Wernicke: Reformpläne der
EU-Kommission gehen zu Lasten ostdeutscher Agrarbetriebe
20.05.2008, Magdeburg – 64
- Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie
Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt - Pressemitteilung Nr.:
064/08
Ministerium für Landwirtschaft und
Umwelt - Pressemitteilung Nr.: 064/08
Magdeburg, den 20. Mai 2008
Wernicke: Reformpläne der
EU-Kommission gehen zu Lasten ostdeutscher Agrarbetriebe
Magdeburg. Landwirtschaftsministerin Petra Wernicke hat die
Vorschläge der EU-Kommission zur Agrarreform kritisiert. Sie sagte heute in
Magdeburg, die geplanten Beihilfekürzungen gingen vor allem zu Lasten großer
Betriebe und damit zu Lasten der ostdeutschen Landwirtschaft. Mit einem
Gesundheitscheck habe dies nichts zu tun. Die EU-Kommission stellt ihre Pläne
heute in den EU-Mitgliedsstaaten vor.
Im
Kern der Reform steht die Umschichtung der Mittel von den Direktzahlungen an
die Landwirte hin zu den Maßnahmen der ländlichen Entwicklung. Dabei wird eine
Kürzung der Direktzahlungen auf zwei Wegen vorgeschlagen. Die obligatorische
Modulation, die derzeit 5% beträgt, soll in 4 Jahresschritten von jeweils 2% um
insgesamt 8% bis 2012 angehoben werden. Zahlungen von bis zu 5.000 ¿ sind
davon ausgenommen.
Darüber
hinaus wird ein progressives Modulationselement eingeführt: In Abhängigkeit von
der Höhe der Direktzahlungen, die ein Unternehmen erhält, sollen zusätzliche
Gelder eingesammelt werden. Die Progressionsgrenzen sieht die Kommission bei
100.000, 200.000 und 300.000¿. Eine Kürzung ist in diesen Stufen von 3%, 6% und
9% vorgesehen.
Wernicke:
¿Hier wird nicht Agrarpolitik, sondern Strukturpolitik betrieben. Die Reform
2003 wurde mit mehr Markt und weniger Eingriff vom Staat begründet. Die
heutigen Vorschläge sind eine Abkehr.¿
Die
Landwirte erhielten Direktzahlungen, weil sie gesellschaftlich wertvolle
Leistungen erbringen, bei der Produktqualität ebenso wie bei der Erhaltung von
Kulturlandschaften. Diese Leistungen seien bei einem großen Unternehmen je
Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche genauso zu erbringen wie bei einem
kleinen.
Die
Kommissionsvorschläge würden für die Landwirte in Sachsen-Anhalt ein Minus von
cirka 43 Mio. ¿ bedeuten. Hinzu kommt die derzeit geltende Modulation, mit
der bereits 19 Mio. ¿ zu Lasten landwirtschaftlicher Direktzahlungen
umgeschichtet werden.
Die
Landwirtschaftsministerin befürchtet außerdem eine Verteilungsdiskussion
zwischen den Bundesländern. Zwar sollen die zusätzlichen Mittel im
Mitgliedsstaat verbleiben, aber unter den Bundesländern ist die Verteilung noch
nicht geklärt. Wernicke fordert: ¿Die Mittel müssen in den Regionen verbleiben,
wo sie eingesammelt werden.¿
Frau
Wernicke: ¿Dabei gibt es durchaus Stellschrauben, die es sich zu drehen lohnt.
Beispielsweise soll Bürokratie abgebaut werden. Ich unterstütze die Agrar-Kommissarin
auch, wenn sie sich gegen eine weitere Anhebung der Milchquote stark macht.¿
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