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Präventionsprogramm bewährt sich in der
Praxis
Gemeinsames Vorgehen von drei Ministerien gegen hohe Zahl von Ausbildungsabbrüchen

18.09.2007, Magdeburg – 485

  • Staatskanzlei und Ministerium für Kultur

 

 

 

 

 

 

 

 

Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 485/07

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Staatskanzlei - Pressemitteilung

Nr.: 485/07

 

 

 

Magdeburg, den 18. September 2007

 

 

 

Präventionsprogramm bewährt sich in der

Praxis

Gemeinsames Vorgehen von drei Ministerien gegen  hohe Zahl von Ausbildungsabbrüchen

 

Das Mitte 2006 vom Landeskabinett

beschlossene Präventionsprogramm zur Verringerung von Ausbildungsabbrüchen ist

inzwischen zum groß angelegten Gemeinschaftsprojekt des Kultus-, Sozial- und

Wirtschaftsministeriums gewachsen. Wie Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff

heute dem Kabinett berichtete, wurde unter Federführung des Ministeriums für

Wirtschaft und Arbeit ein ganzes Bündel von Projekten und gemeinsamen

Initiativen angeschoben. ¿Wichtig für den Erfolg ist aus unserer Sicht, dass es

sich hier nicht um Einzelaktivitäten der Ministerien handelt, sondern dass alle

Initiativen aufeinander aufbauen und somit Vernetzungen und Synergien

ermöglichen¿, betonte Haseloff. Er verwies darauf, dass das Präventionsprogramm

wesentlicher Bestandteil des Paktes für Ausbildung im Land 2007-2010 ist.

 

Bei der Berufswahl, so Haseloff, verhalten

sich Jugendliche nach wie vor sehr konservativ. Die zehn am häufigsten

gewählten Ausbildungsberufe sind seit Jahren konstant. Begehrt bei Mädchen sind

Büro-, Einzelhandels- und Dienstleistungsberufe. Bei den Jungen führt

Kfz-Mechatroniker die Wunschliste an. Aber für nur 30 Prozent der Bewerber wird

aus dem ¿Traumberuf¿ auch der Ausbildungsberuf.

 

Selbst für ¿Traumberufe¿ gilt allerdings,

dass Jugendliche oftmals von den realen Anforderungen der Ausbildung überrascht

werden. Entsprechend hoch ist die Abbrecherquote. Laut Berufsbildungsbericht

2006 wurden 22,5 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse vorzeitig gelöst, davon

knapp die Hälfte (44 Prozent) im ersten Lehrjahr. Begründet wird das vorrangig

mit anderen Vorstellungen vom Ausbildungsberuf, mit zu schwieriger praktischer

und theoretischer Ausbildung, unaufholbaren Lücken in der Allgemeinbildung,

unangemessenem Sozialverhalten und fehlender Motivation.

 

Alle am Berufsbildungsprozess beteiligten

Institutionen präferieren deshalb eine frühzeitige und breit angelegte

Berufsorientierung. Jugendliche sollen Einblicke in viele Berufsfelder

erhalten, damit sich ihr Wahlspektrum erweitert, und sie sollen zugleich

erfahren, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten bei der beruflichen Ausbildung

erwartet werden.

 

Vor diesem Hintergrund wurde das

Hauptaugenmerk der Maßnahmen und Handlungsfelder auf die berufliche

Frühorientierung gelegt. Exemplarisch dafür steht das Projekt BRAFO (Berufswahl

richtig angehen frühzeitig orientieren) zur frühzeitigen Berufsorientierung in

Sekundar- und Gesamtschulen. Mit diesem Schuljahr wird erstmals landesweit und

flächendeckend der Kontakt von Schülern der 7. und 8. Klassen zu Unternehmen

und beruflichen Bildungsträgern intensiviert. Alle Schüler dieser Klassenstufen

erhalten die Möglichkeit, zur ¿Interessenerkundung¿ an vier Tagen zu je

sechs Stunden in Werkstätten von Bildungsträgern bis zu vier Berufsfelder  zu erleben und durch Ausprobieren auch zu

erkunden. Daraus abgeleitet werden die weiteren Schritte zur Berufswahlentscheidung

in einer Zielvereinbarung mit den Schülern festgehalten. Ergänzt wird dieses

Pflichtmodul durch zusätzliche betriebliche Berufswahlpraktika . Für die

Klassen 7 bis 9 wird ein Berufswahlpass eingeführt, der alle berufsvorbereitenden

Schritte des Schülers dokumentiert und später bei der Berufsberatung vorgelegt

wird.

 

Intensiviert werden diese Bemühungen um eine

frühzeitige und umfassende Berufsvorbereitung durch die Aufnahme von Wirtschaftsthemen in den

Unterricht , gezielte Weiterbildung 

von spezialisierten Lehrkräften und die Landesarbeitsgemeinschaft

SchuleWirtschaft.

 

Kultus- und Sozialministerium haben darüber

hinaus gemeinsame Programme zur Reduzierung der Schulabbrecherquote

verabschiedet. Sie zielen auf den Abbau individueller Schwächen einzelner

Schülerinnen und Schüler, um sie später in der Berufsausbildung nicht scheitern

zu lassen.

 

Die gewerblichen Kammern haben zudem in

diesem Jahr Ausbildungsstellencoaches etabliert und eine regionale

Ausbildungsbetreuung aufgebaut. Sie sind in Berufsschulen und Unternehmen

präsent und wollen durch Gespräche mit Auszubildenden und deren Eltern helfen,

Ausbildungsabbrüchen vorzubeugen. Wie sich bereits zeigte, sind viele Ausbildungsabbrüche

durch rechtzeitiges Erkennen der Problemlage und Abbau dieser Probleme

vermeidbar.

 

 

 

 

 

Impressum:

 

Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt

Pressestelle

Hegelstraße 42

39104 Magdeburg

Tel: (0391) 567-6666

Fax: (0391) 567-6667

Mail:

staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de

 

 

 

 

 

 

 

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