Wirtschaftsminister will Potenziale
ausschöpfen
Land startet Offensive zur Ansiedlungunternehmensnaher Dienstleistungen
22.03.2006, Magdeburg – 36
- Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung
Ministerium für Wirtschaft und Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 036/06
Ministerium für Wirtschaft und
Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 036/06
Magdeburg, den 20. März 2006
Wirtschaftsminister will Potenziale
ausschöpfen
Land startet Offensive zur Ansiedlungunternehmensnaher Dienstleistungen
Die Landesregierung wird eine Offensive zur verstärkten Ansiedlung unternehmensnaher
Dienstleistungsunternehmen starten. Die Wirtschaftsfördergesellschaft des
Landes, WiSA, ist beauftragt, entsprechende Schritte einzuleiten. Das Projekt
konzentriert sich auf technische Dienstleistungen mit großem
Arbeitskräftebedarf (z.B. aus den Bereichen Logistik, Informationstechnologien,
Ingenieurdienste) sowie auf die Gründung von Dienstleistungsunternehmen aus
Hochschulen.
¿Nach der guten Entwicklung der Industrie in unserem Land ist die etwas
unterdurchschnittliche Entwicklung der unternehmensnahen Dienstleistungen
überraschend. Da heute Dienstleistungen einen zunehmend wichtigeren Anteil an
der Wertschöpfung einnehmen, ist dies für uns ein guter Grund, unser Augenmerk
verstärkt auf die Dienstleistungswirtschaft zu richten¿ sagte Wirtschaftsminister
Dr. Horst Rehberger. In diesem Bereich seien in den letzten Jahren schon einige
Erfolge erzielt worden. Zu denken sei an die Ansiedlungen im Bereich der Call
Center und im Bereich der Logistik. ¿Ich gehe davon aus, dass wir hier aber
noch Potenziale haben, die wir in den nächsten Monaten und Jahren verstärkt
ausschöpfen wollen¿, sagte Rehberger weiter.
Der Dienstleistungssektor ist der Schlüsselbereich für Wachstum und Beschäftigung.
Schon heute sind in Deutschland etwa 70% der Erwerbstätigen im
Dienstleistungssektor tätig. Der Prognos Deutschlandreport geht in seiner
Prognose bis 2020 von einer weiteren Steigerung der realen Wirtschaftsleistung
von 50% im Dienstleistungssektor und von 30% im Produzierenden Gewerbe aus.
Damit wird das gesamtwirtschaftliche Wachstum überwiegend durch die Entwicklung
des Dienstleistungssektors getragen.
Besonders günstige Wachstumsbedingungen besitzen aufgrund der fortschreitenden
weltweiten Arbeitsteilung die Wirtschaftszweige Logistik und Nachrichtenübermittlung
sowie aufgrund der steigenden Dienstleistungsorientierung die Wirtschaftszweige
Dienstleistungen für Unternehmen (v. a. Datenverarbeitung/ Software),
Vermietung beweglicher Sachen und das Versicherungsgewerbe.
Sachsen-Anhalt besitzt gemäß einer Untersuchung der Nord LB Regionalwirtschaft
im Bereich der unternehmensorientierten Dienstleistungen noch einen
Nachholbedarf. In Sachsen-Anhalt lag der Anteil der Beschäftigten im Bereich
der unternehmensorientierten Dienstleistungen mit 9,8% unter dem bundesdeutschen
Durchschnitt von 13,8%. Zudem haben sich Beschäftigung und
Unternehmensgründungen im Bereich der unternehmensnahen Dienstleistungen nicht
wie erwartet entwickelt. Die große Dynamik in der Entwicklung der Industrie und
Sachsen-Anhalt übertrug sich nicht ausreichend auf die Entwicklung des
Dienstleistungssektors.
In einem Branchenvergleich zeigte sich, dass das Beschäftigungswachstum
zwischen 1999 und 2003 in wichtigen Dienstleistungsbranchen wie Logistik,
Kreditgewerbe, Forschung- und Entwicklung, Rechts- Steuer- und Unternehmensberatung,
Versicherungsgewerbe, Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften schwächer
verläuft als in Deutschland insgesamt. Eine vergleichsweise bessere Entwicklung
war nur in den Branchen Call Center und IuK-Dienstleistungen zu beobachten.
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