Sachsen-Anhalt auf gutem Weg/
Ministerpräsident stellt Vorhaben der Landesregierung für 2007 vor
17.01.2007, Magdeburg – 20
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 020/07
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 020/07
Magdeburg, den 17. Januar 2007
Sachsen-Anhalt auf gutem Weg/
Ministerpräsident stellt Vorhaben der Landesregierung für 2007 vor
Auf dem
traditionellen Pressebrunch der Landesregierung zu Beginn des neuen Jahres hat
Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer heute in Magdeburg gegenüber den
Medien die Vorhaben der Landesregierung im Jahr 2007 vorgestellt.
"Sachsen-Anhalt hat sich 2006 hervorragend entwickelt. Die
Arbeitslosenquote hat den niedrigsten Stand seit elf Jahren erreicht. Erstmals
seit 1991 ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gegenüber
dem Vorjahr gewachsen. Die Industrie hat bei Umsatz und Beschäftigung kräftig
zugelegt, und auch die Arbeitsproduktivität und die Exportquote sind gestiegen.
Wir wollen, dass diese Entwicklung in diesem Jahr anhält. Die Landesregierung
wird mit einem Bündel von Vorhaben und Initiativen ihren Beitrag dazu
leisten", betonte Böhmer.
Investitionen fördern, Menschen in Arbeit bringen
Die
Landesregierung werde auch in diesem Jahr ihr Hauptaugenmerk darauf richten, in
Sachsen-Anhalt die wirtschaftliche Entwicklung zu fördern und mehr Menschen in
Arbeit zu bringen, so der Ministerpräsident. Dazu werde die Ansiedlungsoffensive in unverminderter
Stärke fortgesetzt. Mit Beginn des Jahres wurde die Förderrichtlinie des Landes erweitert . Damit verbessern sich
auch für bereits im Land ansässige Firmen die Förderbedingungen. So sind bei
Erweiterungsinvestitionen nun unbegrenzt Mehrfachförderungen möglich. Bedingung
dafür ist jedoch die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze. Auch der Ausschluss
bestimmter Branchen bei der Fördermittelvergabe wurde aufgehoben.
Um
insbesondere schwer vermittelbare Arbeitssuchende wieder in eine Beschäftigung
zu bekommen, werde das in Sachsen-Anhalt entwickelte Modell Bürgerarbeit im kommenden Jahr ausgebaut, kündigte
Böhmer an. Nach den ersten positiven Erfahrungen in Bad Schmiedeberg im letzten
Jahr wird das Projekt schon im Februar in der Gemeinde Barleben gestartet. Im
Jahresverlauf soll die Bürgerarbeit dann erstmals auf einen ganzen Landkreis
ausgedehnt werden. Parallel dazu bereitet das Land eine Bundesratsinitiative
vor, um die gesetzlichen Grundlagen dafür zu schaffen, dass das Projekt auch
landesweit und damit flächendeckend umgesetzt werden kann.
Haushalt sanieren, Verwaltungen effizienter organisieren
Effiziente
Verwaltungsstrukturen und ein sparsamer Umgang mit Haushaltsmitteln seien für
die Zukunft des Landes unerlässlich, betonte Böhmer. "Wenn 2019 die Mittel
aus dem Solidarpakt II auslaufen, werden wir auch bei gestiegener
Wirtschaftskraft und höheren eigenen Steuereinnahmen gezwungen sein, unsere
Haushaltsmittel sehr effektiv einzuset-
zen. Wir
müssen daher schon heute damit beginnen, unsere Verwaltungsstrukturen
zukunftsfähig zu machen", so der Ministerpräsident.
Böhmer erinnerte daran, dass zum 1. Juli 2007
die neu gebildeten Landkreise und
die neue Stadt Dessau-Roßlau ihre Arbeit aufnehmen. Ebenfalls am 1. Juli
beginnt die Umsetzung der Polizeistrukturreform ,
mit der die Polizeiorganisation an die neue kommunale Gliederung angepasst und
die Polizeipräsenz in der Fläche gesichert werden soll. Auch die Gerichtsstrukturen
und die Zahl der Finanzämter werden an die neuen Kreise angepasst. Zugleich beginnt
die freiwillige Phase zur flächendeckenden Einführung
von Einheitsgemeinden . Sachsen-Anhalt erhalte damit eine leistungsfähige
und zeitgemäße kommunale Struktur, die auch in der Lage sei, im Rahmen einer
Funktionalreform Aufgaben von übergeordneten Ebenen zu übernehmen.
Das
Finanzministerium werde, so der Regierungschef, im ersten Halbjahr 2007 eine
breit angelegte Strategiedebatte zum
Landeshaushalt führen. Anliegen ist, die Schwerpunkte der
inhaltlichen Arbeit in den Ministerien mit den finanzpolitischen Zielen des
Landes in Einklang zu bringen. Dazu wird das Kabinett im März zu einer Strategieklausur
zusammenkommen. Bis zur Sommerpause soll der Entwurf
eines Doppelhaushaltes 2008/2009 stehen. Dieser ist von besonderer
Bedeutung, weil Sachsen-Anhalt ab 2009 erstmals deutlich weniger Mittel aus dem
Solidarpakt II zur Verfügung stehen.
Böhmer
kündigte darüber hinaus an, dass Sachsen-Anhalt als drittes Bundesland Ende Mai
ein Zertifikat auflegen werde, das durch Privatpersonen erworben werden kann.
Der Vorteil des Sachsen-Anhalt-Zertifikates
liegt für die Bürger in einer hohen Renditeerwartung. Das Land hat den Vorteil,
dass es zu deutlich günstigeren Konditionen als marktüblich seine
Kreditaufnahme vornehmen kann. Vermarktet wird das Zertifikat von Sparkassen,
Volks- und Raiffeisenbanken und Direktbanken.
Das Personalentwicklungskonzept des Landes
werde auch 2007 fortgeschrieben betonte der Ministerpräsident. Ziel ist die
Reduzierung des Personalbestandes in der Landesverwaltung bis 2011 auf 55.000
Stellen und eine weitere Reduzierung bis 2020.
Wissenschaft und Forschung voranbringen, in Bildung investieren
Um die
Innovationsfähigkeit des Landes zu fördern, wird Sachsen-Anhalt eine Zukunftsstiftung Sachsen-Anhalt einrichten.
Privatisierungserlöse sollen, so Böhmer, nicht mehr dem laufenden Haushalt
zufließen, sondern der Stiftung zugute kommen.
Im Bereich
der Schulen steht 2007 der Beginn einer umfassenden Lehrplanreform für die Sekundarschule und die Stärkung der
individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler an. Zudem wird im
Kultusministerium derzeit am Konzept der Gründung
einer Qualitätsagentur gearbeitet. Sie soll Aufgaben der Evaluation
und Inspektion, der Leistungserhebung an den Schulen und der
Curriculumentwicklung mit den Aufgaben der Lehreraus- und -fortbildung
verbinden. Hinsichtlich der Förderung der
politischen und sozialen Bildung der Kinder und Jugendlichen wird
bis zum Sommer ein eigenes Programm für die Schulen Sachsen-Anhalts entwickelt.
Bei den
Hochschulen will man die neuen Handlungsspielräume nutzen, die aus der
Föderalismusreform resultieren. Dazu zählt die Entwicklung eines Landesprogramms für den Hochschulbau . Im
Rahmen der Evaluierung und Fortschreibung der Zielvereinbarungen mit den
Hochschulen und der Umsetzung der Exzellenzoffensive des Landes soll ein Rahmenvertrag Forschung und Innovation
abgeschlossen werden. Er werde, so Böhmer, den gewachsenen Anforderungen an die
Entwicklung und Förderung wissenschaftlicher Spitzenleistungen Rechnung tragen.
Um die
Kinderbetreuung und damit die Startbedingungen für die Jüngsten im Land zu
verbessern, werden 2007 zwei neue
Förderprogramme umgesetzt. Zum einen sollen Kindertageseinrichtungen
umfangreich saniert und modernisiert werden, zum anderen will man in die
Weiterbildung von Erzieherinnen und Erziehern investieren, um die Qualität der
frühkindlichen Bildung zu erhöhen. Das Sanierungsprogramm sei auf sieben Jahre
angelegt, erklärte der Ministerpräsident. Ab 2007 beginnend sollen dafür
insgesamt 40 Mio. ¿ aus EU-Fördertöpfen aufgewendet werden. Für das Weiterbildungsprogramm
sind rund 4,6 Mio. ¿ vorgesehen.
Lebensqualität in Sachsen-Anhalt erhöhen
Sachsen-Anhalts
Landesregierung hat bereits als erstes wichtiges Gesetzesvorhaben in diesem
Jahr das Nichtraucherschutzgesetz auf
den Weg gebracht. Nach Bremen ist Sachsen-Anhalt damit das zweite Bundesland,
das in öffentlichen Gebäuden ein weitreichendes Rauchverbot durchsetzt.
Zur Zukunft
der Förderung der zeitgenössischen Musik- und Bühnenkunst wird es im Mai 2007
eine große Theaterkonferenz geben.
Zugleich ist unter Mitwirkung des Landesmusikrates ein neues, zeitgenössisches Musikfest geplant.
Der Stärkung des Kindeswohls dient der geplante
Ausbau des Frühwarnsystems zur Vermeidung von Kindesvernachlässigung. Die Zahl
der Familienhebammen wird 2007 von zehn auf 20 verdoppelt.
Der Stadtumbau Ost wird auch in diesem Jahr
fortgeführt. Nachdem in den letzten Jahren eine große Zahl leerstehender Wohnungen
vom Markt genommen worden ist, steht nun die Aufwertung von Wohnrevieren
stärker im Mittelpunkt. Insgesamt sind für den Stadtumbau im Jahr 2007 ca. 38
Mio. ¿ vorgesehen. Für die Städtebauförderung inklusive Sanierungs- und
Entwicklungsmaßnahmen und Denkmalschutz stehen aus verschiedenen Töpfen 112
Mio. ¿ zur Verfügung.
Im Bereich
des Hochwasserschutzes sollen 2007 die Maßnahmen der Hochwasserschutzkonzeption des Landes fortgesetzt werden.
Allein an der Elbe sollen bis 2010 186,5 Kilometer Deiche mit einem
Investitionsvolumen von 156,2 Mio. ¿ saniert werden.
Sachsen-Anhalt
wird auch künftig mit aller Entschiedenheit gegen rechtsextreme und
ausländerfeindliche Straftaten vorgehen. Die Kampagne "Hingucken"
wird auf breiter Ebene fortgeführt. Zur Auseinandersetzung mit den Feinden der
Demokratie gehört auch die Aufklärung über die Verbrechen der NS-Diktatur und
die politische Unterdrückung in der DDR. Mit der Gründung der Stiftung Gedenkstätten zum Jahresbeginn sei die
Erinnerungsarbeit im Land auf neue Füße gestellt worden, betonte der Ministerpräsident.
Weitere Vorhaben der Landesregierung
Die
Landesregierung wird sich in die anstehende Erarbeitung eines neuen Rundfunkgebührensystems
und des Zehnten Rundfunkänderungsstaatsvertrages einbringen. Für den
Medienstandort Sachsen-Anhalt erwartet sich die Landesregierung wesentliche
Impulse durch die Eröffnung des
Mitteldeutschen Multimediazentrums Halle im Juni 2007.
Zur
deutschen EU-Ratspräsidentschaft
plant das Land eigene Aktivitäten, um die öffentliche Diskussion über Chancen
und Perspektiven des europäischen Einigungsprozesses zu vertiefen. Dazu werden
vor allem der bundesweite EU-Schulprojekttag
am 22. Januar 2007 sowie die Europawoche
vom 3. bis 13. Mai 2007 genutzt. Das gemeinsame
Sommerfest von Bund und Ländern anlässlich der deutschen Ratspräsidentschaft
wird in der Landesvertretung Sachsen-Anhalts in Brüssel stattfinden. Damit die
Förderperiode 2007 bis 2013 ohne weitere Verzögerungen beginnen kann, wird sich
die Landesregierung für die schnellstmögliche Genehmigung der Operationellen Programme
durch die Europäische Kommission einsetzen. Die EU plant für 2007 unter
deutscher Präsidentschaft die Erarbeitung eines europäischen
Energie-Aktionsplans.
Die
Landesregierung will eine eigene Landesstrategie
zur Energiepolitik als Grundlage für den Energiedialog auf
nationaler Ebene sowie als Beitrag zur europäischen Debatte erarbeiten. Dem
Thema Energiepolitik im Zeichen des Klimawandels wird sich auch das diesjährige
"Wittenberger Gespräch" widmen.
Ein
wichtiges Anliegen der Landesregierung ist es, den Strafvollzug in
Sachsen-Anhalt zu verbessern. Dazu soll u. a. ein neues Jugendstrafvollzugsgesetz dienen, dessen
Entwurf Sachsen-Anhalt mit acht weiteren Ländern erarbeitet hat. Für den Neubau der Justizvollzugsanstalt Burg-Madel
werden die weiteren Planungen vorangetrieben. Der erste Spatenstich für die im
Rahmen eines PPP-Models zu errichtende JVA soll im Frühjahr erfolgen. Die
Fertigstellung ist für 2009 geplant.
Impressum:
Staatskanzlei
des Landes Sachsen-Anhalt
Pressestelle
Hegelstraße 42
39104 Magdeburg
Tel: (0391) 567-6666
Fax: (0391) 567-6667
Mail: staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de
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