Hövelmann: Gefahr von rechts ist keine Frage
der Statistik
21.09.2006, Magdeburg – 169
- Ministerium für Inneres und Sport
Ministerium des Innern - Pressemitteilung Nr.: 169/06
Ministerium des Innern - Pressemitteilung Nr.: 169/06
Magdeburg, den 21. September 2006
Hövelmann: Gefahr von rechts ist keine Frage
der Statistik
- Stärkere Zusammenarbeit von Polizei und Verfassungsschutz angekündigt
Innenminister Holger Hövelmann
(SPD) hat davor gewarnt, anstelle der notwendigen politischen Diskussion um die
richtigen Strategien gegen den Rechtsextremismus eine Auseinandersetzung über
statistische Methoden zu führen. Bei einer Fachtagung der Mobilen Opferberatung
des Vereins Miteinander zur ¿Wahrnehmung rechter Gewalt¿ sagte Hövelmann in
Magdeburg: ¿Die unterschiedlichen Statistiken der Polizei und der Opferberatung
sind ein Nebenschauplatz. Beide Statistiken sagen uns mehr als deutlich, dass
rechte Gewalttaten ebenso zunehmen wie die Propagandadelikte und das wir
entschlossen dagegen vorgehen müssen.¿
Holger Hövelmann: ¿Die
Entwicklung gerade der NPD zeigt, dass die politische Einschätzung des
Rechtsextremismus und die Szene rechter Gewalttäter nicht isoliert voneinander
betrachtet werden können. Die NPD bindet ganz bewusst neonazistische
Kameradschaften in ihre Parteistrukturen ein, die häufig durch Gewalttaten
gegen Andersdenkende schon aktenkundig sind. Nichts entlarvt den Charakter
dieser Partei so sehr wie diese Integrationsstrategie.¿
Hinter den ansteigenden Zahlen
gebe es aber auch positive Entwicklungen, argumentierte Hövelmann: ¿In der
Polizei ist das Bewusstsein dafür deutlich gewachsen, dass e in entschlossenes Vorgehen gegen rechts, gegen
Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus grundlegend zum Ansehen unseres
Landes im In- und Ausland beiträgt. Gleichzeitig ist die Anzeigebereitschaft in
der Bevölkerung erheblich gestiegen. Über Hakenkreuzschmierereien und
Naziparolen wird nicht mehr hinweggesehen.¿
Der Innenminister kündigte eine
verstärkte Zusammenarbeit von Polizei und Verfassungsschutz in der
Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus an. Dazu gehören folgende
Maßnahmen:
¿ Einbeziehung des
Verfassungsschutzes in die Ausbildung an der Fachhochschule Polizei in
Aschersleben
¿ Erarbeitung gemeinsamer
örtlicher Lagebilder als Teil der kommunalen Kriminalprävention mit besonderer
Berücksichtigung politisch motivierter Kriminalität
¿ Der Verfassungsschutz erstellt
unter Mitwirkung der Polizei Informationsmaterial für die Bürgerinnen und
Bürger zum ¿Erkennen und Umgang mit Phänomenen des Rechtsextremismus¿
¿ Die Fachhochschule Polizei
führt Informationsveranstaltungen für Kommunen zum Thema Rechtsextremismus mit
Dozenten von Polizei und Verfassungsschutz durch
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