Europaminister Rainer Robra übernimmt für ein
Jahr den Vorsitz der Europaministerkonferenz: "Europa braucht eine
Konsolidierungsphase"
04.07.2006, Magdeburg – 312
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 312/06
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 312/06
Magdeburg, den 4. Juli 2006
Europaminister Rainer Robra übernimmt für ein
Jahr den Vorsitz der Europaministerkonferenz: "Europa braucht eine
Konsolidierungsphase"
Sachsen-Anhalts Europaminister und Chef der Staatskanzlei, Rainer
Robra, hat zum 1. Juli 2006 den Vorsitz in der für Europafragen zuständigen Fachministerkonferenz
der deutschen Länder übernommen. Aufgabe der Europaministerkonferenz ist die Abstimmung der
Europapolitik der Länder untereinander sowie die Wahrnehmung ihrer Interessen
gegenüber der Bundesregierung und den Europäischen Institutionen.
U nter
dem Vorsitz Sachsen-Anhalts wird sich die europapolitische Arbeit der Länder
vor allem auf die Vorbereitung und Durchführung der deutschen
EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2007 richten. Europaminister Rainer Robra unterstrich: ¿Schwerpunkt ist
die Zukunft der Europäischen
Union und damit auch die Frage nach dem weiteren Umgang mit dem
EU-Verfassungsvertrag und der Erweiterungspolitik der EU. Wir werden die Länderpositionen
präzisieren und im weiteren Verlauf der Debatte auf europäischer Ebene
einbringen. Dabei werden Themen wie
bessere Rechtsetzung, Konsultationsverfahren in Vorbereitung europäischer
Rechtsakte, Gesetzesfolgenabschätzung, Bürokratieabbau und Verbesserung der
Transparenz vorrangig sein. Nach den umfangreichen Erweiterungsrunden der
letzten Jahre braucht die EU dringend eine Konsolidierungsphase, damit sie sich
nicht in eine Freihandelszone zurückentwickelt.¿
Zur Bearbeitung dieser europapolitischen
Themen plant Sachsen-Anhalt im Frühjahr 2007 eine Konferenz der Europaminister
in Brüssel, in deren Rahmen Gespräche mit den EU-Kommissaren
Margot Wallström und Günter Verheugen zu den Länderpositionen geführt werden
sollen. Außerdem soll eine Bilanz über die Vertretung der Länderinteressen in
Brüssel gezogen und künftige Handlungserfordernisse für eine effizientere
Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern in Brüssel erarbeitet werden, so
Robra.
Die Umsetzung der Föderalismusreform
in EU-Angelegenheiten sei ein weiteres wichtiges Thema , das
Sachsen-Anhalt in der Zeit seines
Vorsitzes in der Europaministerkonferenz voranbringen wolle, bekräftigte Robra.
¿ Nach Verabschiedung der einschlägigen Grundgesetzänderungen und der
einfachgesetzlichen Regelungen sehen die Festlegungen zur Föderalismusreform im
Koalitionsvertrag auch weitere praktische Verbesserungen der europapolitischen
Zusammenarbeit von Bund und Ländern vor. Die Europaministerkonferenz wird an
der praktischen Umsetzung der Reform aktiv mitwirken. Ergänzend wird zu prüfen
sein, ob und inwieweit der Bund bereit ist, offene Fragen aus der Umsetzung des
Verfassungsvertrages in die Erörterungen mit einzubeziehen.¿ Dazu plant
Sachsen-Anhalt gemeinsam mit dem Europäischen Zentrum für
Föderalismus-Forschung eine wissenschaftliche Konferenz zum Thema
¿Föderalismusreform und Europa¿ im Dezember 2006 in Sachsen-Anhalt. Zu der
Konferenz werden Europapolitiker von Bund und Ländern sowie internationale
Experten erwartet.
Parallel zu
diesen Aktivitäten werden die Länder ihre europapolitische
Öffentlichkeitsarbeit verstärken, um den Dialog über die europäischen
Zukunftsfragen und ihre Bedeutung für die deutschen Bürgerinnen und Bürger zu
vertiefen.
Zum Hintergrund:
Aufgaben und
Mitglieder der Europaministerkonferenz
In den vergangenen Jahren hat
die Europapolitik für die Länder zunehmend an Bedeutung gewonnen. Sie nimmt
häufig Einfluss auf die ¿Richtlinien¿ der Landespolitik. Deshalb haben die
Europaminister der deutschen Länder bereits am 1. Oktober 1992 die
Europaministerkonferenz (EMK) gegründet. Ihre Aufgabe ist die Koordinierung der
Europapolitik der Länder. Die 16 deutschen Länder stimmen ihre Position zu den
grundlegenden europapolitischen Herausforderungen untereinander ab und
vertreten diese Position insbesondere gegenüber der Bundesregierung und der
Europäischen Kommission. Dabei arbeitet die EMK eng mit dem Bundesrat, der
Ministerpräsidentenkonferenz der Länder, den Fachministerkonferenzen der Länder
(z.B. Kultusministerkonferenz) sowie dem Ausschuss der Regionen (AdR) zusammen.
Der Vorsitz der EMK wechselt jährlich in alphabetischer Reihenfolge. Vom 1.
Juli 2006 bis zum 30. Juni 2007 ist Sachsen-Anhalt Vorsitzland.
Die Bundesländer
werden in der Europaministerkonferenz vertreten durch:
Baden-Württemberg Willi Stächele
Bayern Emilia Müller
Berlin Monika Helbig
Brandenburg Dr. Gerd Harms
Bremen Dr. Kerstin Kießler
Hamburg Reinhard Stuth
Hessen Volker Hoff
Mecklenburg-Vorpommern Dr. Harald Ringstorff
Niedersachsen Christian Wulff
Nordrhein-Westfalen Michael Breuer
Rheinland-Pfalz Dr. Karl-Heinz Klär
Saarland Karl Rauber
Sachsen Hermann Winkler
Sachsen-Anhalt Rainer Robra
Schleswig-Holstein Uwe Döring
Thüringen Gerold Wucherpfennig
Impressum:
Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt
Pressestelle
Hegelstraße 42
39104 Magdeburg
Tel: (0391) 567-6666
Fax: (0391) 567-6667
Mail:
staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de
Impressum:
Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt
Pressestelle
Hegelstraße 42
39104 Magdeburg
Tel: (0391) 567-6666
Fax: (0391) 567-6667
Mail: staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de






