Qualitätsagentur zum 1. Januar 2009 soll ein
schulisches Qualitätsmanagement entwickelt werden, das Rückmeldungen aus der
Praxis direkt in die Lehrplanarbeit sowie die Lehreraus- und Fortbildung
ermöglicht und vor allem schulkonkret Handlungsbedarf sichtbar macht. Um den
abschlussgefährdeten Schülerinnen und Schülern Unterstützung zu geben, haben
das Sozial- und das Kultusministerium gemeinsam das Programm ¿Projekte zur
Vermeidung von Schulversagen und zur Senkung des vorzeitigen
Schulabbruchs" aufgelegt, das aus Europamitteln finanziert wird.
Hochschule/Wissenschaft/Forschung
Unter dem Leitbild
¿Studieren-Leben-Karriere¿ wirbt Sachsen-Anhalt um Studenten aus dem gesamten
Bundesgebiet. Aus dem Hochschulpakt 2020 erhält das Land vom Bund von 2007 bis
2010 jährlich 15,8 Millionen Euro zur Attraktivitätssteigerung der Studienorte
und der Studienbedingungen. Im Gegenzug haben sich die Hochschulen
verpflichtet, jährlich insgesamt 8.765 Studienanfänger aufzunehmen.
¿Um den für die Zukunft
notwendigen wissenschaftlichen Nachwuchs zu sichern, erhöhen wir damit die
Chancen der jungen Generation zur Aufnahme eines Studiums, und zwar unabhängig
von der kritischen demografischen Situation¿, so Olbertz.
Eine Erfolgsgeschichte ist die
Exzellenz-Offensive der Landesregierung zur Stärkung von Netzwerken der
Spitzenforschung im Land. Insgesamt 100 Mio. Euro stellt das Land für die Jahre
2006-2010 bereit. Mehrere Sonderforschungsbereiche der Deutschen Forschungsgemeinschaft
konnten im Rahmen der Offensive inzwischen eingeworben werden. Zahlreiche
Existenzgründungen mit fast 2.000 neuen Arbeitsplätzen sind aus diesen
Netzwerken hervorgegangen.
Kultur
Wichtigstes Entwicklungsprojekt im
Kulturbereich ist in den vergangenen Jahren die Stiftung Moritzburg
gewesen. Das Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt wird am 10. Dezember 2008 im
Beisein des Bundespräsidenten mit einem spektakulären Erweiterungsbau neu
eröffnet. Vom Land Sachsen-Anhalt, vom Bund und von der Europäischen Union
wurden insgesamt 18 Millionen Euro für das Projekt zur Verfügung gestellt.
Auch Sachsen-Anhalts große
Musiktradition ist um einen Akzent reicher geworden - das Festival impuls für
zeitgenössische Musik. Unter der Intendanz von Hans Rotman wirken erstmals alle
sinfonischen Klangkörper eines Landes bei zeitgenössischen Musikprojekten
zusammen.
Auf der Basis eines ausgewogenen
Förderkonzepts wird die Landesregierung die Orchester- und Theaterlandschaft
Sachsen-Anhalts im Zeitraum 2009-2012 mit jährlich insgesamt 35,6 Millionen
Euro unterstützen. Die Vertragsverhandlungen mit den einzelnen Häusern werden
in diesen Tagen abgeschlossen. Sie gewährleisten ein künstlerisch
anspruchsvolles und vielfältiges Angebot in den Oberzentren des Landes ebenso
wie in den ländlichen Regionen.
Kinderförderung/Kinderschutz
Die inhaltliche Profilierung der
Kinderbetreuung und frühkindlichen Bildung steht im Mittelpunkt der Politik von
Sozialministerin Dr. Gerlinde Kuppe . Die Ministerin betont: ¿Frühkindliche
Bildung und Förderung sind ein entscheidender Schlüssel zu mehr Chancengerechtigkeit.¿
Verschiedene Programme wurden aufgelegt. So profilierten sich bislang 50 Kindertagesstätten
zu Kinder-Eltern-Zentren, weitere 15 Einrichtungen tragen den Titel ¿Kompetenzzentrum
für frühkindliche Bildung¿ und beraten als solche andere Kitas bei der Umsetzung
des Erziehungs- und Bildungsauftrags. Zur weiteren Qualifizierung der
Erzieherinnen und Erzieher stehen bis 2013 rund 6,5 Millionen Euro Landes- und
EU-Geld zur Verfügung. Rund 9.000 pädagogische Fachkräfte sollen qualifiziert
werden. Zudem stellt das Land Finanzen für eine verbesserte Vor- und
Nachbereitung in den Kitas bereit. Auch in Kita-Bauten wird weiter investiert.
Zugleich hat Ministerin Kuppe
einen Gesetzentwurf zum besseren Kinderschutz auf den Weg gebracht. Damit baut
Sachsen-Anhalt sein Frühwarnsystem und das System früher Hilfen zur Wahrung des
Kindeswohls aus. Über ein verbindliches Einladungswesen zu den
Vorsorgeuntersuchungen sollen Kinder besser vor Vernachlässigung und
Misshandlung geschützt werden. Zugleich werden sich mit dem Gesetz die
Bildungschancen für alle Kinder deutlich erhöhen. Geplant ist, dass beginnend
mit dem Kindergartenjahr 2009/2010 für alle Kinder verbindlich im vorletzten
Jahr vor der Einschulung eine Sprachstandsfeststellung erfolgt. Bei
entsprechendem Bedarf soll dann eine spezielle Sprachförderung greifen.
Soziale
Infrastruktur
Ein weiteres zentrales Thema ist
das Wechselspiel von sozialer Infrastruktur und Bevölkerungsentwicklung.
Ministerin Kuppe: ¿Gemeinsam mit den Landkreisen und den Kommunen haben wir uns
auf den Weg gemacht, die soziale Infrastruktur demografiefest zu machen. Wir
müssen jetzt vorausschauend handeln und die Strukturen frühzeitig entsprechend
umbauen.¿ So wurde ein Demografie-Check für Investitionen etwa im Sport und
Kindertagesstättenbereich eingeführt. Als gelungene Modelle zur Bewältigung des
demografischen Wandels gelten im Gesundheitsbereich die Medizinischen
Versorgungszentren und das Modell Mobile Praxisassistentin nach Vorbild der
DDR-Gemeindeschwester. Zudem berät das Ministerium die Landkreise mit der
Veranstaltungsreihe ¿Regionale Demografie-Werkstatt¿.
Landesentwicklung/Städtebau
Vor dem Hintergrund des
demografischen Wandels spielt auch der konsequente Umbau der Städte eine
zentrale Rolle. Bauminister Dr. Karl-Heinz Daehre legt das Hauptaugenmerk
darauf, insbesondere in den Innenstadtbereichen attraktive Lebens- und
Arbeitsbedingungen zu schaffen. ¿Seit 2006 hat das Land die städtebauliche
Entwicklung in mehr als 180 Kommunen mit rund 300 Millionen unterstützt¿, so
Daehre. Als einen Schwerpunkt der künftigen Arbeit nennt er die Durchführung
der Internationalen Bauausstellung (IBA) in Sachsen-Anhalt. ¿Damit wollen wir
2010 beispielhaft aufzeigen, wie der demografische Wandel als Chance genutzt
werden kann, die Städte zukunftsfähig zu gestalten¿, skizziert Daehre das
Anliegen der IBA.
Verkehr
Eine positive Bilanz zog der
Minister auch mit Blick auf die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur. Die Umsetzung
wichtiger Projekte wie der Neubau der ¿Südharzautobahn¿ A 38 und der
¿Nordharzautobahn¿ B 6n ist gut vorangekommen. Insgesamt hat sich das Bundes-
und Landesstraßennetz in Sachsen-Anhalt in den zurückliegenden zweieinhalb
Jahren um rund 77 auf 6.659 Kilometer erweitert. Rund 170 Millionen Euro sind
in die Instandsetzung sowie den Aus- und Neubau von Straßen in Landkreisen,
Städten und Gemeinden investiert worden. Darüber hinaus ist der Bau von
Radwegen entlang der Bundes- und Landesstraßen mit gut 16 Millionen Euro
gefördert worden. Als vorrangiges verkehrspolitisches Ziel nannte Daehre den
Lückenschluss der A14 von Magdeburg in Richtung Schwerin: ¿Ich gehe davon aus,
dass spätestens im nächsten Jahr Baurecht besteht und mit dem Bau der insgesamt
rund 150 Kilometer langen Autobahntrasse begonnen werden kann.¿
Umwelt/Landwirtschaft/ländlicher Raum
Sachsen-Anhalt setzt auf die
Integration von Umwelt, Landwirtschafts- und Wirtschaftspolitik. Landwirtschafts-
und Umweltministerin Petra Wernicke: ¿Wir reden nicht über Gegensätze,
sondern über ein sinnvolles Miteinander. Dieser Ansatz ermöglicht eine vorausschauende
Politik, mit der wir den enormen Herausforderungen des Klimawandels begegnen
können, ohne die wirtschaftliche Entwicklung zu vernachlässigen.¿
Die integrative Strategie wird
deutlich an vielen konkreten Einzelprojekten:
Die Sanierung von Altlastenflächen
bereitet den Boden für Neuansiedlungen von Industrie und Gewerbe. Von 2006 bis
Oktober 2008 flossen fast 184 Millionen Euro in sieben Ökologische Großprojekte
und zahlreiche ¿kleinere¿ Maßnahmen. Dazu zählen etwa der Bereich der Solvay INFRA
GmbH Bernburg und der Gewerbepark Weißandt-Gölzau.
2007 stellte die Landesregierung
eine Biomassepotentialstudie vor, in der Nutzungsszenarien bis zum Jahr 2020
durchgerechnet wurden. Derzeit wird ein weiterführendes Konzept zum Ausbau der
Biomassenutzung erarbeitet.
Ein im vergangenen Jahr
entwickeltes Klimaschutzkonzept modelliert die Entwicklung des Ausstoßes
schädlicher Klimagase im Land und zeigt Möglichkeiten der Senkung auf. Dieses
Konzept wird jetzt zu einem konkreten Klimaschutzprogramm weiterentwickelt, das
2009 vorliegt und konkrete Maßnahmen zur CO²-Senkung enthält.
Das Landwirtschafts- und
Umweltministerium hat eine Strategie des Landes zum Erhalt der biologischen
Vielfalt vorgelegt, die derzeit zur Diskussion steht.
Bis Ende 2007 wurde die
Lärmkartierung abgeschlossen und damit eine entsprechende EU-Richtlinie
umgesetzt. Sachsen-Anhalt war eines von zwei Bundesländern, deren Erhebungen
uneingeschränkt den gesetzlichen Anforderungen genügte.
Umweltschutz geht nicht ohne
Mitwirkung von Industrie und Handwerk. Im Herbst 2007 wurde ¿ erstmals
unbefristet - eine Vereinbarung zum weiteren Ausbau der Umweltallianz
Sachsen-Anhalt abgeschlossen, in der sich mittlerweile 202 Unternehmen
engagieren, vor zwei Jahren waren es 172.
Das EU-Programm für den ländlichen
Raum (EAGFL) 2000-2006 kann für Sachsen-Anhalt vorfristig erfolgreich
abgeschlossen werden. Es konnten alle geplanten Mittel in Höhe von 764
Millionen Euro abgerufen werden, die rund 35.000 Vorhaben im Schwerpunkt
¿Ländliche Entwicklung¿ zugute kamen. Das ländliche Wegenetz soll weiter
touristisch erschlossen werden, auch für den Fahrradverkehr, damit die
Multifunktionalität im ländlichen Raum erhöht wird.
Justiz
Für Sachsen-Anhalts Justiz sind
effektive Strukturen geschaffen worden. Die Gerichtslandschaft wurde neu
geordnet. In Stendal sind u.a. das zentrale Handelsregister und das zentrale
Vereinsregister des Landes, das Auskunft über die mehr als 17.000 Vereine im
Land gibt, geschaffen worden. In Staßfurt arbeitet das gemeinsame Mahngericht
der drei Mitteldeutschen Länder Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen.
Mahnanträge können damit in allen drei Ländern auch via Internet gestellt
werden. Justizministerin Prof. Dr. Angela Kolb : ¿Der Weg zu einer
modernen Justiz wird konsequent verfolgt.¿
Justizpolitik in Sachsen-Anhalt
ist zudem darauf ausgerichtet, den Schutz vor Straftaten zu verbessern und die
Rechte von Opfern zu stärken. So hat sich Sachsen-Anhalt dafür stark gemacht,
dass rassistische und fremdenfeindliche Straftaten härter bestraft werden. Über
den Bundesrat wurde maßgeblich zudem daran mitgewirkt, dass die Strafverfolgung
von Kinderpornografie verbessert wird. Im Land wurde gemeinsam mit dem
Landesverband für Straffälligen- und Bewährungshilfe ein Konzept entwickelt,
das Beratung und Hilfe für Strafentlassene optimiert.
Im Harz sind erste
¿Schülergremien¿ aufgebaut worden. Geschulte Jugendliche reden mit jungen
Beschuldigten über deren Taten und legen eine Sanktion fest. Die Gremien sind
ins strafrechtliche Ermittlungsverfahren eingebunden. Weiterer Schwerpunkt der
Arbeit des Justizressorts ist die Demokratieförderung: Schülerwettbewerbe und
die mit Partnern realisierte Wanderausstellung ¿Justiz im Nationalsozialismus¿
sind Beispiele für Beiträge zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit dem
Rechtsextremismus.
Für die zweite Hälfte der
Legislaturperiode ist die Neuausrichtung der Strukturen im Strafvollzug und die
Schaffung von Landesgesetzen ein Schwerpunkt. Ein Jugendstrafvollzugsgesetz
liegt seit Ende 2007 vor, Gesetze für den Vollzug von Untersuchungshaft und die
Strafhaft werden folgen. Im Frühjahr 2009 steht die Inbetriebnahme der neuen
Justizvollzugsanstalt Burg an. Das wird Veränderungen in der gesamten
Justizvollzugslandschaft nach sich ziehen und auch zu einer noch stärkeren
Vernetzung in Mitteldeutschland führen. Unter anderem wird der gemeinsame
Frauenvollzug mit Sachsen umgesetzt.
Europapolitik und internationale
Kooperationen
Die bessere internationale
Einbindung Sachsen-Anhalts ist ein zentrales Anliegen von Europaminister
Rainer Robra , der zugleich Chef der Staatskanzlei ist. Sachsen-Anhalts Kooperationen
mit der französischen Region Centre und der polnischen Region Masowien wurden
intensiviert und auf die Bereiche Wirtschaft und Umwelt sowie Wissenschaft und Bildung
ausgeweitet. Aktuell gibt es im Land 124 Städtepartnerschaften mit Europa,
Asien und Amerika.
¿Ein wichtiger Erfolg dieser
Legislaturperiode ist, dass Sachsen-Anhalt bis 2013 in der höchsten
Förderkategorie der EU-Regionalpolitik bleibt¿, so Robra. Rund 3,4 Mrd. Euro
fließen aus den europäischen Fonds ins Land. Auf Robras Initiative ist eine
fondsübergreifende Strategie entwickelt worden, die auf Wachstum und
Beschäftigung ausgerichtet ist. Nach der Komplettsanierung der Landesvertretung
in Brüssel profiliert sie sich immer stärker als ¿Zentrum der Regionen¿. Sie
ist nicht nur ¿Schaufenster¿ für kulturelle, wissenschaftliche und
wirtschaftliche Präsentationen aus Sachsen-Anhalt, hier treffen sich auch
wichtige Entscheidungsträger wie beispielsweise aus dem ¿Netzwerk der
Europäischen Chemieregionen¿, in dem Sachsen-Anhalt den Vorsitz hat.
Medienpolitik
Auch als Medienstandort konnte
sich das Land erfolgreich positionieren. Die beharrliche Entwicklung der
Kreativwirtschaft trägt Früchte: Nationale und internationale Kino- und Fernsehfilme
wurden und werden in Sachsen-Anhalt realisiert, wie ¿The Last Station¿ u. a.
mit Oscar-Gewinnerin Helen Mirren oder ¿Die Päpstin¿ mit Johanna Wokalek.
Mittlerweile sind fast 3.000 Unternehmen in der Kreativwirtschaft
Sachsen-Anhalts tätig. Sie haben mit dem 2007 eröffneten Multimediazentrum in
Halle einen weiteren Kristallisationspunkt für ihre Aktivitäten.
Die 1. Filmmusiktage
Sachsen-Anhalts haben Ende September 2008 die besondere Kompetenz für den
¿guten Ton¿ belegt, über den Sachsen-Anhalt mit dem Tonstudio im Mitteldeutschen
Multimedia-Zentrum, Deutschlands modernste Kinotonmischung - ausgezeichnet mit
der DOLBY Premium Lizenz - , dem Sitz der MDR-Hörfunkzentrale und der
Staatskapelle in Halle verfügt.
Bei den Verhandlungen über den
Rundfunkstaatsvertrag setzt sich Sachsen-Anhalt für eine Präzisierung des
Funktionsauftrages ein: Den öffentlich rechtlichen Medien soll einerseits der
Zugang zum Internet ermöglicht werden, andererseits müssen die Belange der Gebührenzahler
und der anderen Medien gewahrt werden.
Impressum:
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Pressestelle
Hegelstraße 42
39104 Magdeburg
Tel: (0391) 567-6666
Fax: (0391) 567-6667
Mail:
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