Landesregierung beschließt schnelleren
Schuldenabbau: Keine neuen Schulden schon ab 2010
20.06.2006, Magdeburg – 286
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 286/06
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 286/06
Magdeburg, den 20. Juni 2006
Landesregierung beschließt schnelleren
Schuldenabbau: Keine neuen Schulden schon ab 2010
Die Landesregierung will die Neuverschuldung bereits im Jahr 2010 und damit schneller als
ursprünglich geplant auf Null zurückführen. Das hat das Kabinett heute bei der
Verabschiedung der Eckwerte für den Haushaltsplan 2007 beschlossen. Demnach
sollen bereits im Jahr 2010 keine neuen Kredite mehr aufgenommen werden. Ursprüngliche
Planungen waren davon ausgegangen, dass dies erst im Jahr 2011 möglich ist. Um
dieses Ziel zu erreichen, sollen bereits im nächsten Jahr nur noch 550
Millionen Euro an neuen Krediten aufgenommen werden. Bislang waren 650
Millionen Euro vorgesehen.
Finanzminister Jens Bullerjahn zu den Entscheidungen des Kabinetts:
"Es handelt sich um einen ambitionierten Zeitplan, der die Anstrengungen
der ganzen Regierung erfordert. Die Konsolidierung des Haushalts ist zwingend
nötig, wenn es das Land trotz sinkender Einnahmen und des schrittweisen
Auslaufens des Solidarpakts schaffen will, bis 2019 selbständig und ohne fremde
Hilfe agieren zu können. Ein Aufschieben der Konsolidierung würde keine
dauerhafte Entlastung bedeuten, sondern auf lange Sicht um so härtere
Einschnitte bedeuten."
Vor diesem Hintergrund sind die Anmeldungen der Ressorts zu betrachten.
Die Ministerien meldeten für das Jahr 2007 Ausgaben in Höhe von 10,182 Mrd.
Euro an. Die voraussichtlichen Einnahmen belaufen sich für 2007 - einschließlich
der geplanten Neuverschuldung in Höhe von 550 Mio. Euro ¿ auf 9,738 Mrd. Euro.
Die zu schließende Deckungslücke beträgt damit im anstehenden
Aufstellungsverfahren rund 447 Mio. Euro. Für die Jahre des Mittelfristigen
Planungszeitraums werden die Deckungslücken jeweils größer, was vor allem die
Folge weiter sinkender Einnahmen ist. Das Ziel der Haushaltskonsolidierung
fordert, darüber war sich das Kabinett einig, weitgehende Einschnitte in den
Ausgaben. Diese Aufgabe wird sich nicht mehr mit der Reduzierung von
freiwilligen Leistungen erreichen lassen - es bedarf vielmehr grundsätzlicher
und damit struktureller Änderungen. Nur sie können sicherstellen, dass mittel-
und langfristig die Ausgaben des Landes nachhaltig gesenkt werden. Das Kabinett
hat deshalb zugestimmt, die notwendigen gesetzlichen Änderungen in einem
Haushaltsstrukturgesetz zu bündeln.
Das Ministerium schlägt als ersten Schritt einer Konsolidierungspartnerschaft
zwischen Land und Kommunen die Veränderung der Finanzbeziehungen vor. Eine
Änderung des Finanzausgleichsgesetzes (FAG) wurde zur Anhörung freigegeben. In
der Gesamtsumme wird eine Reduzierung um 133 Mio. Euro vorgeschlagen. Dies
könnte die Schülerbeförderung, die Jugendpauschale, eine gesonderte Regelung
zum Familienleistungsausgleich und die Verbundquote betreffen.
Die Personalausgabenansätze bleiben bei der Eckwerteermittlung unberücksichtigt.
Der Koalitionsvertrag formuliert die Zielgröße von 2000 abzubauenden Stellen
pro Jahr, der 250 Neueinstellungen gegenüberstehen dürfen. Um dieses Ziel zu
erreichen, bedarf es zusätzlicher personalwirtschaftlicher Maßnahmen. Die
Landesregierung will bis zum Herbst ein neues Personalentwicklungskonzept
vorlegen, das inhaltliche Schwerpunkte definiert.
Das Kabinett hat sich schließlich darüber verständigt, dass für eine
nachhaltige Konsolidierung auch an die Landesgesellschaften gesteigerte
Renditeerwartungen gestellt werden müssen. Dafür ist es unumgänglich,
Umstrukturierungen zur Kostensenkung auf den Weg zu bringen und stärker als
bisher Synergieeffekte zu nutzen.
Zum weiteren Verfahren: Alle Ministerien erarbeiten jetzt Vorschläge
zur Untersetzung der Eckwerte. Die Landesregierung wird am 18. Juli 2006 den
Haushaltsplanentwurf 2007 und die Mittelfristige Finanzplanung bis 2010
verabschieden. Im September soll der Haushalt in den Landtag eingebracht
werden. Vorbehaltlich der parlamentarischen Beratungen könnte er dann im
Dezember verabschiedet werden.
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