Kabinett tagte in Merseburg
27.02.2007, Magdeburg – 95
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 095/07
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 095/07
Magdeburg, den 27. Februar 2007
Kabinett tagte in Merseburg
Die Landesregierung ist heute zu einer
auswärtigen Kabinettssitzung in Merseburg zusammengekommen. Unter der Leitung
von Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer wurden im Ständehaus neben
allgemeinen auch regionalspezifische Themen wie die wirtschaftliche
Entwicklung, Infrastrukturmaßnahmen,
die soziale und kulturelle Förderung sowie die Schul- und Hochschulentwicklung
in Merseburg und im Landkreis Merseburg-Querfurt beraten.
Überdurchschnittlich hohes
Wirtschaftswachstum
Der Landkreis Merseburg-Querfurt liegt in
einer der industriell stärksten Regionen Sachsen-Anhalts. Das
Bruttoinlandsprodukt von 3,5 Milliarden Euro (2004 ¿ letzte verfügbare Zahl)
entspricht einem Anteil von 7,5 Prozent an der wirtschaftlichen Gesamtleistung
des Landes. Überdurchschnittlich hoch (6,7 Prozent zwischen 2003 und 2004) sind
das wirtschaftliche Wachstum und die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität.
Das Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen liegt mit 64.317 Euro (2004) weit
über dem Landesdurchschnitt von 47.031 Euro.
Verarbeitendes Gewerbe (30,3 Prozent),
Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung (24 Prozent) und übrige
Dienstleistungsbereiche (41,5 Prozent) prägen das wirtschaftliche Profil. Im
Landkreis sind große Chemie- und Mineralölunternehmen wie Dow Olefinverbund
GmbH, Total Raffinerie, Domo Neuchem und Domo Caproleuna sowie Metallverarbeiter
wie die MCE Industrietechnik Ost ansässig. Neu hinzugekommen sind in den
letzten Jahren im Zuge der Ansiedlungsoffensive der Landesregierung unter
anderem die Merascon GmbH Merseburg und die Quinn Chemicals GmbH Leuna (chemische
Erzeugnisse)sowie die Kartgroup Deutschland GmbH Leuna (Herstellung von
Sanitär- und Haushaltspapierwaren).
Mit dem Geiseltalsee im ehemaligen
Braunkohlerevier entsteht mittelfristig der größte künstliche See Deutschlands
mit einer Wasserfläche von 18,4 Quadratkilometern und bis zu 80 Metern Tiefe.
Der Endwasserstand wird ca. 2010 erreicht sein. Geplant ist auch eine Marina
bei Mücheln. Das Land unterstützt die Rekultivierung der Tagebau-Landschaft mit
5,3 Millionen Euro.
Seit Beginn der Investitionsförderung
Gemeinschaftsaufgabe Ost 1991 wurden im Landkreis Merseburg-Querfurt insgesamt
458 Objekte mit einem Gesamtinvestitionsumfang von fast sechs Milliarden Euro
mit 1,28 Milliarden Euro gefördert. Damit konnten 11.500 Arbeitsplätze neu geschaffen
und 13.000 Arbeitsplätze gesichert werden. Für Unternehmen des Landkreises wurden
zwischen dem 1. Juli 2000 und dem 31. Dezem-
ber 2006 14 Mittelstands- und
Technologiedarlehen in einem Gesamtumfang von 3,4 Millionen Euro bewilligt. 17
Unternehmen erhielten zwischen 2002 und 2006 insgesamt rund 2,9 Millionen Euro
Fördermittel für Projekte in Forschung und Entwicklung.
Wohnungs- und Städtebau
Den Städten und
Gemeinden im Landkreis Merseburg-Querfurt wurden seit 1991 für den Wohnungs-
und Städtebau Fördermittel von insgesamt 159,8 Millionen Euro zur Verfügung
gestellt, davon allein im Zeitraum von
2002 ¿ 2006 rund 39 Millionen Euro. Schwerpunkte der Förderung waren Merseburg,
Querfurt, Bad Dürrenberg, Leuna, Braunsbedra und Mücheln.
Die Stadt Merseburg
als Kreisstadt hat in besonderer Weise von der Förderung profitiert. Sie
erhielt insgesamt 80,9 Millionen Euro, davon allein 2002 ¿ 2006 rund 26
Millionen Euro von Bund und Land. Die Mittel haben als Anreizförderung privates
Kapital und damit ein Mehrfaches an Investitionen sowie die Beseitigung
gravierender städtebaulicher Missstände insbesondere in der Innenstadt bewirkt.
Überdies haben die Investitionen dazu beigetragen ¿ mehr als 95 Prozent der
Aufträge werden an Unternehmen vor Ort bzw. aus der Region vergeben ¿ die
Beschäftigungssituation im Baubereich zu stabilisieren bzw. zu verbessern.
Für den Rückbau
dauerhaft leer stehender Wohnungen wurden den Städten Merseburg, Bad
Dürrenberg, Braunsbedra und Leuna allein in den zurückliegenden vier Jahren
11,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Damit wird der Rückbau von 4.020
Wohnungen ermöglicht. Schwerpunkt ist auch hier die Stadt Merseburg mit 9,8 Millionen bzw. 3.439 Wohnungen.
Internationale Bauausstellung Stadtumbau
Darüber hinaus
gehört Merseburg zu den Teilnehmerstädten der Internationalen Bauausstellung
Stadtumbau in Sachsen-Anhalt 2010 (IBA). Im Mittelpunkt konkreter Projekte
steht dabei der Burgberg und dessen Anbindung an die Innenstadt. So soll
insbesondere der Dom-Schloss-Bereich ¿ vorgesehen ist neben den bereits
vorhandenen Einrichtungen u. a. die Ansiedlung des ¿Internationalen Zentrums
für Romanikforschung¿ als Aninstitut der Martin-Luther-Universität Halle ¿ als
Zentrum für Kunst, Kultur und Tourismus weiterentwickelt werden. Daneben gibt es eine Reihe weiterer
Stadtumbauprojekte, wie das ehemalige Petrikloster und dessen Ausbau zu einer
¿Buchfabrik¿, die Entwicklung des ¿Königsviertels¿ im Hinblick auf
studentisches Wohnen und generationsübergreifendes Miteinander, die Entwicklung
der Mühleninsel im Hinblick auf die Themen ¿Wohnen am Wasser¿, ¿Freizeit¿ und ¿
Dienstleistungen¿.
Staatlicher Hochbau
Auch der Staatliche
Hochbau hat sich in der Kreisstadt Merseburg und im Landkreis
Merseburg-Querfurt in den vergangenen Jahren gut entwickelt. So wurden seit
2004 für insgesamt ca. eine Million Euro Baumaßnahmen geplant und durchgeführt.
Davon profitieren konnte z. B. das Finanzamt in Merseburg, wo für 300.000 Euro
notwendige Brandschutzmaßnahmen realisiert und zusätzlich der ehemals leer
stehende Verkaufsraum im Erdgeschoss des Finanzamtgebäudes zu Diensträumen für
das Finanzamt umgebaut wurden.
In diesem Jahr wird
für ca. eine Million Euro in der Straßenmeisterei Merseburg mit dem Neubau
einer Groß-Kfz-Halle mit Waschhalle und Ölabscheider begonnen. Ebenfalls wird
auch noch in diesem Jahr der Baubeginn für die Herrichtung des ehemaligen
Dienstgebäudes des Staatshochbauamtes Merseburg für das Amtsgericht Merseburg
sein. Die Unterbringung der bisherigen Zweigstelle Querfurt auch am Standort
Merseburg kann somit im Jahr 2008
ermöglicht werden.
Hochschulbau
Ein bedeutendes Projekt
in Merseburg wird in den nächsten Jahren im Rahmen des Hochschulbaus die
grundlegende Sanierung des Campus der Hochschule Merseburg sein. Die
Baumaßnahme umfasst die Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden
Hauptgebäudes aus den 50er Jahren und des Hörsaalgebäudes aus den 70er Jahren
einschließlich der Herrichtung der Freianlagen. Insgesamt entstehen ca. 16.000
m² Hauptnutzflächen, womit moderne Lehr- und Forschungsbedingungen an der Hochschule
Merseburg geschaffen werden. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme betragen ca. 42,3
Millionen Euro (50 Prozent EU-Mittel,
je 25 Prozent Bundes- und Landesmittel).
Insgesamt wird nach
Fertigstellung aller genannten Baumaßnahmen das Land seit 2004 in der
Kreisstadt Merseburg und im Landkreis Merseburg-Querfurt im Rahmen des
Staatlichen Hochbaus ca. 13,5 Millionen Euro
investiert haben.
Hochschule Merseburg (FH)
Die Hochschule Merseburg (FH) begeht in
diesem Jahr ihr 15jähriges Bestehen. Sie ist damit eine sehr junge Einrichtung,
verfügt aber dennoch über einen breiten und qualitativ hochwertigen
Erfahrungshintergrund. Mit der Hochschule Merseburg (FH) wurden in den Jahren
2003 und 2005 Zielvereinbarungen, einschließlich der Ergänzungsvereinbarung von
2004 geschlossen, in denen wesentliche Elemente der Hochschulstrukturplanung
des Landes 2004 und der Struktur- und Entwicklungsplanung der Hochschule
verankert sind. Die Hochschule Merseburg wird entsprechend der Vereinbarung
2110 Studienplätze vorhalten. Die Fächerstruktur wird maßgeblich bestimmt in
den vier Fachbereichen Ingenieur- und Naturwissenschaften, Informatik und
Kommunikationssysteme, Wirtschaftswissenschaften und Soziale Arbeit, Medien Kultur.
Die Hochschule Merseburg ist zudem international ausgerichtet. Beispielgebend
für die internationale Zusammenarbeit ist der im Jahr 2003 geschlossene
Kooperationsvertrag mit der Jiangsu Teachers University of Technology, eine
chinesische Partnerhochschule in Changzhou. Ziel dieses Vertrages ist der
Erwerb eines Doppelabschlusses. Im Wintersemester 2006/07 konnte die Hochschule
die ersten chinesischen Studenten begrüßen. Um die Kooperation zu festigen,
werden Vertreter der Hochschule in diesem Jahr nach China reisen und mit dem
Bildungsminister der Provinz Jangsu (ca. 80 Mio. Einwohner) Gespräche über die
weitere Zusammenarbeit führen. Die Hochschule Merseburg (FH) ist bislang die
einzige Hochschule in Sachsen-Anhalt, die auf diesem hohen Niveau mit einer
chinesischen Partnerhochschule kooperiert.
Die Hochschule Merseburg (FH) betreibt eine
außerordentlich gute Nachwuchsarbeit. Beispielgebend dafür ist das Schülerlabor
¿Chemie zum Anfassen¿, das bundsweit einmalig ist.
Schule
Der Landkreis Merseburg-Querfurt ist einer
der Landkreise, der seinen mittelfristigen Schulentwicklungsplan bereits
frühzeitig auf die seit Ende der 90er Jahre erkennbare Schülerzahlentwicklung
konsequent ausgerichtet hat. Im Landkreis gibt es aktuell 27 Grundschulen, zehn
Sekundarschulen, fünf Gymnasien, fünf Förderschulen und eine Berufsbildende
Schule. Bis zum Ende des Planungszeitraumes Ende Juli 2009 werden noch folgende
Schulen geschlossen: das Gymnasium Mücheln (zum 31.7.2007), das Gymnasium Bad
Dürrenberg (zum 31.7.2007) und die Förderschule für Lernbehinderte Querfurt
(zum 31.7.2008).
Im Rahmen des Ganztagsschulprogramms des
Bundes konnten die Grundschule ¿Lessing¿, Braunsbedra, die Sekundarschule II,
Querfurt, und die Sekundarschule ¿J.-W.-Goethe¿, Bad Lauchstädt, in die
Landesprioritätenliste aufgenommen werden. Vom Kultusministerium wurden rund
sechs Mio Euro an Fördergeldern zugesagt. Bis zum Jahr 2008 werden hierdurch
ca. 850 Ganztagsplätze geschaffen.
Kultur
Zur Förderung von Kunst und Kultur wurden
2006 in der Stadt Merseburg und im Landkreis Merseburg-Querfurt Landesmittel
von insgesamt 1,85 Mio. Euro bewilligt. Gefördert wurden u.a. die Musikschule
¿Johann Joachim Quantz¿ in Merseburg, die älteste ihrer Art in Sachsen-Anhalt,
und die ¿Historische Kuranlagen und Goethe-Theater Bad Lauchstädt GmbH¿, eine
kulturhistorisch bedeutsame Einrichtung von nationalem Rang. Eine
Landesförderung erhielten ferner die renommierten Merseburger Orgeltage, die
Stadtbibliothek Merseburg und das Deutsche Chemiemuseum Merseburg auf dem
Gelände der Hochschule Merseburg (FH).
Krankenhäuser
Eines der größten derzeit vom Land
geförderten Krankenhausbauprojekte wird in Merseburg-Querfurt realisiert. Mehr
als 28 Millionen Euro Landesmittel fließen in den dritten Bauabschnitt der
Umbauten der Krankenhäuser in Merseburg und Querfurt. Allein in diesem Jahr
werden es rund 17 Millionen Euro sein.
In Merseburg wird mit dem dritten
Bauabschnitt der Krankenhausstandort fertig gestellt. Vom Baufortschritt wollte
sich Gesundheitsministerin Dr. Gerlinde Kuppe im Anschluss an die auswärtige
Kabinettsitzung ein Bild machen. Das akademische Lehrkrankenhaus erhält ein
zweites Bettenhaus mit drei Bettenstationen, einer Intensivpflegestation und
der Palliativmedizin. Ein zweiter
Neubau nimmt Notaufnahme,
Rettungsstelle und Pathologie auf.
In Querfurt wird die derzeit noch in der
Innenstadt betriebene chirurgische Klinik an den Neubaustandort geholt und so
die medizinische Grundversorgung in Querfurt an einem Standort konzentriert.
Damit ist in Querfurt ein kompletter Krankenhausneubau abgeschlossen.
Kinderbetreuung
Großes Augenmerk legt die Landesregierung auf
die Kinderbetreuung. So sind seit 2003 rund 2,02 Millionen Euro für
Investitionen in Kindertagesstätten im Landkreis geflossen. Investiert wird
aber nicht nur in Beton, sondern auch in Köpfe. Das Sozialministerium fördert
zum Beispiel ein Modellprojekt in der Kindertagesstätte ¿Spatzennest¿ in
Merseburg. Die Mädchen und Jungen
lernen die Natur durch Forschen und Experimente kennen. Sie pflegen Gemüse- und
Kräutergärten, lernen, mit Kleintieren umzugehen und wie man sich gesund
ernährt. Die Natur-Kindertagesstätte ist Teil eines landesweiten Projektes, in
dem Kitas zu Kompetenzzentren für elementare Bildung qualifiziert werden.
EU-Verordnung
Die neue EU-Verordnung zur Registrierung,
Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH) tritt ab 1.
Juni 2007 in Kraft. Die Verordnung enthält Regelungen über die Herstellung, das
Inverkehrbringen und die Verwendung chemischer Stoffe. Danach sollen keine
Stoffe mehr in Umlauf kommen, deren Eigenschaften und Risiken nicht bekannt
sind. Die Landesregierung rief die Chemieunternehmen auf, sich intensiv auf die
Registrierung vorzubereiten.
Abwasserzweckverbände
Die Landesregierung hat die
Leistungsfähigkeit der Abwasserzweckverbände in den vergangenen Jahren erhöht.
Weitere Investitionen sollen dazu beitragen, die Abwasserbeseitigung zu
verbessern. Im Verbandsgebiet Bad Dürrenberg und Oberes Rippachtal werden dazu
in den Jahren 2006 bis 2013 Mittel in Höhe von 11 Mio. Euro bereitgestellt.
Davon entfallen auf 2007 1,3 Mill. Euro.
Impressum:
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Tel: (0391) 567-6666
Fax: (0391) 567-6667
Mail: staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de
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