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Diebstahl von Baumaschinen und Baufahrzeugen
nimmt zu / Erben fordert Kennzeichnungspflicht

05.09.2008, Magdeburg – 221

  • Ministerium für Inneres und Sport

 

 

 

 

 

 

 

 

Ministerium des Innern - Pressemitteilung Nr.: 221/08

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ministerium des Innern - Pressemitteilung Nr.: 221/08

 

 

 

Magdeburg, den 5. September 2008

 

 

 

 

 

Diebstahl von Baumaschinen und Baufahrzeugen

nimmt zu / Erben fordert Kennzeichnungspflicht

 

Staatssekretärs Rüdiger Erben (SPD) hat ein

positives Resümee einer Fachtagung zum Thema ¿Diebstahl von Baumaschinen und

Baufahrzeugen¿ gezogen, zu der am gestrigen Donnerstag, 04.09.2008, hochrangige

Vertreter von Firmen der Baumaschinen­vermietung, des Bauindustrieverbandes

Sachsen/Sachsen-Anhalt, des Gesamtverbandes der Deutschen

Versicherungswirtschaft sowie der Polizei aus Brandenburg, Sachsen, Thüringen,

Niedersachsen und Sachsen-Anhalt im Innenministerium zusammengekommen waren.

Anwesend war auch der Geschäftsführer eines mittel­ständischen Bauunternehmens

aus dem südlichen Sachsen-Anhalt. Dessen Firma war in den letzten Jahren

wiederholt Opfer von Diebstählen größeren Umfangs, die das Unternehmen fast an

den Rand der Existenz gebracht haben. Er berichtete u. a. auch über seine sehr

positive Zusammenarbeit mit der Polizei.

 

Erben zufolge stellt der Diebstahl von

Baumaschinen und ¿fahrzeu­gen einen von mehreren Schwerpunkten des

Kriminalitätsge­schehens im Land Sachsen-Anhalt dar: ¿Wir mussten allein im

ersten Halbjahr 2008 bereits 105 entwendete Baumaschinen registrieren; fast ein

Viertel mehr gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Noch gravierender stellt sich der

Anstieg bei der Zahl der entwendeten Baufahrzeuge dar: die Zahl der

registrierten Fälle stieg um 41 Prozent von 29 im Jahr 2007 auf nunmehr 41. In

diesen Zahlen sind bereits die unterschlagenen Geräte enthalten. Denn zunehmend

haben es die Vermieter mit Fällen zu tun, in denen die gemieteten Geräte nicht

mehr zurückgegeben werden.¿

 

Bei dem zumeist hochwertigen Diebesgut geht

die Polizei davon aus, dass die Täter gezielt im Auftrag handeln oder über

entsprechende Absatzstrukturen verfügen. Die Höhe des registrierten Schadens be­trug

allein in Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr über 2,6 Millionen Euro. Eine

ähnlich hohe Schadenssumme zeichnet sich auch für das Jahr 2008 ab.

 

Ein Großteil der entwendeten Baufahrzeuge,

bundesweit sind hier insbesondere Radlader und (Klein-)Bagger betroffen, werden

nur wenige Stunden nach der Tat in das europäische Ausland verbracht. Gerade

der Bauboom in osteuropäischen Ländern befördert kriminelle Aktivitäten. In

Polen beispielsweise hat die Polizei zur Bekämpfung dieser Delikte bereits

Sonderermittler eingesetzt.

 

Erben: ¿Genau wie bei der

kürzlich in meinem Hause ausgerichteten Veranstaltung zum Thema des

Buntmetalldiebstahls ist mir die enge Vernetzung aller betroffenen Partner

wichtig. Diesem Deliktfeld lässt sich nur durch eine langfristig angelegte und

intensive Zusammenarbeit entgegentreten. Mit Sicherheit werden wir diese Art

der Veranstaltung fortsetzen und uns die Wirksamkeit der verabredeten Maßnahmen

genau ansehen, um dann bei Bedarf an der einen oder anderen Stelle entsprechend

nachzusteuern.¿

 

Weitere Ergebnisse der Veranstaltung:

 

·

Schaffung eines

Netzwerks zwischen Polizei, Versicherungswirtschaft und Betroffenen mit dem

Ziel eines gemeinsamen Informationsaustauschs,

 

·

insbesondere auf der

örtlichen Ebene Ausbau der Kontakte zwischen speziellen Ansprechpartnern in den

Polizeidienststellen und Baufirmen sowie Vermietfirmen,

 

·

das Landeskriminalamt

Sachsen-Anhalt wird diese Thematik länderübergreifend, insbesondere im

mitteldeutschen Raum und Niedersachsen, zum Gegenstand seiner Arbeit machen,

 

·

Fortschreibung der im

Land bestehenden Konzeption zur Bekämpfung dieses Deliktfeldes.

 

Erben: ¿Besonders wichtig ist

mir die Einführung einer einheitlichen Kennzeichnung von Baumaschinen und

Baufahrzeugen. Hierzu werde ich auf der politischen Ebene alle Möglichkeiten

ausloten. Das, was im Bereich der Personenkraftwagen seit Jahren erfolgreich

praktiziert wird, sollte bei Baufahrzeugen, die meist um ein Vielfaches mehr an

Wert besitzen, erst recht möglich sein. Aufgrund der fehlenden

Kennzeichnungspflicht ist eine Fahndungsausschreibung wenig erfolgreich. Dieser

Zustand ist für mich nicht nachvollziehbar.¿

 

Um den Eigentümern und Nutzern

von Baumaschinen und ¿fahrzeugen Verhaltensweisen im Falle eines Diebstahls

oder einer Unterschlagung an die Hand zu geben, soll demnächst auf den

Internetseiten der Polizei des Landes eine Checkliste veröffentlicht werden.

Dort können dann beispielsweise alle für die Polizei wichtigen Dokumente und

Unterlagen benannt werden, die der Geschädigte im Falle eines Diebstahls

vorlegen sollte, um die Arbeit der Polizei zu unterstützen. Darüber hinaus soll

ein Dokument zum Herunterladen angeboten werden, welches Eigentümern die

Möglichkeit einräumt, alle für die Fahndung wichtigen Angaben zum Gegenstand

einzutragen. Dieses Dokument kann dann an einem sicheren Ort bei den

Begleitpapieren zur Baumaschine oder zum Baufahrzeug aufbewahrt werden.

 

In jedem Fall ist es jedoch

wichtig, sich im Falle eines Diebstahls sofort an die Polizei zu wenden, damit

sich so schnell wie möglich Fahndungsmaßnahmen anschließen können.

 

Statistische Angaben entnehmen Sie bitte der Anlage.

 

 

 

 

 

 

 

Impressum:

 

Verantwortlich: Martin Krems

Pressestelle

Halberstädter Straße 2 / Am Platz des 17. Juni

39112  Magdeburg

Tel: (0391) 567-5504/-5516/-5517

Fax: (0391) 567-5520

Mail:

Pressestelle@mi.sachsen-anhalt.de

 

 

 

 

 

 

 

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