Feuerwehren rückten zu fast 28.000 Einsätzen
aus/
Innenminister stellt Jahresbericht 2007 vor
13.08.2008, Magdeburg – 207
- Ministerium für Inneres und Sport
Ministerium des Innern - Pressemitteilung Nr.: 207/08
Ministerium des Innern -
Pressemitteilung Nr.: 207/08
Magdeburg, den 13. August 2008
Feuerwehren rückten zu fast 28.000 Einsätzen
aus/
Innenminister stellt Jahresbericht 2007 vor
Hövelmann: ¿Bei der Sicherheit wird es keine
Abstriche geben¿
Sachsen-Anhalts
Feuerwehren wurden im vergangenen Jahr zu insgesamt 27.827 Einsätzen gerufen
(2006: 29.116). Das geht aus dem Feuerwehrjahresbericht 2007 hervor, den
Innenminister Holger Hövelmann (SPD) am heutigen Mittwoch vorstellte. Im Einzelnen
rückten die Feuerwehren zu 6.708 Bränden (8.841), 17.495 Hilfeleistungen
(16.454) und 3.624 sonstigen Einsätzen (3.821) aus. Insgesamt wurden 272.285
Einsatzstunden geleistet. 2.349 Personen wurden durch die Feuerwehren vor zum
Teil lebensbedrohenden Gefahren gerettet, 204 Personen mussten tot geborgen
werden.
Hövelmann sprach
insbesondere den Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren für ihren
aufopferungsvollen Einsatz Dank und Annerkennung aus. ¿In 1.688 Freiwilligen
Feuerwehren, drei Berufsfeuerwehren und 18 Werkfeuerwehren beweisen in
Sachsen-Anhalt über 39.300 Kameradinnen und Kameraden bei Bränden,
Verkehrsunfällen und anderen Schadensereignissen ihre Einsatzbereitschaft durch
schnelle und fachlich kompetente Hilfeleistungen.¿
Beispiele 2007
·
Der Auffahrunfall auf der Bundesautobahn A 14 am
18. Juni 2007, der zum schwersten Busunglück seit 15 Jahren in der
Bundesrepublik Deutschland wurde und bei dem 13 Personen getötet sowie 35
Personen verletzt wurden. Hier waren 177 Kameraden der Feuerwehr und des
Rettungsdienstes im Einsatz.
·
Das Orkantief Kyrill forderte am 18. Januar 2007
den fast flächendeckenden Einsatz der Feuerwehren zur Beseitigung von
Sturmschäden.
·
Am 15. April 2007 brannte eine Lagerhalle im
ehemaligen Möbelwerk Thale. Menschen kamen nicht zu Schaden. Hier waren drei
Freiwillige Feuerwehren über Stunden zur Brandbekämpfung im Einsatz.
·
Der Brand in der Landsberger Brauerei am 13.08.2007
forderte den Einsatz von 70 Feuerwehrleuten aus allen Landsberger
Ortsfeuerwehren.
Laut Hövelmann beweise
die Auswertung der Einsätze, dass weiterhin leistungsfähige Feuerwehren in
allen Städten und Gemeinden benötigt werden. Schwere Verkehrsunfälle, eine
steigende Anzahl von Gefahrguttransporten oder auch folgenschwere
Naturereignisse lassen die Anforderungen an das Personal und die Ausrüstung
ständig steigen. ¿Unser Gefahrenabwehrsystem muss auf diese komplexen
Gefahrensituationen ausgerichtet sein, um auch weiterhin angemessen reagieren
zu können. Oftmals sind bei Einsätzen Menschenleben in Gefahr - da können wir
uns keine Abstriche leisten! So werden wir auch künftig von dem im
Brandschutzgesetz geforderten Zeitkriterium für die Organisation der Feuerwehren
nicht abweichen. Die Feuerwehren sollen in der Regel innerhalb von 12 Minuten
nach der Alarmierung in vorgegebener Stärke an der Einsatzstelle eintreffen¿,
unterstrich der Minister.
Angesichts der
demografischen Entwicklung bekräftigte Hövelmann die existentielle Bedeutung
der Nachwuchsgewinnung für die künftige Einsatzfähigkeit der Feuerwehren. Mit
Stand 31. Dezember 2007 gab es in Sachsen-Anhalt 991 Jugendfeuerwehren, in
denen 8.579 Kinder und Jugendliche, darunter 2.511 Mädchen, mit Begeisterung
bei der Sache waren. Im Gegensatz zum Vorjahr (9.431) bedeutet dies einen
deutlichen Mitgliederschwund um mehr als 850 Kinder und Jugendliche.
Hövelmann: ¿Der
maßgebliche Garant zur nachhaltigen Sicherung des in Sachsen-Anhalt gut
ausgebauten Brandschutz- und Hilfeleistungssystems sind die Feuerwehren. Es ist
keine Frage, dass dieses System auch in Zukunft leistungsfähig bleiben muss.
Eine der Hauptaufgaben muss deshalb in der Absicherung der personellen
Leistungsfähigkeit unserer Feuerwehren liegen.¿
Hövelmann machte
deutlich, dass Brandschutz und Hilfeleistung Aufgaben der Gemeinden sind und
die Feuerwehren als gemeindliche Einrichtungen zur Erfüllung dieser kommunalen
Pflichtaufgabe von herausragender Bedeutung sind. ¿Eine Gemeinde darf es
deshalb nicht allein den Feuerwehren überlassen, sich ihren Nachwuchs durch
Mitgliederwerbung selbst zu sichern¿, so der Minister. ¿Das ist eine Aufgabe
der ganzen kommunalen Gemeinschaft.¿
Im Jahr 2007
wurden vom Land finanzielle Zuwendungen an die Städte und Gemeinden für die
kommunale Aufgabe Brandschutz in Höhe von 3,5 Mio. Euro bereitgestellt. So
konnten unter anderem 20 Neufahrzeuge angeschafft und 14 Neu- oder
Umbaumaßnahmen von oder an Feuerwehrhäusern realisiert werden.
Darüber hinaus
wurden vom Land für das laufende Jahr zusätzliche Gelder in Höhe von 2,5
Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um die Feuerwehren im Land bis Ende
dieses Jahres flächendeckend mit digitaler Alarmtechnik auszurüsten. Hövelmann:
¿Mit der notwendigen technischen Modernisierung lassen wir die Kommunen nicht
allein.¿
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