Sachsen-Anhalt will Bundesratsinitiative zur
Angleichung der Kraftstoffsteuer in der Europäischen Union auf den Weg bringen
05.02.2008, Magdeburg – 62
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 062/08
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 062/08
Magdeburg, den 5. Februar 2008
Sachsen-Anhalt will Bundesratsinitiative zur
Angleichung der Kraftstoffsteuer in der Europäischen Union auf den Weg bringen
Die Landesregierung will eine Bundesratsinitiative
zur Angleichung der Steuern für Kraftstoffe in der Europäischen Union (EU) starten.
Der vom Ministerium für Wirtschaft und Arbeit - in Zusammenarbeit mit dem Finanz-
und Verkehrsministerium - erarbeitete Entschließungsantrag soll in den
Bundesrat eingebracht werden. Das hat das Kabinett heute im Grundsatz
beschlossen. Auf der Ebene der Staatskanzleien soll vor der Einbringung in den
Bundesrat eine Abstimmung der Länder erfolgen, um der Initiative, die bisher
von Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern getragen wird, eine
breite Mehrheit zu sichern.
Hintergrund ist das große Gefälle bei der
Besteuerung von Kraftstoff innerhalb der EU. So liegt die deutsche
Energiesteuer auf gewerblichen Dieselkraftstoff (ohne Umsatzsteuer) mit rund
470 Euro pro 1.000 Liter 55 Prozent über dem EU-Mindeststeuersatz von 302 Euro
und erheblich über den Energiesteuern der meisten anderen EU-Länder. Die sehr
erheblichen Unterschiede bei den nationalen Steuersätzen tragen wesentlich zu
den entsprechend unterschiedlichen Kraftstoffpreisen in der EU bei, was
wiederum den so genannten ¿Tanktourismus¿ fördert: International tätige oder in
Grenznähe zu einem Niedrigsteuerland ansässige Spediteure nutzen die
Unterschiede zwischen den nationalen Steuersätzen/ Kraftstoffpreisen aus, indem
sie in den EU-Mitgliedstaaten mit den niedrigsten Steuern/ Kraftstoffpreisen
tanken. Kleine und mittelständische, im Binnenland ansässige Unternehmen sind
dazu meist nicht in der Lage.
Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff sagte: ¿Das
Steuergefälle innerhalb der EU führt bei Dieselkraftstoff auf dem
liberalisierten Binnenmarkt für die kraftstoffintensive Wirtschaft,
insbesondere für den gewerblichen Güterkraftverkehr, zu nicht hinnehmbaren
Wettbewerbsverzerrungen, die die heimische Wirtschaft erheblich belasten. Der
damit einhergehende ,Tanktourismus¿ führt zu deutlichen Umweltbelastungen, da
die Transportunternehmen Mehrstrecken in Kauf nehmen, um von den niedrigeren
Steuersätzen in den benachbarten EU-Mitgliedstaaten zu profitieren.¿
In der Bundesrepublik verursachte der
¿Tanktourismus¿ bereits im Jahr 2004 einer Studie der Schmid Traffic Service
GmbH zufolge allein im Bereich der Mineralölsteuer Einnahmeverluste in Höhe von
rund 2 Mrd. Euro.
Impressum:
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Pressestelle
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39104 Magdeburg
Tel: (0391) 567-6666
Fax: (0391) 567-6667
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staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de
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