Programmstart zur Entwicklung des
ländlichen Raums
Wernicke: Eine Milliarde Euro bis 2013
11.12.2007, Magdeburg – 134
- Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie
Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt - Pressemitteilung Nr.:
134/07
Ministerium für Landwirtschaft und
Umwelt - Pressemitteilung Nr.: 134/07
Magdeburg, den 6. Dezember 2007
Programmstart zur Entwicklung des
ländlichen Raums
Wernicke: Eine Milliarde Euro bis 2013
Landwirtschafts-
und Umweltministerin Petra Wernicke hat heute in Magdeburg das Startsignal für
die Umsetzung des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum in
Sachsen-Anhalt gegeben. Wernicke: ¿Nach den Strukturfonds EFRE und ESF gab es
nun den Auftakt für das Programm ELER.¿ Vor über 240 Vertretern aus Politik,
Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Verbänden nannte sie Wachstum,
Beschäftigung und Nachhaltigkeit als wesentliche Ziele bei der Entwicklung des
ländlichen Raums. Sie informierte, dass die Europäische Union (EU) 817 Millionen
Euro für die Förderperiode 2007 bis 2013 aus dem Europäischen
Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) zur
Umsetzung des Programms bereitstellen werde. Mit den für die Kofinanzierung
vorgesehenen Mitteln des Bundes, des Landes und der Kommunen stünden insgesamt
ca. eine Milliarde Euro zur Verfügung.
Weil
die EU-Mittel im Vergleich zur vorherigen Förderperiode um 15 Prozent
zurückgegangen seien, müssten die Mittel noch effektiver eingesetzt werden. Dadurch
sei der integrative Ansatz für die ländliche Entwicklung stärker gefordert als
bisher, so die Ministerin. ELER
stehe damit in besonderer Weise für die neue Generation der EU-Programme. Wernicke:
¿Mit der 2005 initiierten Allianz für den ländlichen Raum hat Sachsen-Anhalt
bereits Vorleistungen aufzuweisen.¿ Die Zusammenarbeit der verschiedenen Sozial,-
Wirtschafts- und Umweltpartner habe sich bewährt. Das habe sich bei der
Erarbeitung der Konzepte für die Integrierte Ländliche Entwicklung (ILEK) und
beim ELER-Programm für Sachsen-Anhalt gezeigt, so die Ministerin.
Wernicke
verwies darauf, dass ca. 90 Prozent der Landesfläche zum ländlichen Raum zählen
und ca. 80 Prozent der Bevölkerung Sachsen-Anhalts außerhalb der urbanen
Zentren lebe. Wernicke: ¿Lebensqualität und Attraktivität des ländlichen Raumes
müssen erhalten bleiben. Deshalb ist die Entwicklung des ländlichen Raumes ein
zentrales Thema und muss als integraler Bestandteil einer Gesamtpolitik
angesehen werden.¿ Wer auf dem Lande lebt, wolle seine Familie rund um gut
versorgt wissen und sollte seinen Lebensunterhalt sichern können. Deshalb sei
es wichtig, die Themen Beschäftigung und Daseinsvorsorge in den Mittelpunkt zu
rücken, so die Ministerin.
Wernicke
bezeichnete das Programm als umfassend. Es beinhalte Maßnahmen des
Hochwasserschutzes ebenso wie die der Infrastruktur, der Bildung, der
Dorferneuerung, der Umsetzung der Natura-2000-Richtlinie und der Europäischen
Wasserrahmenrichtlinie. Dennoch habe Landwirtschaft als Arbeitgeber und für den
Erhalt der Kulturlandschaften eine zentrale Bedeutung. Wernicke: ¿Der ländliche
Raum ist langfristig nur mit einer wettbewerbsfähigen Landwirtschaft stark und
attraktiv.¿
In
diesem Zusammenhang kritisierte sie erneut die Vorschläge der EU-Kommission zum
Gesundheitscheck der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Die Vorschläge
benachteiligten ostdeutsche Agrarunternehmen und Regionen. Eine Degression der
Direktzahlungen und die Erhöhung der Modulation bedeute weniger Geld für die
Landwirte. Das führe dazu, dass die Kaufkraft im ländlichen Raum sinke. Auch in
Bezug auf die nachhaltige Landbewirtschaftung ließe sich kein positiver Effekt
erkennen, so die Ministerin. Wernicke: ¿Betriebsgrößen und Strukturen müssen
der Wettbewerbsfähigkeit und nicht als Ausschlusskriterium dienen.¿
Wernicke
informierte, dass nach der Genehmigung des Entwicklungsprogramms für den
ländlichen Raum in Sachsen-Anhalt durch die Europäische Kommission ein erster
Vorschuss in Brüssel abgefordert würde und erste Bewilligungen erfolgen
könnten. Bereits jetzt würden so genannte Altverpflichtungen aus mehrjährigen
Maßnahmen wie bei Agrarumweltmaßnahmen ausgezahlt werden.
In
den Jahren 2007¿2013 fließen insgesamt rund 3,4 Milliarden Euro aus EU-Fonds
(EFRE, ESF, ELER) in die Förderregion Sachsen-Anhalt. Das Land entwickelt
ausgehend von den regionalen Gegebenheiten und strukturpolitischen
Erfordernissen entsprechende Programme zum wirksamen Einsatz der EU-Fonds und
zur Umsetzung der europäischen Förderstrategie. Dazu wurde erstmals ein Entwicklungsprogramm
für den ländlichen Raum in Sachsen-Anhalt aufgestellt, das die
Förderschwerpunkte von bisher drei Programmen zusammenfasst.
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