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Landesentwicklungsminister
Daehre: Städte in ländlichen Regionen bieten gute Voraussetzungen für mehr
Mitwirkung der Bürger an Entscheidungsprozessen

30.09.2008, Magdeburg – 482

  • Staatskanzlei und Ministerium für Kultur

 

 

 

 

 

Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 482/08

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Staatskanzlei - Pressemitteilung

Nr.: 482/08

 

 

 

Magdeburg, den 30. September 2008

 

 

 

Landesentwicklungsminister

Daehre: Städte in ländlichen Regionen bieten gute Voraussetzungen für mehr

Mitwirkung der Bürger an Entscheidungsprozessen

 

Die so genannten Landstädte in Sachsen-Anhalt verfügen

vielfach über sehr gute Voraussetzungen, um sich auf den demografischen Wandel

einzustellen. Zu diesem Schluss kommt die von der Landesregierung im November

2005 in Auftrag gegebene Studie ¿Ländliche Lebensmodelle junger Menschen und

Familien in Sachsen-Anhalt¿, über die Landesentwicklungsminister Dr. Karl-Heinz

Daehre heute das Kabinett informierte. ¿Gerade die Überschaubarkeit und die

Direktheit der zwischenmenschlichen Beziehungen bieten viele Möglichkeiten, gut

funktionierende Netzwerke zu entwickeln und die Bürger noch intensiver an den

Entscheidungsprozessen in ihrer Stadt zu beteiligen¿, nannte der Minister einen

der wesentlichen Vorteile.

 

Als beispielgebendes Projekt hob Daehre das Zusammenspiel

von bürgerschaftlichem Engagement, Wirtschaft und Schule in dem Projekt ¿Jugendhaus

Weißenfels¿ hervor. Durch die Zusammenarbeit werde Jugendlichen schon

frühzeitig vermittelt, ihre Region als Lebens-, Wohn- und Arbeitsort zu

entdecken, um die Bindung der Kinder und Jugendlichen an ihre Heimatstadt zu stärken.

Die Verbindung zwischen Schule und Wirtschaft spiele hier eine große Rolle bei

der Sicherung des Fachkräftenachwuchses.

 

Sieben Zentrale Orte standen als Modellkommunen zur

Verfügung. Es ging bei diesem Projekt vor allem darum, wie diese Kommunen für

junge Familien noch attraktiver gemacht werden können, um Gründe für eine mögliche

Abwanderung zu nehmen und optimale Voraussetzungen für die Erfüllung

vorhandener Kinderwünsche zu bieten. Das Spektrum der vor Ort entstandenen Ideen

reichte dabei von Kind-Eltern-Zentren und Mehrgenerationenhäusern über die

Senkung der Schulabbrecherquote durch engere Vernetzung mit der örtlichen

Wirtschaft bis hin zur Nutzung bzw. Umnutzung von leer stehenden öffentlichen Gebäuden

für kulturelle und soziale Zwecke.

 

¿Die Ergebnisse des Projektes gilt es nun, auf andere Orte

im ländlichen Raum zu übertragen¿, sagte Minister Daehre. Schwerpunkte bildeten

hier die Zentralen Orte. In Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Landwirtschaft

und Umwelt sollen im Rahmen eines Demografie-Coachings auch andere Zentrale

Orte in die Lage versetzt werden, unter veränderten demografischen Bedingungen

ihre Funktion gegenüber dem Umland als Zentraler Ort entsprechend wahrzunehmen.

Ziel sei es dabei, die jeweilige Stadt in ihrer zentralörtlichen Funktion zu

stärken und die Innenstadtentwicklung sowie die interkommunale Zusammenarbeit

zu unterstützen.

 

Bad Lauchstädt im Saalekreis ist die erste Gemeinde, die

in Zusammenarbeit mit der Landgesellschaft auf diesem Weg begleitet wird. Im November

wird eine Regionalkonferenz in der Region Harz stattfinden, wo den Städten und

Gemeinden dieser Planungsregion ein Angebot zum Demografie-Coaching unterbreitet

wird.

 

Gemeinsam mit der Staatskanzlei, dem Ministerium für

Landwirtschaft und Umwelt und dem Ministerium für Gesundheit und Soziales wird

das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr die erarbeiteten Handlungsempfehlungen

auf andere Städte übertragen.

 

 

 

Zum Hintergrund:

 

Die Studie der Landesregierung Sachsen-Anhalt

¿Zukunftschancen junger Frauen und Familien in Sachsen-Anhalt¿, die im Jahre

2004 abgeschossen wurde, hat im Ergebnis gezeigt, dass nicht nur die harten

Standortfaktoren, wie Arbeitsplätze und Infrastrukturangebote, sondern auch die

weichen Standortbedingungen, wie Kinderbetreuung, kulturelle Angebote, wohnortnahe

Schulversorgung oder ein familienfreundliches Wohnumfeld von großer Bedeutung

für die Ansiedlung von Familien im ländlichen Raum sind.

 

Auf der Grundlage dessen, gab das Ministerium für

Landesentwicklung und Verkehr im Jahre 2005 das Projekt ¿Ländliche

Lebensmodelle junger Menschen und Familien in Sachsen-Anhalt¿ in Auftrag. Das

Projekt sollte Wege aufzeigen, wie das Lebensumfeld von jungen Menschen und Familien

im ländlichen Raum des Landes Sachsen-Anhalt gestärkt werden kann.

 

In sieben Modellorten in Sachsen-Anhalt mit völlig

unterschiedlicher Lage im ländlichen Raum wurden konkrete Lebensformen und

Lebensbedingungen von jungen Menschen und Familien identifiziert, typologisch beschrieben

sowie kommunale und landespolitische Handlungsansätze zu ihrer Stärkung

entwickelt und in konkrete Handreichungen übersetzt.

 

Projektorte:

 

Coswig (Anhalt) ¿ Anschluss des Elberadweges an das

sanierte Ensemble des Klosterhofes.

 

Gerbstedt, Ilsenburg (Harz) ¿ In dem wirtschafllich

aufstrebenden Ort wurde die Einrichtung von Betriebskindergärten debattiert.

 

Mieste ¿ Unterstützung für das Projekt ¿Familie Lokal¿ der

Miester Kirchen, das Familien etliche Angebote unterbreitet.

 

Stendal ¿ Idee eines ehrenamtlich unterstützten

¿Telefondienstes¿ auf privater Basis, wo jeder in der Umgebung anrufen kann und

Hilfe vermittelt bekommt ¿ vom Reparaturservice bis zum Schlüsseldienst.

 

Wanzleben ¿ Unterstützung für die Initiative von Vätern,

einen Burgenspielplatz zu errichten.

 

Weißenfels ¿ Eine Schülerakademie soll besser in

bestehende Netzwerke eingebunden werden.

Projektleitung: nexus Institut für interdisziplinäre Forschung und Kooperationsmanagement,

Berlin

Projektpartner: Hochschule Magdeburg-Stendal (FH),

 

Landgesellschaft

Sachsen-Anhalt mbH

 

Auftraggeber:   Ministerium für

Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt in Zusammenarbeit mit

dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

 

 

 

 

 

Impressum:

 

Staatskanzlei des Landes

Sachsen-Anhalt

Pressestelle

Hegelstraße 42

39104 Magdeburg

Tel: (0391) 567-6666

Fax: (0391) 567-6667

Mail:

staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de

 

 

 

 

 

 

 

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Mail: staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de