"Bürgerarbeit" ? neues Konzept zum
Abbau der Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt/ Land und Bundesagentur setzen
erfolgreiche Zusammenarbeit fort
28.06.2006, Magdeburg – 306
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 306/06
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 306/06
Magdeburg, den 28. Juni 2006
"Bürgerarbeit" ¿ neues Konzept zum
Abbau der Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt/ Land und Bundesagentur setzen
erfolgreiche Zusammenarbeit fort
Der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt,
Prof. Dr. Wolfgang Böhmer, und der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für
Arbeit, Frank-Jürgen Weise, trafen sich heute zu einem Arbeitsgespräch in der
Staatskanzlei in Magdeburg, um die aktuelle Arbeitsmarktsituation, die Zusammenarbeit
des Landes mit der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen zu erörtern
und das Modellprojekt ¿Bürgerarbeit¿
ins Leben zu rufen.
Unter Beisein des Ministers für Wirtschaft und
Arbeit, Dr. Reiner Haseloff, der Geschäftsleitung der Regionaldirektion
Sachsen-Anhalt-Thüringen, Max-Volker Dähne und Rainer Bomba, wurde die gute
Zusammenarbeit zwischen dem Land Sachsen-Anhalt und der Bundesagentur für
Arbeit gewürdigt. Hierbei wurden insbesondere der kontinuierliche Abbau der
Arbeitslosigkeit (-11,4 % zum Vorjahr) und die gemeinsamen Konzepte von Land
und Regionaldirektion erörtert.
Mit einem neuen gemeinsamen Konzept, das den Namen
¿Bürgerarbeit¿ trägt, soll die Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt weiter
wirkungsvoll reduziert werden. ¿Wir wollen sozialversicherungspflichtige
Arbeitsplätze vor allem für jene schaffen, die derzeit auf dem ersten Arbeitsmarkt
so gut wie chancenlos sind¿, sagte Ministerpräsident Böhmer . ¿Mit dem Projekt Bürgerarbeit wollen wir Arbeitsangebote
im öffentlichen, gemeinnützigen Bereich schaffen. Hier gibt es noch viel zu
tun, aber für Beschäftigungs-möglichkeiten fehlten bislang einfach die Haushaltsmittel.
Wir meinen, gemeinsam einen Weg gefunden zu haben, der gleichermaßen
vorteilhaft ist für Arbeitslose wie für die öffentliche Hand.¿
¿Es gibt Menschen, die derzeit einfach keine Chance
auf dem regulären Arbeitsmarkt haben. Wir müssen überlegen, wie wir
sinnstiftende Angebote organisieren, die aber gleichzeitig keine reguläre
Beschäftigung verdrängen. Ein solches Konzept wollen wir mit einer kleinen
Gruppe von arbeitslosen Menschen hier in Sachsen-Anhalt erproben¿, sagte Weise . Das Projekt startet am 17. Juli.
Danach folgen Modellversuche in Sachsen-Anhalt. Nach einer wissenschaftlichen
Evaluierung entscheiden die beteiligten Gremien über weitere Schritte.
Hauptanliegen der ¿Bürgerarbeit¿ ist es,
arbeitslosen Menschen die Möglichkeit für sozialversicherungspflichtige
Beschäftigung zu geben und damit soziale und gesundheitliche Folgen lang
anhaltender Arbeitslosigkeit zu mindern. Langfristig ist vorgesehen, dass
Arbeitslose der Rechtskreise SGB III und SGB II (Empfänger von Arbeitslosengeld
bzw. Hartz-IV-Empfänger), die nicht direkt oder durch den Einsatz eines
arbeitsmarktpolitischen Instrumentes in den ersten Arbeitsmarkt integriert
werden können, einen Anstellungsvertrag im non-profit-Bereich erhalten. Das
soll zeitnah nach ihrem Erstgespräch in der Agentur geschehen. Vermittelt wird
eine zusätzliche und im öffentlichen Interesse begründete, den Fähigkeiten und Kenntnissen
des Einzelnen entsprechende Tätigkeit im öffentlichen Bereich, zum Beispiel in
der Sozial-, Kinder- und Jugend-, Behinderten- und Altenhilfe, im karitativen Bereich und im Naturschutz.
Die Pilot- und Modellphasen sind auf zwölf Monate
ausgerichtet. Grundsätzlich soll ¿Bürgerarbeit¿ aber, sofern sie ein Instrument
für eine deutschlandweite Anwendung werden sollte, auf Dauer angelegt sein.
Frühestens 2008 wird im Rahmen der Bewertungsergebnisse und der Entscheidung
beim Bund eine mögliche bundesweite Umsetzung erwartet. Gleichwohl sollen die
Bemühungen des Einzelnen, wieder eine Arbeit im regulären Arbeitsmarkt zu
erhalten, weiterhin unterstützt werden.
Für die öffentliche Hand, d. h., Bund, Länder,
Kreise, Städte und Gemeinden, hat ¿Bürgerarbeit¿ den Vorteil, dass
gemeinnützige Aufgaben ohne wesentliche zusätzliche Kosten erledigt werden
sollen. Die BA zahlt aus den Töpfen für Arbeitslosengeld I und II die Mittel
für die Pilot- und Modellphasen. In der Pilotphase wird das Land die Ausgaben
für die Arbeitgeberanteile in der Renten- und Krankenversicherung übernehmen,
in der Modellphase teilen sich BA und Land diese Kosten hälftig. Die Übernahme
wertschöpfender Tätigkeiten, die aufgrund fehlender Haushaltsmittel in der
Kommune nicht erbracht werden konnten und im öffentlichen Interesse liegen,
zeugen ausdrücklich vom Vorteil dieses Modells.
Die Brillanz des Modells ¿Bürgerarbeit¿ liegt in
seiner Einfachheit. Das neue Konzept, so sind sich Landesregierung und
Bundesagentur einig, bietet sowohl für den betroffenen Personenkreis als auch
für die öffentliche Hand Vorteile.
Impressum:
Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt
Pressestelle
Hegelstraße 42
39104 Magdeburg
Tel: (0391) 567-6666
Fax: (0391) 567-6667
Mail:
staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de
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