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Erste Studie zur Holzwirtschaft
in Sachsen-Anhalt

09.04.2008, Magdeburg – 34

  • Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie

 

 

 

 

 

Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt - Pressemitteilung Nr.:

034/08

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ministerium für Landwirtschaft und

Umwelt - Pressemitteilung Nr.: 034/08

 

 

 

Magdeburg, den 9. April 2008

 

 

 

Erste Studie zur Holzwirtschaft

in Sachsen-Anhalt

 

 

 

 

 

Magdeburg. Sachsen-Anhalts Holzindustrie hat

in den vergangenen Jahren einen deutlichen Sprung nach vorn gemacht. Seit 1998

hat sie ihren Jahresumsatz um über 30 Prozent auf jetzt rund 1,8 Milliarden

Euro erhöht. Das zeigt eine erstmals für Sachsen-Anhalt erstellte Bestandsaufnahme

des Forst-, Holz- und Papierbereiches. Die Clusterstudie, die heute (7. April)

in Magdeburg der Fachwelt vorgestellt wurde, erarbeiteten im Auftrag des

Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt die Nordwestdeutsche Forstliche

Versuchsanstalt und die Universität Göttingen.

 

Die Vorstellung der Studie nutzte

Landwirtschafts- und Umweltministerin Petra Wernicke zur Verleihung des

Rohholzmobilisierungspreises Sachsen-Anhalt.

 

Sachsen-Anhalt ist laut Studie das

Bundesland mit den größten Investitionen in die holzverarbeitende Industrie in

den vergangenen zehn Jahren. Die rund 2.300 umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen

 im Clusterbereich beschäftigen rund 18.000 Frauen und Männer. Zum Cluster

Forst und Holz zählen laut EU-Definition die Forstwirtschaft,

Holzbearbeitung/-verarbeitung, Papiergewerbe, Verlags- und Druckgewerbe,

Baugewerbe mit Holz und Holzhandel.

 

Wernicke sagte: ¿Dem Holz gehört

die Zukunft. Es ist vielseitig verwendbar und es wächst nach. Die

Einsatzmöglichkeiten für Holz werden dank neuer Technologien, etwa der

Leimbindertechnologie, immer breiter. Wälder brauchen aber auch Zeit zum

Wachstum. Der Bedarf am Rohstoff Holz ist in den letzten Jahren enorm

gestiegen. Die Clusterstudie zeigt deutlich, dass wir mit dieser Ressource

sorgfältig und weitsichtig umgehen müssen.¿

 

Sie betonte: ¿A und O ist die

naturnahe Bewirtschaftung.¿ Die Studie gehe in einer 30-Jahre-Rechnung bei

dieser nachhaltigen Bewirtschaftungsform von einem Anstieg des Holzvorrates

aus. Bei einer ertragsorientierten Waldnutzung nehmen die Holzvorräte dagegen

in der Modellrechnung stark ab.

 

Die Studie zeige auch, dass die

Potenziale im Land in großem Umfang ausgeschöpft seien: ¿Holz ist angesichts

der kräftig gestiegenen Nachfrage ein knapper Rohstoff geworden¿, sagte die

Ministerin. Zwar gäben gerade die kleineren Privatwälder und Baumarten wie

Birke, Weide und Pappel noch einiges her. Dies würde aber bei weitem nicht

reichen, wollte man Holz etwa auch energetisch nutzen. Daher lege die Studie

nahe, auch Kurzumtriebsplantagen aufzubauen.

 

Mittlerweile herrscht in

Sachsen-Anhalt ein Holzbedarf jährlich von annähernd fünf Millionen Festmetern.

Dieser kann nur zu einem Teil aus den Wäldern des Landes bedient werden.

Wernicke weiter: ¿Die Nachfrage ist so stark gestiegen, dass die stoffliche und

die energetische Verwertung von Holz konkurrieren. Unter dem Gesichtspunkt der

Nachhaltigkeit sollte der stofflichen Verwertung der Vorrang eingeräumt werden.

Die Verfasser der Studie legen auch nahe, künftig auf die Förderung eines

weiteren Ausbaus der Kapazitäten zu verzichten.¿

 

Die Ministerin kündigte eine

Nachfolgestudie an, die die Möglichkeiten der energetischen Verwertung von Holz

untersuchen soll. Damit gehe man zwar über die vorgegebenen Cluster-Bereiche

hinaus. Doch übe die energetische Verwertung einen nicht unerheblichen Einfluss

auf die Rohstoffströme und den Bedarf insgesamt aus.

 

Preise für die besten

Rohholz-Mobilisierer

 

Ministerin Wernicke vergab im

Rahmen der Vorstellung der Studie die erstmals von der AG

¿Rohholzmobilisierung¿ ausgeschriebenen Preise.

 

In der Kategorie ¿Forstbetriebsgemeinschaftsvorsitzender¿

gewann Harald Deutsch von der Forstbetriebsgemeinschaft Osterburg. Den Preis in

der Kategorie ¿Forstbetriebsgemeinschaftsvorstand¿ erhielt die FBG

¿Hans-Jochen-Winkel¿ mit dem Vorsitzenden Werner Faeske. Ausgezeichnet wurde in

der Kategorie ¿Revierleiter/in¿ Frau Scymczak aus dem Forstbetrieb Anhalt für

ihre langjährige hervorragende Arbeit und Herr Schleth für sein Engagement bei

der Beseitigung der durch ¿Kyrill¿ 2007 verursachten Schäden. Die Preise sind

insgesamt mit 9.000 Euro dotiert.

 

Hintergrund:

 

24,1 Prozent der Fläche

Sachsen-Anhalts ist von Wald bedeckt, das sind rund 492.000 Hektar. Der

bundesweite Durchschnitt liegt bei 31 Prozent. Die wirtschaftlich wichtigsten

Baumarten sind Kiefer, Fichte, Eiche und Buche. Der Holzvorrat in

Sachsen-Anhalt beläuft sich auf etwa 110 Millionen Kubikmeter, 1990 waren es 98

Millionen.

 

Zum Cluster:

 

Von den Wirtschaftsabteilungen des Clusters Forst und Holz hatte die Abteilung Papiergewerbe mit 590 Mio. ¿ den höchsten Jahresumsatz. Dieser entspricht einem Anteil von 33 % am Gesamtumsatz des Clusters (vgl. Abb. 5). Weiterhin gehören die Holzbe- und -verarbeitung mit

505 Mio. ¿ (28 %) und das Baugewerbe mit Holz mit 293 Mio. ¿

(17 %) zu den umsatzstärksten Abteilungen des Clusters. Von den drei Abteilungen werden annähernd 80 % des Gesamtumsatzes des sachsen-anhaltischen

Clusters Forst und Holz erwirtschaftet.

 

 

 

Prozentualer Anteil der Wirtschaftsbereiche am

Gesamtumsatz des Clusters Forst und Holz in Sachsen-Anhalt im Jahr 2005 (Statistisches

Landesamt Sachsen-Anhalt 2007)

 

Der Umsatz des neuen Holzwerkstoffwerkes in

Nettgau, ist, bedingt durch den niedersächsischen Unternehmenssitz des Betriebes, in der Umsatzsteuerstatistik Sachsen-Anhalts nicht ausgewiesen. Eine entsprechende Berücksichtigung des Betriebs­umsatzes würde die angesprochene Umsatzsteigerung dieser

Branche nochmals deutlich erhöhen.

 

 

 

 

 

Impressum:

 

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