Verkehrsminister Daehre: Bundesregierung
ignoriert bei Bahnprivatisierung die Interessen der Länder
10.07.2008, Magdeburg – 75
- Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr
Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr - Pressemitteilung Nr.:
075/08
Ministerium für Landesentwicklung
und Verkehr - Pressemitteilung Nr.: 075/08
Magdeburg, den 10. Juli 2008
Verkehrsminister Daehre: Bundesregierung
ignoriert bei Bahnprivatisierung die Interessen der Länder
Sachsen-Anhalts Verkehrsminister
Dr. Karl-Heinz Daehre hat sich enttäuscht gezeigt über den Umgang der
Bundesregierung mit dem Gesetzentwurf des Bundesrates zur Teilprivatisierung
der Deutschen Bahn. ¿Die berechtigten Interessen der Länder sind ignoriert und
leichtfertig beiseite geschoben worden¿, kritisierte Daehre, der gegenwärtig
auch den Vorsitz der Verkehrsministerkonferenz innehat. Diese Verfahrensweise
lasse vermuten, dass die Länder auch bei der Erarbeitung der so genannten
Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung zwar pro forma beteiligt würden,
praktisch jedoch keinerlei Mitgestaltungsmöglichkeit hätten.
Daehre geht davon aus,
dass die Ausgestaltung der Bahnprivatisierung die Länderverkehrsminister bei
ihrer Herbsttagung am 7./8. Oktober in Dessau erneut beschäftigen wird. ¿Weil
wir mit den Auswirkungen der Bahnprivatisierung ganz unmittelbar konfrontiert
werden, müssen wir unsere Interessen auch deutlich formulieren¿, sagte er.
Die Länder drängen u.a.
darauf, einen Teil der Privatisierungserlöse in den Ausbau und die Sicherung
des Schienennahverkehrs zu investieren. Ferner sollen in der Leistungs- und
Finanzierungsvereinbarung, die der Bund mit der Bahn abschließen will, konkrete
Qualitätskriterien festgelegt und die jährlichen Finanzzuweisungen verbindlich
geregelt werden.
Darüber hinaus fordern die
Länder, für den Schienenfernverkehr ein bestimmtes Angebot zu gewährleisten, um
negative Auswirkungen auf den Nah- und Regionalverkehr zu verhindern. Gutachter
hatten davor gewarnt, dass eine mit der Privatisierung verbundene stärkere
Gewinnorientierung dazu führen könnte, dass die Bahn vor allem in rentable Fernstrecken
investiert, weniger profitable Fernverbindungen und die Instandhaltung der
Nahverkehrsnetze dagegen vernachlässigt werden.
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