Minister und Bundesagentur werten
Befragungen aus
Gutes Zeugnis für BRAFO: Modellprojekt zur Berufsorientierung wird zunächst bis
2012 fortgesetzt
01.09.2008, Magdeburg – 175
- Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung
Ministerium für Wirtschaft und Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 175/08
Ministerium für Wirtschaft und
Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 175/08
Magdeburg, den 29. August 2008
Minister und Bundesagentur werten
Befragungen aus
Gutes Zeugnis für BRAFO: Modellprojekt zur Berufsorientierung wird zunächst bis
2012 fortgesetzt
BRAFO
hat das erste Schuljahr erfolgreich absolviert. Wirtschaftsminister Dr. Reiner
Haseloff, Kultusminister Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz sowie der Vorsitzende
der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der
Bundesagentur für Arbeit, Max-Volker Dähne, stellten dem Projekt zur
frühzeitigen Berufsorientierung heute ein gutes Zeugnis aus. BRAFO ( B erufswahl
R ichtig A ngehen F rühzeitig O rientieren) ist ein
bundesweit einmaliges Gemeinschaftsprojekt des Landes Sachsen-Anhalt sowie der Regionaldirektion
Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit. Es richtet sich an
Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klassen der Sekundar- und Gesamtschulen,
die im Rahmen des Schulunterrichts an jeweils vier Praxistagen einzelne
Berufsfelder erkunden können. Für Schüler mit besonderem Unterstützungsbedarf
können auch Praktika in Unternehmen mit sozialpädagogischer Begleitung
außerhalb der Schulzeit vereinbart werden. Träger des landesweiten Projektes
sind regionale Bildungszentren vor Ort.
BRAFO
startete im September 2007 für landesweit 183 Sekundar- und Gesamtschulen sowie
Schulen in freier Trägerschaft ¿ das sind 98 Prozent der Einrichtungen dieser
Schulformen im Land. Rund 7.800 Schülerinnen und Schüler waren beteiligt. ¿Eine
qualifizierte Berufswahl ist das Ergebnis eines sorgfältigen
Entscheidungsprozesses, der deshalb frühzeitig beginnen und kontinuierlich
begleitet werden muss¿, sagte Kultusminister Olbertz. ¿Die erste Auswertung hat
gezeigt, dass BRAFO der richtige Weg ist, um Jugendliche frühzeitig und
systematisch an die Berufswahl heranzuführen¿, betonten Haseloff und Dähne. ¿Die
landesweiten Befragungen von Schülern, Lehrern und Projektträgern haben jedoch
auch Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt, die in der nächsten Projektphase
umgesetzt werden¿, fügte Haseloff hinzu. Dies betreffe vor allem die
Neustrukturierung der bisherigen Berufsfelder, die künftig in vier Kategorien
eingeteilt werden.
¿Die
vier neuen Kategorien umfassen Dienstleistungs- und Logistikberufe,
Verwaltungs- und Sozialberufe, gewerblich-technische Berufe sowie Bauhandwerk/Grüne
Berufe¿, erläuterte Dähne. Künftig wählen die Schüler aus jeder Kategorie ein
Berufsfeld aus. Damit wollen wir Interesse für ein möglichst breites
Berufswahlspektrum wecken und den Jugendlichen zeigen, dass es mehr als die
geschlechtertypischen Mainstream-Berufe wie Kfz-Mecha-troniker oder
Bürokauffrau gibt.¿ Um die für sie richtige Berufswahl treffen zu können,
benötigten die Jugendlichen viele Erfahrungen. ¿Eine frühzeitige Berufsorientierung
ist der Schlüssel, um künftig Ausbildungsabbrüche, Perspektivlosigkeit und
letztlich auch Arbeitslosigkeit zu vermeiden¿, sagte Dähne. ¿Die frühzeitige,
fundierte Berufswahl gibt vielen Schülern auch die Motivation, sich in der
Schule anzustrengen und ihre Noten in den entscheidenden Fächern und damit auch
ihre Chancen auf dem Ausbildungsmarkt zu verbessern.¿
¿Die
Befragung der Lehrkräfte zeigt, dass BRAFO bereits im ersten Schuljahr
erfolgreich wirksam ist¿, betonte Kultusminister Olbertz. ¿Deshalb werden wir
dieses bundesweit einmalige Projekt über das Jahr 2009 hinaus verlängern und zunächst
bis 2012 fortsetzen.¿ Die Finanzierung dafür sei durch den Haushalt des
Kultusministeriums sowie durch die zunächst bis 2010 laufende Kofinanzierung
durch die Bundesagentur für Arbeit abgesichert. Inhaltlich bleibe aber das
Wirtschaftsministerium federführend. ¿Eine erfolgreiche Berufswahlvorbereitung
bedarf der Zusammenarbeit zwischen Schule, Agentur für Arbeit, Wirtschaft und
Elternhaus¿, sagte Minister Olbertz. Ein wichtiges Element für den Erfolg von BRAFO war auch die
sozialpädagogische Betreuung der Schülerinnen und Schüler. Hilfe und
Ermunterung seien besonders dort wichtig, wo das Elternhaus nicht helfen kann.
¿Die Schülerinnen und Schüler müssen spüren¿, so Olbertz, ¿dass sie bei einer
so wichtigen Entscheidung für ihr Leben Hilfe und Unterstützung erfahren.¿
Die
Befragung der Projektträger ergab ein großes Interesse der Schüler an
denjenigen Berufen, die seit Jahren die Hitliste der beliebtesten Ausbildungsberufe
anführen. ¿Bei den Jugendlichen liegen diejenigen Berufe im Trend, die in den
Medien und im täglichen Leben stark präsent sind. Bei Jungen sind das Berufe
aus den Bereichen Metall/Elektro/Installationstechnik sowie
Bau/Holz/Farbe/Raumgestaltung, bei Mädchen dominieren die Berufsfelder
Gesundheit/Soziales/Kosmetik/Körperpflege sowie Hotel/Gaststätten/Haus-wirtschaft/Ernährung.
Dagegen werden wenig bekannte Berufe wie etwa in der industriellen Fertigung
kaum angestrebt¿, sagte Haseloff. Ein wichtiges Ziel von BRAFO bestehe jedoch
darin, den Jugendlichen Erfahrungen in allen wesentlichen Berufsfeldern zu
ermöglichen. Deshalb werden der Projektansatz leicht verändert und die Berufe
in vier Kategorien eingeteilt. ¿Dies soll auch dem Fachkräftemangel bei weniger
populären Berufen entgegenwirken.¿
Die
Schülerbefragung habe ergeben, dass mehr als drei Viertel der Jugendlichen
wussten, was sie nach erfolgreichem Schulabschluss tun wollten, sagte Dähne.
¿Rund ein Fünftel hatte noch keine Vorstellung, dabei lag der Anteil bei
Hauptschulklassen höher als bei Realschulklassen.¿ Bemerkenswert sei, dass sich
viele Jugendliche außerhalb ihrer beruflichen Vorstellungen ausprobiert hätten.
¿Das zeigt, dass BRAFO den Blick der Jugendlichen über die bereits vorhandenen
Interessen hinaus ausdehnt¿, schätzte Dähne ein. Um dies zu verstärken, müsse
den Jugendlichen das gezielte Ausprobieren in den verschiedenen Wunschberufen
noch weiter erleichtert werden ¿ etwa durch ein breites, einheitliches Angebot
an Berufsfeldern überall im Land und durch
eine verstärkte sozialpädagogische Betreuung.
¿BRAFO leistet schon jetzt in vielen Regionen einen
wichtigen Beitrag für den Einstieg in den Berufswahlprozess¿, ist Dähne stolz.
Viel wichtiger sei aber, dass das Projekt nicht als ein für sich allein
stehendes Angebot verstanden wird, sondern die Ergebnisse von den Eltern und
der Schule für den individuellen Berufswahlprozess der Schüler weiterentwickelt
werden. ¿Zum Beispiel können Eltern einen sehr guten Beitrag leisten, indem sie
ihre Kinder unterstützen, das angebotene freiwillige Praktikum in den Firmen zu
nutzen. So eröffnet man den Schülern schon frühzeitig die Chancen in den
Unternehmen der Region und ebnet den Weg zu einem Ausbildungsplatz¿, empfiehlt
Dähne.
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