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Landeskriminalamt warnt: Unterschrift
mit böser Überraschung!!

26.02.2007, Magdeburg – 1

  • Landeskriminalamt

 

 

 

 

 

 

 

 

Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt - Pressemitteilung Nr.: 001/07

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt -

Pressemitteilung Nr.: 001/07

 

 

 

Magdeburg, den 1. Februar 2007

 

 

 

 

 

Gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Halle

und des Landeskriminalamtes Sachsen-Anhalt

 

 

 

Landeskriminalamt warnt: Unterschrift

mit böser Überraschung!!

 

Großangelegte Durchsuchungsaktion im Raum Dessau

 

 

Am heutigen Tag durchsuchten mehr als 30 Beamte der Polizeidirektion Dessau,

der Landesbereitschaftspolizei und des Landeskriminalamtes Sachsen-Anhalt

gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Halle (Saale) in elf Objekten die Wohn-

und Geschäftsräume von Verantwortlichen und Mitarbeitern der Unternehmen

Colloseum Vertriebsgesellschaft mbH und des Bildungsinstitutes AWM

(Ausbildung-Weiterbildung-Motivation), beide mit Sitz in der Stadt Dessau.

 

Hintergrund

dieser großangelegten Durchsuchungsmaßnahmen ist ein Ermittlungsverfahren der

Staatsanwaltschaft Halle (Saale) wegen des Verdachts der ¿Progressiven

Kundenwerbung¿ - strafbar nach dem ¿Gesetz über den Unlauteren Wettbewerb¿ -

oder besser bekannt als ¿Betreiben eines Schneeballsystems¿.

 

Dazu

werden in der Regel über Annoncen in lokalen und regionalen Anzeigenblättern

Interessenten für Fahrtätigkeiten an Wochenenden angeworben. Bei den meist sehr

professionell vorbereiteten und durchgeführten Präsentationsveranstaltungen

werden die zu werbenden Interessenten in einer zum Teil euphorisch anmutenden

Atmosphäre zur Mitarbeit in dem Unternehmen Colloseum bewegt. Mit der

Unterschrift unter den Mitarbeitervertrag ist auch zwingend die Buchung eines

so genannten ¿persönlichkeitsfördernden Seminars¿ verbunden. Für dieses Seminar

sind 3.200 ¿ zu zahlen.

 

Nach

dem bisherigen Ermittlungsstand besteht der Verdacht, dass sich das

Hauptgeschäftsfeld dieser Unternehmen im Wesentlichen darauf beschränkt, immer

wieder neue Mitarbeiter zu gewinnen und die damit verbundene Zahlung von 3.200

¿ für das ¿persönlichkeitsfördernde Seminar¿ zu erreichen. Der Vertrieb von in

den Präsentationsveranstaltungen dargestellten Produkten hat in der Realität nur

geringen Anteil an der Geschäftstätigkeit des Unter­nehmens.

 

In

diesem Zusammenhang warnt das Landeskriminalamt vor den Aktivitäten der bisher

in Erscheinung getretenen Unternehmen Colloseum Vertriebsgesellschaft mbH (Sitz

in Dessau) und AWM (Ausbildung-Weiterbildung-Motivation; Sitz in Dessau). Des

Weiteren wird vor zwei Unternehmen im Raum Halle (Saale) gewarnt, die auf die

gleiche Art und Weise versuchen, neue Mitarbeiter zu ¿gewinnen¿.

 

Die

Ermittlungen dauern an!!

 

 

Info - Schneeballsystem

 

Die

Masche ist simpel und meist gleich. Ein Initiator beginnt. Er fordert andere

auf, Geld zu zahlen. Diese müssen wiederum andere anwerben, weiter Geld zu

zahlen. So setzt sich diese Kette wie eine Lawine fort, deshalb:

¿Schneeballsystem¿. Damit niemand bei diesem Spiel verliert, müsste das

Anwerben bis in alle Ewigkeit weitergehen.

 

Das

Ergebnis der meisten Spiele nach dem Schneeballsystem ist immer gleich: Einige

wenige Leute gehen mit viel Geld nach Hause. Aber die Meisten gehen leer aus

und haben das, was sie investiert haben, verloren.

 

So können Sie ein ¿Schnellballsystem¿ erkennen:

 

Sie

müssen erst zahlen, um teilnehmen zu dürfen;

Sie werden aufgefordert, neue Mitspieler für das System zu werden;

Sie erhalten angeblich eine Provision, wenn Sie neue Spieler werben;

Es wird schneller Reichtum und eine langfristige Einkommensquelle ohne Aufwand

versprochen;

Bei Informationsveranstaltungen wird eine fast sektenähnliche Stimmung erzeugt.

 

Praktische Tipps:

 

Lassen

Sie sich nicht auf solche Systeme ein;

Nutzen Sie Ihren gesunden Menschenverstand ¿ niemand hat etwas zu verschenken ¿

woher soll das ganze versprochene Geld kommen?;

Hochglanzprospekte, hochtrabende Titel und selbstsicheres Auftreten bürgen

nicht automatisch für Seriosität;

Lassen Sie sich nicht auf gut gemeinte Werbeversuche aus Ihrem Freundes- und

Bekanntenkreis ein. Denken Sie daran ¿ bei Misserfolg und finanziellen

Verlusten leidet auch die Freundschaft mit denen, die Sie zum Mitmachen

überredet haben;

Lassen Sie sich nicht vom ¿schnellen Geld¿ und Gewinnversprechen locken;

Unterschreiben Sie keine Vereinbarungen, geben Sie Ihre Kontoverbindung nicht

preis.

 

Weitere

kompetente, kostenlose und neutrale Informationen erhalten Sie bei den

kriminalpolizeilichen Beratungsstellen in Ihrer Nähe oder im Internet unter: http://www.polizei-beratung.de .

 

Aus dem ¿Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb¿:

 

§16 (2) - Progressive Kundenwerbung

 

¿Wer es im geschäftlichen Verkehr

unternimmt, Verbraucher zur Abnahme von Waren, Dienstleistungen oder Rechten

durch das Versprechen zu veranlassen, sie würden entweder vom Veranstalter

selbst oder von einem Dritten besondere Vorteile erlangen, wenn sie andere zum

Abschluss gleichartiger Geschäfte veranlassen, die ihrerseits nach Art dieser Werbung

derartige Vorteile für eine entsprechende Werbung weiterer Abnehmer erlangen

sollen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe

bestraft.

 

 

 

Impressum:

 

Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt

Pressestelle

Postfach 180 165

39028 Magdeburg

Tel: (0391) 250-2020

Fax: (0391) 250-19-2020

Mail:

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