Innenminister nimmt Stellung zur Überprüfung
des Disziplinarverfahrens gegen einen leitenden Beamten der früheren PD Halle
13.03.2008, Magdeburg – 50
- Ministerium für Inneres und Sport
Ministerium des Innern - Pressemitteilung Nr.: 050/08
Ministerium des Innern - Pressemitteilung
Nr.: 050/08
Magdeburg, den 13. März 2008
Innenminister nimmt Stellung zur Überprüfung
des Disziplinarverfahrens gegen einen leitenden Beamten der früheren PD Halle
Hövelmann will Polizei-Beschwerdestelle
einrichten
Eine Zentrale Beschwerdestelle
Polizei will Innenminister Holger Hövelmann (SPD) als Instanz außerhalb der klassischen
Dienstwege und als Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger einrichten.
Das gehört zu den Schlussfolgerungen, die der Minister heute in einer Sitzung
des Innenausschusses des Landtages aus der Überprüfung eines
Disziplinarverfahrens gegen einen leitenden Beamten der früheren
Polizeidirektion Halle zieht. ¿Erfolgreiche Polizeiarbeit lebt von der
Akzeptanz der Gesellschaft und auch vom Vertrauen, dass die Opfer von
Verbrechen ihr entgegen bringen¿, so Hövelmann. ¿Transparenz, Öffnung und Dialog
sind die Voraussetzung dafür, solche Akzeptanz immer wieder neu zu gewinnen.¿
Das am 17. Februar 2005 eingeleitete
Disziplinarverfahren hatte sich gegen einen Polizeioberrat gerichtet, der
während einer Dienstbesprechung zum Tod von Oury Jalloh in Polizeigewahrsam
gesagt hatte: ¿Schwarze brennen eben mal länger.¿ Für den Urheber des Spruches
endete das Disziplinarverfahren mit einem Verweis und damit mit der mildesten
möglichen Ahndung.
¿Wie nicht anders zu erwarten, kann
dieses Verfahren in der Sache nicht mehr neu aufgenommen werden¿, so Hövelmann.
Auch für andere Beteiligte gebe es keine Anhaltspunkte für
Disziplinarverfahren. ¿Dass es Polizeibeamte gibt, die solch zynische,
menschenverachtende Bemerkungen abgeben, empört mich auch jetzt noch. Dass es
danach fast zwei Jahre dauerte, um in einem Disziplinarverfahren zu einer
Entscheidung zu kommen, dafür habe ich kein Verständnis.¿
Die Polizeidirektion Halle hatte am
11. Dezember 2006 einen Verweis vorgeschlagen, dem das Innenministerium am 19.
Dezember 2006 zustimmte.
Hövelmann kündigte ¿grundlegende
Schlussfolgerungen¿ aus dem Vorgang an: ¿ Die
Auseinandersetzung mit ausländerfeindlichem Denken und Handeln in der Polizei
ist eine Führungsaufgabe. Die zeitnahe Aufarbeitung von Vorfällen wie dem in
Halle liegt in der unmittelbaren Verantwortung der Behördenleitung. Diese
Verantwortung werde ich einfordern.¿
Der Innenminister sprach sich für
eine weitere Öffnung der Polizei für den Dialog mit der Gesellschaft und für
die Sichtweise der Opfer von Verbrechen aus. ¿In den letzten Monaten hat es
viele Vorschläge gegeben, wie eine solche Öffnung aussehen kann. Diese Ideen
wollen wir aufgreifen. Wir wollen deshalb den Aufgabenkatalog des
Landespräventionsrates so erweitern, dass er einen ständigen Dialog zwischen Polizei
und Gesellschaft organisieren und sicherstellen kann. Beim Landespräventionsrat
wollen wir eine Zentrale Beschwerdestelle Polizei einrichten, die für Anliegen
sowohl von Polizistinnen und Polizisten als auch von Bürgerinnen und Bürgern
offen steht.¿
Zur
Mitwirkung in der Zentralen Beschwerdestelle Polizei sollen nach den Worten des
Ministers neben Mitarbeitern des Innenministeriums auch Vertreter des
Hauptpersonalrates der Polizei, des Weißen Rings, der Mobilen Opferberatung und
des Landespräventionsrates eingeladen werden. Sie solle mit einer
Geschäftsstelle sowie mit Prüfungs- und Vorschlagsrechten ausgestattet werden.
Hövelmann: ¿Die Zentrale Beschwerdestelle Polizei kann und darf die Instrumente
des Beamtenrechts nicht ersetzen. Wir schaffen damit eine Möglichkeit, die
Arbeit der Polizei im Konfliktfall sachlich zu überprüfen und dabei die
gesellschaftlichen Kräfte kontinuierlich einzubeziehen, die ein legitimes
Interesse an einer leistungsfähigen, effektiven, demokratisch verankerten
Polizei haben.¿
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