Innenminister Holger Hövelmann stellt die
Entwicklung der Politisch motivierten Kriminalität für das Jahr 2006 vor
01.03.2007, Magdeburg – 61
- Ministerium für Inneres und Sport
Ministerium des Innern - Pressemitteilung Nr.: 061/07
Ministerium des Innern - Pressemitteilung Nr.: 061/07
Magdeburg, den 1. März 2007
Innenminister Holger Hövelmann stellt die
Entwicklung der Politisch motivierten Kriminalität für das Jahr 2006 vor
- Anzahl
der politisch motivierten Straftaten deutlich zu hoch, aber Anstieg im - - Vergleich zum Vorjahr abgeschwächt
-
Aufklärungsquote bei annähernd 60 %; bei rechten Gewaltdelikten sogar bei 87 %
- Landesregierung legt umfangreiches Maßnahmenpaket
auf und stellt neue Broschüre vor
Innenminister Holger Hövelmann (SPD): ¿Die
politisch motivierte Kriminalität stellt mit einem Anteil von deutlich weniger
als einem Prozent nur einen Bruchteil der allgemeinen Kriminalität dar, ist in
ihrer Bedeutung jedoch keinesfalls zu unterschätzen. Sie wird aber von der
Öffentlichkeit besonders aufmerksam wahrgenommen, da vor allem
rechtsextremistische, ausländerfeindliche und antisemitische Straftaten eine
besonders abstoßende Form antidemokratischen Verhaltens darstellen. Deshalb
müssen wir sie mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen.¿
Der Minister führte weiter aus, dass mit
1.660 politisch motivierten Straftaten ein neuer Höchststand erreicht wurde,
sich die Steigerungsrate im Vergleich zu den Vorjahren jedoch deutlich
abgeschwächt hat. ¿Dies lässt mich mit verhaltener Zuversicht in die Zukunft
blicken¿, so Hövelmann weiter.
Jahre
Anzahl der Delikte insgesamt
Anstieg zu den jeweiligen Vorjahren
2004
901
248 (38,0 %)
2005
1.494
593 (65,8 %)
2006
1.660
166 (11,1 %)
Überwiegend handele es sich im Jahr 2006, wie
in den Vorjahren, um rechtsmotivierte Straftaten, die mit 74,7 Prozent den
Hauptteil darstellen. Linksmotivierte Straftaten nehmen einen Anteil von 17,5
Prozent und politisch motivierte Straftaten durch Ausländer 0,3 Prozent
dieses Deliktfeldes ein. 124 Delikte konnten bisher keinem Phänomenbereich
zugeordnet werden, obwohl eine politische Motivation unterstellt wird. Dies ist
ein Anteil von 7,5 Prozent der polizeilich registrierten Fälle der politisch
motivierten Kriminalität.
Entwicklung
der politisch motivierten Straftaten
2002 bis 2006
Die Zahl der von ¿Rechten¿ begangenen
Straftaten ist um 110 Fälle (+ 9,7%) auf 1.240 Delikte gestiegen. 2005 war hier
noch ein drastischer Anstieg um 372 Fälle (+ 49,1%) zu verzeichnen. Bei den
linksmotivierten Straftaten ist eine Steigerung um 69 Fälle auf 291 Delikte (+
31,1%) festzustellen. Auch hier war 2005 noch ein deutlicher Anstieg um 136
Straftaten (+ 158,1%) zu registrieren.
Motivation
2002
2003
2004
2005
2006
Politisch motivierte Straftaten ¿rechts¿
davon
Þ fremdenfeindliche
Straftaten
Þ antisemitische
Straftaten
618
102
29
571
112
25
758
115
51
1130
136
74
1240
163
54
Politisch motivierte Straftaten ¿links¿
97
75
86
222
291
Politisch motivierte Ausländerkriminalität
7
2
12
20
5
Politisch motivierte Kriminalität insgesamt
754[1]
653[2]
901[3]
1494[4]
1660[5]
Entwicklung der politisch motivierten Gewaltdelikte 2002
bis 2006
Bei den Gewaltstraftaten wurden insgesamt 10
Fälle[6] (+ 5,2 %) mehr als im Vorjahr verzeichnet.
Motivation
2002
2003
2004
2005
2006
Politisch motivierte Gewaltdelikte ¿rechts¿
davon
Þ fremdenfeindliche
Gewaltdelikte
Þ antisemitische
Gewaltdelikte
74
45
2
53
26
2
73
25
2
116
31
3
122
45
1
Politisch motivierte Gewaltdelikte ¿links¿
22
24
16
65
70
Politisch motivierte Gewaltdelikte durch
Ausländer
1
1
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