Staatssekretär Erben informiert Kabinett zur
Statistik der politisch motivierten Kriminalität:
Statistik wurde korrigiert, vertuscht wird nichts
04.12.2007, Magdeburg – 653
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 653/07
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 653/07
Magdeburg, den 4. Dezember 2007
Staatssekretär Erben informiert Kabinett zur
Statistik der politisch motivierten Kriminalität:
Statistik wurde korrigiert, vertuscht wird nichts
In der heutigen Kabinettssitzung informierte der
Staatssekretär im Innenministerium, Rüdiger Erben, in Vertretung des erkrankten
Innenministers Holger Hövelmann über die Ablösung des Direktors des
Landeskriminalamtes (LKA) und die Statistik der politisch motivierten
Kriminalität in Sachsen-Anhalt. ¿Dass LKA-Direktor Hüttemann um Entbindung von
seinen Aufgaben bat, war die logische Konsequenz aus einem eigenmächtigen
Vorgehen des LKA, das nicht nur fachlich unangemessen, sondern in einem
politisch so sensiblen Bereich auch unverantwortlich war¿, sagte Erben.
Mitarbeiter des LKA hatten im Zeitraum von November
2006 bis März 2007 die Staatsschutzdienststellen der Polizeidirektionen
aufgesucht, um Auslegungshilfen für die Zuordnung von Straftaten zu den
verschiedenen Kategorien in der Statistik der politisch motivierten
Kriminalität zu vermitteln. Diese Auslegungshilfen wichen von der bis dahin in
Sachsen-Anhalt geübten Praxis ab und führten nach eigener Einschätzung des LKA
zu einem Anstieg der Kategorie ¿Straftaten ohne explizite politische Motivation¿
und zu einem entsprechenden Rückgang in der Kategorie rechtsextremer
Straftaten. ¿Die Statistik war dadurch mit dem Vorjahr nicht vergleichbar. Es
bleibt aber festzuhalten, dass alle Delikte von der Statistik erfasst wurden
und selbstverständlich auch verfolgt wurden. Rechte Gewaltstraftaten haben mit
der Problematik ohnehin nichts zu tun, es geht um sogenannte
Propagandadelikte¿, stellte Erben fest.
Der Staatssekretär setzte sich auch mit
verschiedenen Einschätzungen des Vorgangs in der Öffentlichkeit auseinander.
¿Es ist schon erstaunlich, wie manche Leute von Berlin oder München aus die
sachsen-anhaltischen Fachbeamten in gute Staatsschützer oder böse Staatsschützer
einzusortieren vermögen¿, so Erben. ¿Tatsache ist: Die Fachabteilung des
Innenministerium verfolgt seit vielen Jahren, über alle Regierungswechsel
hinweg, eine konsistente Haltung in der Frage der Zuordnung rechtsextremer
Straftaten in die statistischen Kategorien. Das Innenministerium hat das
Vorgehen des LKA weder initiiert oder ermutigt noch Kenntnis davon gehabt. Erst
mit dem Vorliegen der zum 31. August 2007 fortgeschriebenen Statistik wurde
auffällig, dass der starke Rückgang rechtsextrem motivierter Straftaten mit
einem weit überproportionalen Anstieg der Taten ohne explizite politische
Motivation einherging. Das Ministerium hat umgehend Aufklärung vom LKA
verlangt. Nach Vorliegen des LKA-Berichts hat der Minister die sofortige
Rückkehr zur bisherigen Verfahrensweise verfügt und für eine umfassende Unterrichtung
der Öffentlichkeit gesorgt.¿
Zu jüngsten Veröffentlichungen, die sich mit
Äußerungen von Beamten des Innenministeriums in einer Dienstberatung im
Dezember 2006 auseinandersetzen, erklärte Erben: ¿Wer das nunmehr abgestellte
Vorgehen des LKA mit der routinemäßigen Überprüfung der Statistik zum Jahresende
und der Bereinigung von Fehlern vermischen will, unternimmt den durchsichtigen
Versuch, vor der ersten öffentlichen Beratung des Untersuchungsausschusses die
Stimmung anzuheizen. Ohne jede inhaltliche Grundlage das pflichtgemäße Handeln
der beteiligten Beamten zu desavouieren, finde ich schäbig. Selbstverständlich
muss für eine sorgfältige Statistik darauf geachtet werden, dass keine
Ereignisse aufgenommen werden, die die einschlägigen Straftatsdefinitionen
nicht erfüllen. Bereinigungen dieser Art gab es immer und wird es auch künftig
geben.¿
Die Stärkung des polizeilichen Staatsschutzes sei
auch Teil der Polizeistrukturreform, unterstrich der Staatssekretär: ¿Schon vor
dem Wirksamwerden der neuen Strukturen zum 1. Januar 2008 wurde der
polizeiliche Staatsschutz erheblich verstärkt. Neben den Fachkommissariaten in
den Polizeidirektionen entstehen zusätzliche Dienstposten vor Ort in den Polizeirevieren.
Gegenüber den bisherigen Strukturen wächst der Personaleinsatz ohne
Landeskriminalamt landesweit von 80 auf etwa 180 Dienstposten an.¿
Impressum:
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Pressestelle
Hegelstraße 42
39104 Magdeburg
Tel: (0391) 567-6666
Fax: (0391) 567-6667
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staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de
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