Ministerpräsident Böhmer auf
Anästhesistenkongress: Deutschland braucht den Mut zu unangenehmen
Entscheidungen
17.05.2006, Magdeburg – 240
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 240/06
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 240/06
Magdeburg, den 17. Mai 2006
Ministerpräsident Böhmer auf
Anästhesistenkongress: Deutschland braucht den Mut zu unangenehmen
Entscheidungen
Mehr Mut zu unangenehmen
Entscheidungen in der Politik hat heute Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang
Böhmer vor dem Deutschen Anästhesistenkongress in Leipzig gefordert. Dies gelte
auch hinsichtlich der Gesundheitsreform, betonte Böhmer.
Der Ministerpräsident, der die
traditionelle Hellmut-Weese-Gedächtnisvorlesung zur Eröffnung des Kongresses
hielt, sprach zum Thema: "Wählerwille und Patientenwohl: Zwei Argumente
zur Durchsetzung eigener Interessen in Politik und Medizin".
Politiker, so Böhmer, seien
schon lange nicht mehr nur ihrem Gewissen unterworfen, wie es das Grundgesetz
fordere. Im Bestreben um die Durchsetzung von Zielen werde zu oft einem
imaginären Wählerwillen Rechnung getragen. Das Ergebnis seien Kompromisse ¿
gelegentlich auch faule. "Der Politik in Deutschland fehlt der Mut zu
unangenehmen Entscheidungen. Dennoch werden wir im Interesse aller um solche Entscheidungen
nicht umhin kommen. Das gilt auch für die Gesundheitsreform", betonte der
Regierungschef.
Böhmer, der selber Arzt ist,
warf auch der Medizin vor, unter dem Deckmantel des Patientenwohls häufig
eigene Interesse zu verfolgen.
Das Grundproblem, vor dem das
Gesundheitssystem in Deutschland heute stehe, sei ein Kostenproblem. Die
Ursachen dafür seien neben demographischen Faktoren und dem medizinischen
Fortschritt oft genug auch anderer Art. So sei z. B. die Zahl der
Herzkatheder-Untersuchungen in Deutschland seit Beginn der achtziger Jahre um
das 18fache gestiegen. Es sei fraglich, ob dies allein im Patientenwohl begründet
sei.
Auch die Patienten müssten
erkennen, dass nicht alles, was medizinisch machbar, auch sinnvoll sei.
"Wir müssen akzeptieren, dass wir zur Gesunderhaltung selber mehr leisten
müssen. Dazu zählt eine gesunde Lebensweise ebenso wie die Bereitschaft, für
das Mehr an Leistungskraft der modernen Medizin auch einen höheren eigenen
finanziellen Beitrag zu leisten."
Impressum:
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Sachsen-Anhalt
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Tel: (0391) 567-6666
Fax: (0391) 567-6667
Mail: staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de
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