Hövelmann: Wirtschaftsaufschwung stärkt auch
Finanzkraft der Kommunen
01.06.2007, Magdeburg – 131
- Ministerium für Inneres und Sport
Ministerium des Innern - Pressemitteilung Nr.: 131/07
Ministerium des Innern -
Pressemitteilung Nr.: 131/07
Magdeburg, den 1. Juni 2007
Hövelmann: Wirtschaftsaufschwung stärkt auch
Finanzkraft der Kommunen
Erstmals seit 1995 positiver Finanzierungssaldo der kommunalen
Haushalte in Sachsen-Anhalt
Sachsen-Anhalts
Kommunen haben im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit über zehn Jahren mehr
eingenommen als ausgegeben. Die Kassenstatistik weise erstmals seit 1995
wieder einen positiven Finanzierungssaldo aus, teilte Innenminister Holger
Hövelmann (SPD) am heutigen Freitag mit. ¿Das ist ein positives Zeichen für die
Entwicklung in den Städten und Gemeinden¿, kommentierte der Minister. ¿Der
Wirtschaftsaufschwung geht auch an den kommunalen Haushalten nicht vorbei.¿
Die Politik der Konsolidierungspartnerschaft müsse fortgesetzt werden, betonte
Hövelmann: ¿Ausgeglichene kommunale Haushalte sind die Grundlage für weitere
Investitionen und Dienstleistungen im Interesse der Bürgerinnen und Bürger.¿
Im
Vergleich der bereinigten Ist-Einnahmen und -Ausgaben erzielten Landkreise,
Städte und Gemeinden 2006 insgesamt einen Überschuss von 74,1 Millionen Euro.
Allerdings stellt sich die Entwicklung für die verschiedenen kommunalen Gruppen
sehr unterschiedlich dar: Während die kreisfreien Städte weiterhin ein Defizit
von 11,7 Millionen Euro und die Landkreise eines von 53,3 Millionen Euro zu
verkraften haben, erwirtschafteten die kreisangehörigen Städte und Gemeinden
einen Überschuss von 139,1 Millionen Euro. Der Saldo der drei kreisfreien
Städte fällt mit minus 36,9 Millionen in Halle, plus 23,9 Millionen in
Magdeburg und plus 1,3 Millionen in Dessau sehr unterschiedlich aus.
Hövelmann
wies darauf hin, dass die insgesamt positive Entwicklung erreicht werden
konnte, obwohl bundespolitische Entscheidungen im Zusammenhang von Hartz IV die
Kommunen nicht entlastet, sondern die Sozialausgaben um 13,1 Prozent gegenüber
dem Vorjahr hätten ansteigen lassen. Die allgemeinen Zuweisungen des Landes an
die Kommunen seien 2006 um 8,2 Prozent im Vergleich zu 2005 angestiegen.
Als
optimistisch stimmendes Signal bezeichnete der Innenminister die Entwicklung
der gewerbesteuereinnahmen, die
netto um 12 Prozent anstiegen. Die gute konjunkturelle Entwicklung helfe bei
der Stabilisierung der kommunalen Finanzen kräftig mit. Hövelmann verwies
darauf, dass die gestiegene Steuerkraft der Gemeinden zeitversetzt über die
Kreisumlage bei den Landkreisen ankommt. Er warnte aber vor der Einschätzung,
die Gemeinden seien damit ihrer Sorgen enthoben: ¿Bei den Gemeinden unter
20.000 Einwohnern gehen über 40 Prozent der Steuereinnahmen an sechs Gemeinden,
die übrigen teilen sich den Rest.¿ Die sechs einnahmestärksten Gemeinden sind
Steinitz (Altmarkkreis Salzwedel), Barleben (Ohrekreis), Schkopau, Spergau
(beide Landkreis Merseburg-Querfurt), Großkorbetha und Sössen (beide Landkreis
Weißenfels).
Als
deutliches Indiz für die weiterhin stark angespannte Lage vieler kommunaler
Haushalte bezeichnete Hövelmann den Anstieg der - eigentlich für die
Überbrückung kurzfristiger Finanzierungsengpässe gedachten - Kassenkredite um
19,7 Prozent auf nunmehr 958,3 Millionen Euro. Hövelmann: ¿Wir müssen uns
weiterhin gemeinsam anstrengen, aber die Bedingungen werden besser und machen
uns Mut.¿
Einzelheiten
zur Kassenstatistik 2006 können Sie der Anlage entnehmen.
Anlage
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