Kabinett beschließt Sozialpolitisches
Gesamtkonzept
Sozialminister Kley: Kein starres Korsett, sondern flexible Richtschnur
14.03.2006, Magdeburg – 158
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 158/06
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 158/06
Magdeburg, den 14. März 2006
Kabinett beschließt Sozialpolitisches
Gesamtkonzept
Sozialminister Kley: Kein starres Korsett, sondern flexible Richtschnur
Sachsen-Anhalts
Landesregierung hat am heutigen Dienstag in ihrer Kabinettssitzung Eckpunkte
ihrer künftigen Sozialpolitik beschlossen. Sozialminister Gerry Kley betonte
nach der Kabinettssitzung, dass vor dem Hintergrund des demographischen Wandels
und der wirtschaftlichen Entwicklung dieses Zukunftspapier den Rahmen für die Sozialpolitik
der kommenden Jahre aufzeige. ¿Dieses Konzept ist jedoch kein starres Korsett,
sondern eine flexible Richtschnur. Es muss fortgeschrieben und aktuellen
Entwicklungen angepasst werden¿, so Kley.
Kley machte
deutlich, dass es in Zeiten knapper Kassen eine besondere Herausforderung sei,
Freiräume für die Kernaufgabe der Sozialpolitik zu schaffen. Diese bestünde
darin, den Menschen, die sich nicht aus eigener Kraft helfen könnten, auch
weiterhin Sicherheit und Solidarität zu bieten. ¿Die Solidarität mit den
Schwachen ist unverzichtbar¿, so Kley. Leitsatz sei dabei aber immer ¿So viel
Staat wie nötig ¿ so wenig Staat wie möglich!¿, denn der Staat allein könne
unter den aktuellen Bedingungen die soziale Sicherung seiner Bürger nicht
garantieren. Kley betonte, dass hierfür auch ein gemeinwesenorientiertes
Bürgerengagement entwickelt werden müsse, das Bürgerinnen und Bürgern die
Chance gebe, sich in sozialstaatliche Institutionen und Organisationen
einzubringen.
Sozialminister
Kley hob hervor, dass Eigenverantwortung und Selbsthilfe nur dann funktionieren
würden, wenn es gleiche Startchancen für alle gebe. Deshalb, so der Minister,
kämen im Sozialpolitischen Gesamtkonzept Bildung und Ausbildung eine so große
Bedeutung zu. Gute Bildung eröffne bessere Beschäftigungsmöglichkeiten und
damit einen besseren Lebensstandard, so Kley. In seinem Ressort werde deshalb
nach der landesweiten Etablierung des Bildungsprogramms in Kindertagesstätten
intensiv an der Verzahnung von KiTa¿s und Grundschulen sowie am qualitativen
Ausbau der Hortangebote gearbeitet. All diese Maßnahmen würden letztlich auch
dem drohenden Fachkräftemangel entgegenwirken. Entscheidend sei dabei, ob es
gelinge, jungen und gut ausgebildeten Menschen attraktive Jobangebote im Land
zu unterbreiten.
Als weitere
Aufgabe im Sozialbereich nannte Kley die Fortführung der erfolgreichen
Familienpolitik des Landes. Neben einer bedarfsgerechten und für alle
bezahlbaren Kinderbetreuung, die zudem flexibel die Bedürfnisse der Kinder und
Eltern berücksichtigt, seien weitere Maßnahmen vor Ort notwendig, um
Familienfreundlichkeit auf lokaler Ebene stärker zu verankern.
Nicht
zuletzt müsste die Erziehungsleistung von Eltern mehr honoriert werden als
bisher. Kley verwies auf finanzielle Anreize, direkte Transferleistungen in
Form von Kindergeld und steuerliche Entlastungen mit zunehmender Kinderzahl.
Dazu gehöre
auch Chancengleichheit für Frauen und Männer, insbesondere der
gleichberechtigte Zugang und chancengleiche Arbeitsbedingungen bei
existenzsichernder Erwerbstätigkeit. Familienarbeit und die Verantwortung für
Kinder dürften für Mütter und Väter nicht zum Karriereknick oder gar
beruflichen Aus führen. Kley bezeichnete die starke Berufsorientierung junger
Frauen und den steigenden Bedarf der Wirtschaft an hochqualifizierten
Fachkräften als historisch einmalige Chance, die Gleichberechtigung von Frauen
und Männern am Arbeitsmarkt durchzusetzen.
Im
Zusammenhang mit der medizinischen Versorgung erneuerte der Minister seine Forderung
an den Bund, im Rahmen einer Reform der gesetzlichen Krankenversicherung die
Einkommenssituation der niedergelassenen Ärzte zu verbessern und sie von
unnötigem Verwaltungsaufwand zu entlasten. Dazu müsse auch die seit langem
geplante elektronische Gesundheitskarte beitragen. Zudem könnten eine bessere
Vernetzung von ambulanter und stationärer Versorgung und integrative Versorgungskonzepte
zu einem effizienterem Mitteleinsatz im Sinne einer hochwertigen medizinischen
Versorgung der Patientinnen und Patienten beitragen.
Als
Herausforderung und wichtige Zukunftsaufgabe sieht das Land die
Weiterentwicklung der Pflegelandschaft in Sachsen-Anhalt. Der Grundsatz
¿ambulant vor stationär¿ müsse noch konsequenter umgesetzt werden als bisher,
so Kley. ¿Wir brauchen einen radikalen Umstieg von der Heimversorgungskultur
zur Gemeinwesenorientierung¿, sagte der Minister. Dort wo Alt und Jung
zusammenlebten, also in normalen Wohngebieten, müssten neue Wohnformen und
¿angebote etabliert werden. Dabei komme der Barrierefreiheit zentrale Bedeutung
zu. Barrierefreiheit schaffe Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben im
Alter, aber auch für behinderte Menschen. Sie ermögliche mehr Mobilität und
somit auch mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Dem Sport
kommt nach Ansicht von Kley als Haltefaktor für Jugendliche und als
Beschäftigungsfaktor für die Region, aber auch als Chance für Integration und
als Gesundheitsförderer eine große Bedeutung zu. Dem werde die Landesregierung
Rechnung tragen und deshalb zur Stärkung des Vereinssports Möglichkeiten
erschließen, um Vereinen die Übernahme von nicht mehr genutzten Schulsportanlagen
zu eröffnen. Ziel sei es, bekräftigte der Minister, die Förderung des
organisierten Sports konstant zu halten.
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