Ted Herold Konzert in der
Gedenkstätte in Marienborn
25.04.2006, Halle (Saale) – 55
- Landesverwaltungsamt
Landesverwaltungsamt - Pressemitteilung Nr.: 55/06
Landesverwaltungsamt -
Pressemitteilung Nr.: 55/06
Halle (Saale), den 24. April 2006
Ted Herold Konzert in der
Gedenkstätte in Marienborn
Fetziger Rock-´n´-Roll in der
Gedenkstätte. Anlass hierfür ist der 30. Jahrestag der Ermordung von Michael
Gartenschläger, der sich vom jugendlichen Anhänger der Rockmusik zum
entschiedenen Gegner des SED-Staates entwickelte. Die Geschichte
Gartenschlägers hatte über seinen Tod hinaus Auswirkungen auf die
deutsch-deutsche Politik: Er leistete einen entscheidenden Beitrag zum Abbau
sämtlicher Minen des DDR-Grenzregimes.
1956 kam in den USA eine neue Musik
auf, der Rock-´n´-Roll. Diese Musikrichtung wurde sehr schnell unter den
Jugendlichen auf der ganzen Welt populär. Ihr berühmtester Vertreter war Elvis
Presley. Viele Jugendliche waren damals begeistert von seiner Musik und
versuchten sie zu kopieren, so auch Ted Herold. Damals selbst noch
Jugendlicher, wurde Ted Herold sehr schnell als deutscher Vertreter der
Rockmusik bekannt. Viele Eltern und Großeltern waren geschockt von der Musik,
zu der die Jugendlichen damals tanzten. Seine größten Erfolge feierte Ted
Herold Ende der 1950er und Anfang der 60er Jahre.
Heute noch begeistert Ted Herold mit
seiner Musik alle Generationen.
In der DDR wurde Rock-´n´-Roll von
der herrschenden SED verboten, durfte weder gespielt noch gehört werden.
Trotzdem gründete der 1944 in Strausberg bei Berlin geborene Michael
Gartenschläger 1960 mit seinen Freunden einen Ted-Herold Fan-Club - und geriet
damit ins Visier des Ministeriums für Staatssicherheit. Das MfS löste diesen
Club auf, da dieser nach SED-Sicht die ¿imperialistische Hetzpropaganda¿
unterstützte.
Als Michael Gartenschläger und seine
Kumpels 1961 aus Protest gegen den Mauerbau politische Parolen wie ¿Freiheit¿,
¿Macht das Tor auf¿ oder ¿SED-nee!¿ an Hauswände malten und eine Feldscheune
anzündeten, wurde der Siebzehnjährige zu lebenslanger Haft verurteilt.
Zehn Jahre später kaufte die
Bundesrepublik Deutschland den politisch verfolgten frei. Sein Kampf gegen die
SED-Diktatur war damit jedoch nicht beendet. Neben der Hilfe zur Flucht aus der
DDR für 31 Freunde und Bekannte, demontierte er zwei an der innerdeutschen
Grenze installierte Splitterminen (¿SM 70¿) und machte somit auf die
Menschenrechtsverletzungen der SED-Machthaber aufmerksam.
Am 30. April 1976 wurde er von einem
Spezialkommando des MfS mit 129 Schuss Dauerfeuer aus Maschinenpistolen
erschossen. Anlässlich seines 30. Todestages möchte die Gedenkstätte Deutsche
Teilung Marienborn in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung
Sachsen-Anhalt durch das Open-Air-Konzert mit Ted Herold an Michael
Gartenschläger erinnern.
Das Konzert wird am 30. April 2006
um 15 Uhr auf dem (überdachten) Gelände der Gedenkstätte stattfinden; der
Eintritt ist frei.
Für Fragen steht der
Gedenkstättenleiter Dr. Joachim Scherrieble gerne zur Verfügung.
Informationen erhalten Sie unter
Tel.: (039406) 92090 oder Email: gedenkstaette@marienborn.de
Impressum:
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