Neues Domizil für Fledermäuse
wird gefördert
20.07.2006, Halle (Saale) – 103
- Landesverwaltungsamt
Landesverwaltungsamt - Pressemitteilung Nr.: 103/06
Landesverwaltungsamt -
Pressemitteilung Nr.: 103/06
Halle (Saale), den 20. Juli 2006
Neues Domizil für Fledermäuse
wird gefördert
Das Landesverwaltungsamt fördert die artenschutzgerechte
Sanierung des Trafohauses in Nehlitz (Verwaltungsgemeinschaft
¿Götschetal-Petersberg¿, Saalkreis), mit der noch in diesem Monat begonnen werden
soll, mit einer Anteilfinanzierung in Höhe von 9.316 Euro .
In den letzten Jahren sind die Nistmöglichkeiten für
Eulen, Fledermäuse und andere Tierarten immer weiter zurückgedrängt worden. Das
Trafohaus in Nehlitz bietet sich wegen
seiner geringen Entfernung zu den angrenzenden Feldern und dem erhöhten Standort zum Ausbau für den Artenschutz besonders
an. Hier sollen vor allem Fledermäuse neue Nist-, Brut-, Wohn- und
Zufluchtsstätten finden.
Gleichzeitig besteht mit der Realisierung dieser Maßnahme die Möglichkeit, interessierten Bürgern die Erfordernisse des Artenschutzes nahe zu
bringen, in dem mögliche Umsetzungsmaßnahmen aufgezeigt werden. Die Realisierung
der Sanierung des Trafohauses dient somit auch der Umwelterziehung und
¿bildung.
Hintergrund:
Warum wird die Sanierung von Trafohäusern gefördert?
Unsere Kulturlandschaft haben Generationen geschaffen, die
in ständiger Auseinandersetzung mit der Natur die natürlichen Ressourcen zu
nutzen verstanden. Seit etwa einem Jahrhundert ist mit der Tendenz intensiver
Nutzung möglichst aller Lebensräume eine Strukturverarmung eingetreten, die zum
Rückgang vieler Arten geführt hat. In den letzten Jahren schreitet dieser
Prozess sogar noch beschleunigt fort. Der zur Verfügung stehende Lebensraum
wird für wild lebende Tiere und Pflanzen immer enger.
Viele Insekten-, Vögel-, und Säugetierarten der Siedlungen
waren ursprünglich Fels- und Höhlenbewohner und fanden in Scheunen und
Dachböden ihnen zusagende Brut- und Nahrungsräume. Trotz der fortschreitenden
Strukturverarmung blieben diese Tiere. Viele Strukturen in der unmittelbaren
Umgebung der Siedlungen wie Feldgehölze, Streuobstwiesen und Grünländereien
beherbergen gegenwärtig ihre letzten Lebensräume. Unter den Säugetieren sind
es neben einigen Spitzmausarten, Beutegreifern wie Steinmarder, Mauswiesel und
Hermelin oder Schläfern (Siebenschläfer) insbesondere Fledermäuse, die auf
Dachböden, Holzverschalungen, kühle Sandsteinkeller oder Fensterläden
angewiesen sind. Kulturfolge in diesem Sinne gibt es auch unter den Vogelarten,
wobei die Nachtgreifvögel, also Käuze und Eulen, eine besondere Bindung mit
unseren Bauwerken eingegangen sind.
Auch die Trafo-Häuser gehören mittlerweile zum attraktiven
Strukturangebot in den Dörfern. Besonders Schleiereulen, hausbewohnende
Fledermausarten, Gartenrotschwanz, Mehlschwalbe, Haus- und Feldsperling oder
der seltene Steinkauz haben diese Bauwerke als Brutplätze, Sommerquartiere oder
Versteckmöglichkeiten seit Jahrzehnten angenommen. Abriss droht, wenn sie durch
die Errichtung effizienter und kleiner Trafostationen funktionslos werden. Eine
Möglichkeit, den Unterschlupf gefährdeter Tierarten zu retten, ist mithin die
Erhaltung der Trafohäuser.
Das Programm:
Die Förderung von Naturschutzprojekten erfolgt zurzeit im Rahmen des
Operationellen Programms des Landes Sachsen-Anhalt 2000-2006, an dessen
Finanzierung sich der Europäische Ausrichtungs- und Garantiefond für Landwirtschaft,
Abteilung Ausrichtung (EAGFL-A) mit 75 % und das Land Sachsen-Anhalt mit
25 % beteiligen. Im Jahr 2006 werden im Land Sachsen-Anhalt ca. 4 Mio. Euro
für die Förderung zur Verfügung gestellt, davon etwa 200.000 ¿ für den
artenschutzgerechten Umbau von Trafohäuschen.
Impressum:
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Tel: (0345) 514-1244
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