Mai-Steuerschätzung: Mindereinnahme für das
Land in Höhe von 85 Millionen Euro - Mehreinnahmen für Kommunen
16.05.2006, Magdeburg – 237
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 237/06
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 237/06
Magdeburg, den 16. Mai 2006
Mai-Steuerschätzung: Mindereinnahme für das
Land in Höhe von 85 Millionen Euro - Mehreinnahmen für Kommunen
Finanzminister Jens Bullerjahn hat heute das
Kabinett über die Ergebnisse der Steuerschätzung für das Jahr 2006 informiert
und mit seinen Kollegen Strategien diskutiert. Demnach kann das Land für 2006
mit rund 33 Mio. Euro mehr an Steuereinnahmen als nach der letzten Schätzung
vom Herbst 2005 rechnen. Gleichwohl ergeben sich insgesamt für den Landeshaushalt
Mindereinnahmen von rund 85 Millionen Euro. Ursprünglich war mit Mehreinnahmen
von 107 Millionen Euro gerechnet worden.
So ist zu berücksichtigen, dass sich für 2006
eine Rückzahlung im Länderfinanzausgleich von 36 Mio. Euro aufgrund der
überproportionalen Steuereinnahmen im Vorjahr ergibt. Die Rückzahlung erfolgte
im März dieses Jahres. Auch die demografische Entwicklung Sachsen-Anhalts
schlägt sich in der Prognose nieder. Der Einwohnerrückgang führt zu einem
Einnahmeverlust von rund 60 Millionen Euro. Einer weiteren Korrektur bedarf die
Regionalisierung aufgrund der überproportional steigenden kommunalen
Steuereinnahmen in Sachsen-Anhalt. Im Länderfinanzausgleich werden grundsätzlich
64 Prozent der kommunalen Finanzkraft gewertet, so dass das Land entsprechender
weniger Zuweisungen erhält.
Minister Bullerjahn erklärt zu den
Ergebnissen: ¿Das Ergebnis der Mai-Steuerschätzung ist vorsichtig zu
interpretieren. Insbesondere im laufenden Jahr und im Jahr 2007 ist aufgrund
anstehender steuerrechtlicher Änderungen ein verändertes Verbraucherverhalten
nicht auszuschließen. Um die Konsolidierung der Landesfinanzen fortzusetzen,
soll nach der Steuerschätzung im Herbst dieses Jahres entschieden werden, ob
ein Nachtragshaushalt eingebracht wird. Dabei wird das Ziel der Landesregierung,
die Nettoneuverschuldung bis zum Jahr 2011 auf Null zu reduzieren, weiter
oberste Priorität haben.¿
Weiterführende Maßnahmen der
Haushaltsbewirtschaftung wie eine Haushaltssperre werden im Moment nicht für
notwendig gehalten.
Das Steueraufkommen der Kommunen in
Sachsen-Anhalt entwickelt sich sehr positiv. Es konnte im vergangenen Jahr um
rund zehn Prozent gesteigert werden. So haben die Kommunen des Landes im Jahr
2005 erstmals die Milliardengrenze bei den Steuereinnahmen überschritten. Die
Gemeinden profitieren von einer deutlichen Steigerung der Gewerbesteuereinnahmen,
wobei diese Zuwachsrate in diesem Jahr voraussichtlich etwas weniger stark
ausfallen wird als in den beiden Vorjahren (jeweils über 20 Prozent). Der
Anstieg der Gewerbesteuer fällt für Sachsen-Anhalt bundesweit überdurchschnittlich
aus.
Einnahmen aus Steuern, LFA und
Fehlbetrags-BEZ (Mio. ¿)
2006
2007
2008
2009
2010
Ergebnis der Regionalisierung
5.243
5.522
5.691
5.871
6.109
Korrekturen wegen:
Einwohnerrückgang
-40
-107
-168
-225
-282
Höhere Gewerbesteuereinnahmen
-40
-40
-40
-40
-40
Vorjahresausgleich
-36
Spitzabrechnung LFA 2004
7
Risikoabschlag
-50
-50
-50
-100
Schätzergebnis für ST
5.134
5.325
5.433
5.556
5.687
Einnahmen aus Steuern, LFA und
Fehlbetrags-BEZ (Mio. ¿) im Vergleich mit der vorherigen Steuerschätzung bzw.
der Mittelfristigen Finanzplanung
2006
2007
2008
2009
2010
Steuerschätzungen 2005
5.101
5.107
5.206
5.319
HP/Mipla
5.219
5.306
5.426
5.549
Schätzergebnis Mai 2006
5.134
5.325
5.433
5.556
5.687
Abweichung zu HP/Mipla
-85
19
7
7
Abweichung zur vorherigen Steuerschätzung
33
218
227
237
Veränderung zum Vorjahr
107
191
108
123
131
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Tel: (0391) 567-6666
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