Haseloff zum hessischen
Gesetzesentwurf für den Strommarkt
?Entflechtung des Strommarktes ein Schritt - aber auch Kraftwerksneubau
erleichtern?
24.01.2008, Magdeburg – 12
- Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung
Ministerium für Wirtschaft und Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 012/08
Ministerium für Wirtschaft und
Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 012/08
Magdeburg, den 22. Januar 2008
Haseloff zum hessischen
Gesetzesentwurf für den Strommarkt
¿Entflechtung des Strommarktes ein Schritt - aber auch Kraftwerksneubau
erleichtern¿
Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Dr. Reiner
Haseloff sieht im Vorstoß seines hessischen Amtskollegen Dr. Alois Riehl ¿einen
notwendigen Schritt auf dem Weg zur Stärkung des Wettbewerbs im Energiesektor¿.
Sachsen-Anhalt werde den hessischen Gesetzesentwurf im Bundesrat produktiv aufgreifen.
¿Über den hessischen Vorstoß hinaus halten wir es allerdings für unerlässlich,
zugleich die Marktzutrittsschranken für den Bau neuer Kraftwerke abzubauen¿, so
Haseloff.
Vor dem Hintergrund der beständig steigenden
Strompreise zielt der hessische Gesetzentwurf darauf ab, in der Stromproduktion
für echten Wettbewerb zu sorgen. Dies sei Voraussetzung für sinkende Preise.
Wenn alles andere nicht hilft, solle das Bundeskartellamt einen Zwangsverkauf
von Kraftwerken anordnen können. Echter Wettbewerb zwischen Stromerzeugern ließe
sich nur verwirklichen, wenn die Zahl der Betreiber von Kraftwerken steigt. Ein
verschärftes Wettbewerbsrecht (Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen ¿ GWB) würde
dem Bundeskartellamt - so die hessischen Vorschläge - auch das Recht zubilligen,
Konzerne zum Verkauf von Stadtwerksbeteiligungen zu verpflichten. Dazu fehlen ihm
bislang die rechtlichen Instrumente.
Auch Sachsen-Anhalt sieht, so Haseloff, eine
Hauptursache für steigende Strompreise - neben den staatlich bedingten
steigenden Steuern und Abgaben - im fehlenden Wettbewerb bei der
Stromerzeugung. Deshalb unterstützt das Wirtschaftsministerium auch Forderungen
und Initiativen zur Entflechtung des Strommarktes, der bislang im Wesentlichen
von vier großen Konzernen beherrscht wird, die echten Wettbewerb blockieren.
¿Als gravierendstes Problem für eine preiswerte und ausreichende
Stromversorgung sowie für einen funktionierenden Wettbewerb sehen wir
allerdings den in Deutschland in wenigen Jahren drohenden Engpass bei der
Stromerzeugung¿, betont Haseloff. ¿Gründe dafür sind zum einen der drohende
Atomausstieg, zum anderen der starke, weiter zunehmende Widerstand gegen den
Bau neuer Kraftwerke.¿ Die Bereitschaft zur Investition in den Kraftwerksneubau
ist groß, aber es fehle an geeigneten Standorten. Auch überlange Planungs- und
Genehmigungszeiten - zum Teil 10 Jahre und mehr ¿ behinderten die Investoren erheblich.
Deutschland, so der Minister, könne nicht auf
stetige Überkapazitäten in Nachbarländern spekulieren. Ein Schwerpunkt des
politischen Interesses müsse sich deshalb darauf richten, die
Marktzutrittschancen für den Bau neuer Kraftwerke abzubauen. Das werde sich
positiv auf die Entwicklung des Wettbewerbs auf der Ebene der Stromerzeugung
auswirken. ¿Die hessische Initiative kann eine solche Politik unterstützen,
aber nicht ersetzen¿, meint Haseloff: Seine Begründung dafür: Ein
¿Entflechtungstatbestand¿ im Wettbewerbsgesetz als Sanktion für missbräuchliche
Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung könne dazu beitragen, Marktzutrittsschranken
für den Bau neuer Kraftwerke durch Neuanbieter zu reduzieren. Marktneulinge
müssten dann weniger fürchten, dass marktbeherrschende Altanbieter mit zeitlich
befristeten Niedrigstpreisen für Strom aus abgeschriebenen Kraftwerken versuchten,
Neuinvestoren in die Unwirtschaftlichkeit und damit in die Insolvenz zu
treiben. ¿Deshalb begrüßen wir den hessischen Vorstoß, sehen aber zugleich
darüber hinaus gehenden Handlungsbedarf.¿
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