Fortschrittsbericht "Aufbau Ost"
für das Jahr 2006: Verbesserte Nachweisquote und hohe
Infrastrukturinvestitionen in Sachsen-Anhalt / Erneut Spitzenplatz bei
Wirtschaftswachstum im Osten
04.09.2007, Magdeburg – 450
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 450/07
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 450/07
Magdeburg, den 4. September 2007
Fortschrittsbericht "Aufbau Ost"
für das Jahr 2006: Verbesserte Nachweisquote und hohe
Infrastrukturinvestitionen in Sachsen-Anhalt / Erneut Spitzenplatz bei
Wirtschaftswachstum im Osten
Das Kabinett hat heute den
Fortschrittsbericht ¿Aufbau Ost¿ für das Jahr 2006 beschlossen. Der Bericht
informiert über die finanzwirtschaftliche Entwicklung von Land und Kommunen und
dokumentiert die Fortschritte des Landes
Sachsen-Anhalt beim wirtschaftlichen Aufholprozess und Einsatz der
Solidarpaktmittel.
Das Land und seine Kommunen
haben im vergangenen Jahr rund 1,9 Milliarden Euro für Investitionen und
Investitionsförderung im Bereich der Infrastruktur eingesetzt. Schwerpunkte
waren vor allem die Bereiche Hochschulen, Städtebau und Verkehr.
Ministerpräsident
Prof. Dr. Wolfgang Böhmer
unterstrich: ¿Sachsen-Anhalt ist auf gutem Weg. Wir haben nicht nur einen
deutlichen Schritt hin zu einer verbesserten Nachweisquote bei den
Sonderbedarfs-Bundesergänzungszuweisungen gemacht, die von 36 auf 45 Prozent gestiegen
ist. Mit dem heute vom Kabinett verabschiedeten Personalentwicklungskonzept und
der Mittelfristigen Finanzplanung sowie dem Doppeklhaushalt 2008/2009
signalisieren wir deutlich, dass wir den Konsolidierungskurs konsequent
fortsetzen wollen. Dabei hilft uns auch die dynamische Entwicklung der
Wirtschaft, wo Sachsen-Anhalt im Vergleichszeitraum 2002 bis 2006 mit dem
stärksten Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Deutschland punkten konnte (plus 10,6 Prozent).¿
Hohe
Investitionen in die Infrastruktur 2006
Wie bereits im Vorjahr konnte auch im Jahr 2006 das Landesstraßennetz Sachsen-Anhalts durch Um-
und Ausbauarbeiten weiter verbessert werden. Inzwischen entsprechen 54 Prozent
des Landesstraßennetzes dem derzeitigen Standard (2002 noch 40 Prozent).
Auch im Rahmen der Städtebauförderung konnten weitere Infrastrukturdefizite
abgebaut werden. Die eingesetzten
Mittel kamen insbesondere der städtebaulichen Erneuerung sowie der Aufwertung
von Stadtteilen bzw. Stadtquartieren mit überdurchschnittlichen Defiziten
zugute. Dabei ist in erster Linie in weitere Maßnahmen zum Ausbau der
Verkehrsinfrastruktur sowie der kulturellen und sozialen Infrastruktur
investiert worden. Im Mittelpunkt stand hier der kommunale Straßenbau in Sanierungsgebieten sowie die Erneuerung
als auch die Anpassung von Kindertagesstätten und Schulen an die demografische
Entwicklung.
Eine wesentliche Rolle für den
weiteren Aufbau Ost wird auch künftig der Förderung
der wirtschaftsnahen Forschung und Entwicklung zukommen. Für die
Schaffung neuer und sicherer Arbeitsplätze ist es erforderlich, die
Umgestaltung der Wirtschaft weiter voranzutreiben. Die Schlüsselrolle bei der
Bewältigung des notwendigen Strukturwandels nehmen die kleinen und mittleren
Unternehmen ein. Diese Unternehmen benötigen für die Erlangung, Erhaltung und
Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit sowie für betriebliches Wachstum in
erhöhtem Maße Produkt- und Verfahrensinnovationen.
Mit den Investitionen in Wissenschaft und Forschung wurde ein Beitrag zur Entwicklung
des Wirtschaftsstandorts Sachsen-Anhalt geleistet. Das Land verfügt über sieben
staatliche Hochschulen, davon zwei Universitäten und eine Kunsthochschule,
sowie mehrere außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, alle mit sehr guten
Bedingungen hinsichtlich der Ausstattung, der Betreuungsrelation und der
Möglichkeit eines schnellen und qualifizierten Abschlusses. Im Jahr 2006 wurden
in die Ausstattung der Hochschulen mit Großgeräten und den Hochschulbau im
Rahmen der Hochschulbauförderung ca. 67 Mio. Euro investiert. Darüber hinaus
wurden 11 Mio. Euro an EU-Mitteln im Hochschulbau investiert.
Nachweis der erhaltenen Solidarpaktmittel
Bund und Länder haben sich zum
Nachweis der auf der Grundlage des Solidarpaktfortführungsgesetzes pauschal
bereitgestellten Sonderbedarfs-Bundesergänzungszuweisungen (SOBEZ) auf ein
Berechnungsschema zum Nachweis der Mittelverwendung im Nachhinein verständigt.
Dabei spielt die Höhe der jährlichen Neuverschuldung eine maßgebliche Rolle, da
diese von den anzurechnenden Investitionen abgezogen wird. Entsprechend diesem
Rechenschema erreicht Sachsen-Anhalt 2006 eine Nachweisquote von 45 Prozent und
hat sich damit gegenüber dem Vorjahr (36 Prozent) weiter verbessert. Dies ist
jedoch kein Anlass zur Zufriedenheit: Wie Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern es
zeigen, können ohne Neuverschuldung bereits deutlich höhere Quoten erzielt werden.
Dies wird in Sachsen-Anhalt entsprechend dem Entwurf des Doppelhaushaltes
2008/2009 ab 2009 der Fall sein. Bereits 2007 wird jedoch seitens des
Finanzministeriums mit einer deutlichen Verbesserung gerechnet.
Hinzuweisen ist auch auf die
Bewertung des Investitionsbegriffs
für den Beitrag zum Aufbau Ost. In der Koalitionsvereinbarung von CDU und SPD
wurde bereits festgehalten:
¿....werden
die Koalitionspartner in diesem Zusammenhang nicht nach dem vielfach
vertretenen Motto handeln, dass öffentliche Konsumausgaben grundsätzlich als
eher schlecht, öffentliche Investitionsausgaben hingegen als durchweg gut
angesehen werden. Diese Sichtweise greift deutlich zu kurz. Eine
verantwortungsvolle Politik hat den realen Gegebenheiten vor Ort Rechnung zu
tragen. Das bedeutet, dass zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben Konsumausgaben,
wie z. B. für Bildung, ebenso notwendig und zukunftswirksam sein können wie
Investitionen.¿
Dennoch wird die
Landesregierung weiter für ein hohes öffentliches Investitionsniveau Sorge
tragen. Im Hinblick auf den hohen Schuldenstand des Landes bleibt noch einiges
zu tun, um die übernommenen Erblasten weiter abzubauen und die Annäherung an
die Vergleichsländer im Westen Deutschlands zu schaffen. Dazu leisten die
Solidarpaktmittel einen unverzichtbaren Beitrag. Nur dadurch werden die neuen
Länder auch künftig ein deutlich höheres Investitionsniveau halten können.
Sachsen-Anhalt holt wirtschaftlich weiter auf
Trotz der schwierigen Ausgangslage entwickelte sich Sachsen-Anhalt in den
vergangenen Jahren dynamisch. Nunmehr sorgt vor allem die gute
Industriekonjunktur für ein robustes Wachstum. Die volkswirtschaftlichen
Indikatoren zeigen an, dass sich das Land im gesamtdeutschen Vergleich weiter
überdurchschnittlich entwickelt hat.
Im Vergleich des Jahres 2006 gegenüber 2002 hatte
Sachsen-Anhalt
·
das stärkste Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt
pro Kopf in Deutschland (+ 10,6 %),
·
die
zweithöchsten Produktivitätsgewinne bundesweit (+ 9,6 %),
·
das
zweithöchste Wachstum im Verarbeitenden Gewerbe (+ 37,6 %),
·
die
günstigsten Lohnstückkosten im Verarbeitenden Gewerbe
bundesweit.
Im Ergebnis der bisherigen
Entwicklung Sachsen-Anhalts hat
sich der noch bestehende wirtschaftliche Rückstand gegenüber dem Bundesdurchschnitt
weiter verringert. Der Wachstumsvorsprung gegenüber dem Bundesdurchschnitt
betrug zwischen 2002 und 2006 5,7 Prozentpunkte.
Impressum:
Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt
Pressestelle
Hegelstraße 42
39104 Magdeburg
Tel: (0391) 567-6666
Fax: (0391) 567-6667
Mail:
staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de
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