Nachtragshaushalt 2006 als Teil einer
verantwortlichen Finanzpolitik: Neuverschuldung wird weiter reduziert /
Pensionsfonds eher als geplant eingerichtet / Minister Bullerjahn: ?Meinen es
ernst mit der Konsolidierung?
15.08.2006, Magdeburg – 360
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 360/06
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 360/06
Magdeburg, den 15. August 2006
Nachtragshaushalt 2006 als Teil einer
verantwortlichen Finanzpolitik: Neuverschuldung wird weiter reduziert /
Pensionsfonds eher als geplant eingerichtet / Minister Bullerjahn: ¿Meinen es
ernst mit der Konsolidierung¿
Die
Landesregierung hat heute den Weg für den Nachtragshaushalt 2006 freigemacht.
Die Einnahmen und Ausgaben steigen insgesamt um 243 Millionen Euro. Damit
erhöht sich der Etat des Landeshaushalts für dieses Jahr auf insgesamt 10,177
Milliarden Euro.
Wichtigster
Eckpunkt in dem beschlossenen Entwurf ist die für dieses Jahr geplante
Reduzierung der Neuverschuldung um zusätzliche 33,3 Millionen Euro.
Ursprünglich waren 783,3 Millionen Euro an neuen Krediten eingeplant, nun
sollen es nur noch 750 Millionen Euro sein. Finanzminister Jens Bullerjahn
erklärte zum Beschluss des Kabinetts: ¿Wir nutzen die äußerst positiv
verlaufende Entwicklung des Steueraufkommens zur Zukunftssicherung des Landes.
Jeder Euro, den wir weniger
Schulden machen, hilft uns auf dem Weg
zur Normalität. Wir bekommen so den Handlungsspielraum für inhaltliche
Entscheidungen zurück. Wir meinen es ernst mit der Konsolidierung.¿
Bullerjahn
verwies darauf, dass der Nachtragshaushalt neben der Reduzierung der
Neuverschuldung weitere wichtige Eckpunkte enthält, die allesamt der
konsequenten Haushaltskonsolidierung dienen.
1. Die
Beleihung des Sondervermögens Altlastensanierung in Höhe von 150 Millionen Euro
wird zurückgeführt, womit eine Verbindlichkeit des Landes beglichen wird. Damit
wird ein wesentlicher Beitrag zur langfristigen Haushaltssanierung geleistet.
2. Dem
noch zu gründenden Pensionsfonds ¿ seine Einrichtung ist im Koalitionsvertrag
vereinbart worden - wird früher als
geplant ein Betrag für den ¿Grundstock¿ in Höhe von 20 Millionen Euro
zugeführt. Ziel ist es, für die langfristig ansteigenden Pensionskosten
Vorsorge zu treffen. Das Land will nach dem Vorbild anderer Bundesländer sicherstellen,
dass wegen zu erwartender Versorgungsleistungen keine neuen Schulden gemacht
werden müssen.
3. Mit
dem Nachtragshaushalt 2006 wird eine Teilrückzahlung des MIDEWA-Kredites
(¿Talsperren-Kredit¿) in Höhe von 10 Millionen Euro veranschlagt, so dass sich
die verbleibende Verbindlichkeit auf 88 Millionen Euro reduziert. Über das
weitere Verfahren zur Tilgung der Restverbindlichkeit wird auch unter
Beteiligung der Kommunalen Spitzenverbände im Rahmen der Aufstellung des
Entwurfs für den Doppelhaushalt 2008/09 zu entscheiden sein.
4. Der
Nachtragshaushalt deckt die entstandenen Mehrkosten in allen Geschäftsbereichen
vollständig ab. Bei diesen handelt es sich um laufende Rechtsverpflichtungen.
5. Dem
Grundstock werden 10 Millionen Euro weniger als bisher geplant entnommen. Da
nicht mehr mit weiteren Erlösen aus der Veräußerung von Domänen des Landes
gerechnet werden kann, wird der Überschuss des Grundstocks, der Gegenstand der
Entnahme ist, entsprechend geringer ausfallen.
Nach den
Planungen des Kabinetts soll der Entwurf für den Nachtragshaushalt zeitgleich
mit dem Haushaltsplanentwurf 2007 im September ins Parlament eingebracht
werden. Parallel dazu laufen die Arbeiten an der Mittelfristigen Finanzplanung
2006 bis 2010 und am Fortschrittsbericht. Der Nachtragshaushalt könnte dann
vorbehaltlich der parlamentarischen Beratungen im Dezember 2006 verabschiedet
werden.
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