Fortschrittsbericht "Aufbau
Ost" für das Jahr 2007
23.09.2008, Magdeburg – 464
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 464/08
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 464/08
Magdeburg, den 23. September 2008
Fortschrittsbericht "Aufbau
Ost" für das Jahr 2007
Erneut deutlich verbesserte Nachweisquote / Hohe
Infrastrukturinvestitionen / Weiter gutes Wirtschaftswachstum
Das Kabinett hat heute den Fortschrittsbericht ¿Aufbau
Ost¿ für das Jahr 2007 beschlossen. Der jährliche Bericht informiert über die
finanzwirtschaftliche Entwicklung von Land und Kommunen und dokumentiert die
Fortschritte des Landes Sachsen-Anhalt beim wirtschaftlichen Aufholprozess
sowie den Einsatz der Solidarpaktmittel.
Das Land und seine Kommunen haben im vergangenen Jahr rund
1,8 Milliarden Euro für Investitionen und Investitionsförderung im Bereich der
Infrastruktur eingesetzt. Schwerpunkte waren vor allem die Bereiche
Hochschulen, Städtebau und Verkehr.
Beim Nachweis der zweckgerechten Verwendung der
Sonderbedarfs-Bundesergänzungszuweisungen (SOBEZ) wurde ein enormer Fortschritt
erzielt. ¿Die Nachweisquote hat sich 2007 gegenüber dem Vorjahr von 45 auf
83 Prozent erhöht¿ , so Finanzminister Jens Bullerjahn.
Mit der am 2. September 2008 vom Kabinett verabschiedeten
Mittelfristigen Finanzplanung 2008 bis 2012 sowie dem bis 2025
fortgeschriebenen Personalentwicklungskonzept mache die Landesregierung
deutlich, dass sie den Konsolidierungskurs konsequent fortsetzen wolle,
unterstrich Bullerjahn. 2007 seien erstmals in der Geschichte des Landes keine
neuen Schulden mehr aufgenommen worden. Ab 2009 setze entsprechend dem bereits
beschlossenen Haushaltsplan 2008/2009 die Tilgung der bestehenden Schulden ein.
Gleichzeitig habe die Landesregierung Vorsorgeinstrumente wie den Pensionsfonds
und die Steuerschwankungsreserve geschaffen, um die Belastung künftiger
Haushalte zu verringern.
Dabei hilft auch die dynamische Entwicklung der
Wirtschaft , wo Sachsen-Anhalt im Vergleichszeitraum 2003 bis 2007 mit dem
zweitstärksten Wachstum des Verarbeitenden Gewerbes in Deutschland (plus
38,9 Prozent) punkten konnte. Beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf erreichte
Sachsen-Anhalt 2007 im gesamtdeutschen Vergleich das fünfstärkste Wachstum. Die
Produktivitätsgewinne lagen mit einem Plus von 5,7 Prozent im mittleren
Bereich. Auch 2007 hatte Sachsen-Anhalt bundesweit die günstigsten
Lohnstückkosten im Verarbeitenden Gewerbe.
Hohe Investitionen in die Infrastruktur 2007
Wie bereits in den Vorjahren konnte auch im Jahr 2007 das Landesstraßennetz Sachsen-Anhalts durch Um- und
Ausbauarbeiten weiter verbessert werden. Inzwischen entsprechen 56 Prozent des
Landesstraßennetzes dem geltenden Standard (2002 noch 40 Prozent).
Auch im Rahmen der Städtebauförderung konnten
weitere Infrastrukturdefizite abgebaut werden. Die eingesetzten Mittel
kamen insbesondere der städtebaulichen Erneuerung sowie der Aufwertung von
Stadtteilen bzw. Stadtquartieren mit überdurchschnittlichen Defiziten zugute.
Dabei ist in erster Linie in weitere Maßnahmen zum Ausbau der Verkehrsinfrastruktur
sowie der kulturellen und sozialen Infrastruktur investiert worden . Im
Mittelpunkt standen hier der kommunale Straßenbau in Sanierungsgebieten
sowie die Erneuerung als auch die Anpassung von Kindertagesstätten und
Schulen an die demografische Entwicklung.
Eine wesentliche Rolle für den weiteren Aufbau Ost wird
auch künftig der Förderung der wirtschaftsnahen Forschung und Entwicklung
zukommen. Für die Schaffung neuer und sicherer Arbeitsplätze ist es erforderlich,
die Umgestaltung der Wirtschaft weiter voranzutreiben. Die Schlüsselrolle bei
der Bewältigung des notwendigen Strukturwandels nehmen die kleinen und mittleren
Unternehmen ein. Das Land Sachsen-Anhalt fördert daher aktiv marktorientierte
Innovationsprozesse, die mit einem hohen wirtschaftlichen und technischen
Risiko verbunden sind. Im Mittelpunkt stehen vor allem Projekte des
produzierenden Gewerbes und der produktionsnahen Forschungsdienstleistungen aus
den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau/ Automotive,
Chemie/ Neue Werkstoffe, LifeScience (Biotechnologie, Pharmazie und
Medizintechnik) sowie den Querschnittsbranchen Nanotechnologie,
Mikrosystemtechnologie und Informations- und Kommunikationstechnologie/
Automation/ Logistik.
Mit den Investitionen in Wissenschaft und Forschung
wurde ein weiterer Beitrag zur Entwicklung des Wirtschaftsstandorts
Sachsen-Anhalt geleistet. Das Land verfügt über sieben staatliche Hochschulen,
davon zwei Universitäten und eine Kunsthochschule, sowie mehrere außeruniversitäre
Forschungseinrichtungen, alle mit sehr guten Bedingungen hinsichtlich der
Ausstattung, der Betreuungsrelation und der Möglichkeit eines schnellen und
qualifizierten Abschlusses. Im Jahr 2007 wurden in die Ausstattung der
Hochschulen mit Großgeräten und den Hochschulbau im Rahmen der
Hochschulbauförderung gut 100 Mio. Euro investiert. Darüber hinaus wurden
24 Mio. Euro aus EU-Mitteln im Hochschulbau investiert.
Sachsen-Anhalt kommt wirtschaftlich weiter voran
Auch vor dem Hintergrund eines turbulenten
weltwirtschaftlichen Umfeldes hat sich die Aufwärtsentwicklung der Wirtschaft
in Deutschland und in Sachsen-Anhalt fortgesetzt. Vor allem die gute
Industriekonjunktur und eine positive Entwicklung bei den unternehmensnahen
Dienstleistungen sorgen für ein robustes Wachstum. Die volkswirtschaftlichen
Indikatoren zeigen an, dass sich das Land im gesamtdeutschen Vergleich weiter
gut entwickelt. Im
Ergebnis der bisherigen Entwicklung Sachsen-Anhalts hat sich der noch
bestehende wirtschaftliche Rückstand gegenüber dem Bundesdurchschnitt weiter
verringert.
Zum Hintergrund:
Bund und Länder haben sich zum Nachweis der pauschal
bereitgestellten Sonderbedarfs-Bundesergänzungszuweisungen (SOBEZ) auf ein Berechnungsschema
zum Nachweis der Mittelverwendung im Nachhinein verständigt. Dabei spielt die
Höhe der jährlichen Neuverschuldung bzw. Nettotilgung eine maßgebliche Rolle,
da diese von den anzurechnenden Investitionen abgezogen wird bzw. diese im
Falle einer Tilgung erhöht[1].
Entsprechend diesem Rechenschema erreicht Sachsen-Anhalt
2007 eine Nachweisquote von 83 Prozent und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr
(45 Prozent) deutlich verbessert. Mit dem Einstieg in die Tilgung wird künftig
mit einer weiteren Verbesserung der Quote gerechnet, um künftig zu den Ländern
aufzuschließen, die bereits einen 100%-igen Nachweis vorlegen können. Voraussetzung
ist, dass die Investitionen des Landes und der Kommunen trotz zurückgehender Drittmittel
(insbesondere der EU) und sinkender SOBEZ auf hohem Niveau gehalten werden
können. Ein vollständiger Nachweis könnte nach Schätzungen des Finanzministeriums
voraussichtlich für den Zeitraum des Doppelhaushaltes 2010/2011 erreicht
werden.
Hinzuweisen ist auch auf die Bewertung des Investitionsbegriffs
für den Beitrag zum Aufbau Ost. In der Koalitionsvereinbarung von CDU und SPD
wurde bereits festgehalten:
¿... werden die Koalitionspartner in diesem Zusammenhang
nicht nach dem vielfach vertretenen Motto handeln, dass öffentliche Konsumausgaben
grundsätzlich als eher schlecht, öffentliche Investitionsausgaben hingegen als
durchweg gut angesehen werden. Diese Sichtweise greift deutlich zu kurz. Eine
verantwortungsvolle Politik hat den realen Gegebenheiten vor Ort Rechnung zu
tragen. Das bedeutet, dass zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben Konsumausgaben,
wie z. B. für Bildung, ebenso notwendig und zukunftswirksam sein können wie
Investitionen.¿
Dennoch wird die Landesregierung weiter für ein hohes
öffentliches Investitionsniveau Sorge tragen. Im Hinblick auf den hohen
Schuldenstand des Landes bleibt noch einiges zu tun, um die übernommenen
Erblasten weiter abzubauen und die Annäherung an die Vergleichsländer im Westen
Deutschlands zu schaffen. Dazu leisten die Solidarpaktmittel einen
unverzichtbaren Beitrag. Nur dadurch werden die neuen Länder auch künftig ein
deutlich höheres Investitionsniveau halten können.
Impressum:
Staatskanzlei des Landes
Sachsen-Anhalt
Pressestelle
Hegelstraße 42
39104 Magdeburg
Tel: (0391) 567-6666
Fax: (0391) 567-6667
Mail:
staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de
[1] Dies lässt sich damit
begründen, dass in den Vorjahren kreditfinanzierte Investitionen nunmehr über
die Tilgung nachträglich Berücksichtigung finden können.
Impressum:
Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt
Pressestelle
Hegelstraße 42
39104 Magdeburg
Tel: (0391) 567-6666
Fax: (0391) 567-6667
Mail: staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de






