Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in
Halberstadt / Verbandsanhörung geplant /
Hövelmann: Sinnvolle Auslastung einer Landeseinrichtung
15.11.2007, Magdeburg – 330
- Ministerium für Inneres und Sport
Ministerium des Innern - Pressemitteilung Nr.: 330/07
Ministerium des Innern - Pressemitteilung Nr.: 330/07
Magdeburg, den 15. November 2007
Sperrfrist : Donnerstag, 15.11.2007, Beginn der
Rede
Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in
Halberstadt / Verbandsanhörung geplant /
Hövelmann: Sinnvolle Auslastung einer Landeseinrichtung
Innenminister
Holger Hövelmann (SPD) hat in der heutigen Landtagssitzung die geplante
Einrichtung einer Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in den Räumen der
Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber (ZASt) in Halberstadt als ¿sinnvolle
Auslastung einer Landeseinrichtung¿ bezeichnet: ¿Die ZASt verfügt über eine
gute sächliche und personelle Infrastruktur und ist insoweit für die Aufnahme
und Unterbringung von Asylbewerbern bestens geeignet.¿
Hövelmann
unterstrich, selbst während der stärksten Belegung der ZASt, die Anfang der
90er-Jahre bei über 1.200 Personen lag, sei es nicht zu gravierenden Problemen
wie etwa fremdenfeindlichen Übergriffen gekommen: ¿Vor einer Dramatisierung
möchte ich deshalb warnen. Auch ein polizeilicher Schwerpunkt im Zusammenhang
mit dem Aufenthalt der Ausländer dort ist bis heute nicht erkennbar.¿
Der
Minister informierte darüber, dass das Vorhaben Gegenstand eines sorgfältigen
Anhörungsverfahrens sein werde: ¿Derzeit wird die Anhörung der Liga der freien
Wohlfahrtsverbände und des Flüchtlingsrats durchgeführt. Gelegenheit zur
Stellungnahme erhielten bereits die Integrationsbeauftragte der
Landesregierung, die kommunalen Spitzenverbände sowie die beteiligten Behörden
und Dienststellen.
Vertreter
des Runden Tisches gegen Ausländerfeindlichkeit habe ich zu einem Gespräch im
Dezember zu mir eingeladen.¿
Momentan
zeichne sich ab, dass hinsichtlich einzelner Personengruppen, vor allem
schulpflichtiger Kinder und ihrer Familien, noch vertiefte Prüfungen
erforderlich sind, sagte Hövelmann weiter: ¿Unnötige Härten wie mehrfachen
Schulwechsel innerhalb kürzerer Zeiträume wollen wir vermeiden. Ob noch weitere
Ausnahmen angebracht sind, wird letztlich in Auswertung der Verbandsanhörung zu
entscheiden sein.¿
Hintergrund:
Bereits seit einigen Jahren ist
bundesweit ein kontinuierlicher Rückgang des Zugangs von Asylbewerbern zu
verzeichnen. Kamen im Jahr 2001 noch etwas mehr als 88.000 Asylbewerber nach
Deutschland, so waren es im Jahr 2006 nur noch gut 21.000 Asylantragsteller.
Dieser Trend spiegelt sich natürlich auch im Land wieder. So wurden in
Sachsen-Anhalt im Jahr 2001 noch knapp 3.800 Asylbewerber aufgenommen, während
im Jahr 2006 weniger als 1.000 Asylbewerber zu verzeichnen waren. Diese
Entwicklung führte zu einer wesentlichen Unterbelegung der Erstaufnahmeeinrichtung
des Landes für Asylbewerber, der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber (ZASt)
in Halberstadt. Nach dem Asylverfahrensgesetz hat jedes Land eine solche
Erstaufnahmeeinrichtung vorzuhalten.
Vor
diesem Hintergrund ist geplant, ab Januar 2008 eine Gemeinschaftsunterkunft in
den Räumlichkeiten der ZASt einzurichten, in der neu in Sachsen-Anhalt aufgenommene
Ausländer, die einen Asylantrag stellen, für die Zeit des Asylverfahrens,
höchstens jedoch für ein Jahr untergebracht werden sollen. Erst danach erfolgt
die Verteilung in die Landkreise und kreisfreien Städte.
Nach
Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, das für die Entscheidung
über Asylanträge zuständig ist, entschied das Amt in den Jahren 2005 und 2006
über 90 Prozent der Anträge im Laufe eines Jahres nach Antragstellung, bei über
70 Prozent fiel eine Entscheidung bereits innerhalb der ersten drei Monate.
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