Bauminister Daehre sieht 2006 als Wendejahr
für Stadtumbau ? Aufwertung wird verstärkt, Abriss soll konsequent fortgeführt
werden
21.02.2006, Magdeburg – 18
- Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr
Ministerium für Bau und Verkehr - Pressemitteilung Nr.: 018/06
Ministerium für Bau und Verkehr -
Pressemitteilung Nr.: 018/06
Magdeburg, den 21. Februar 2006
Bauminister Daehre sieht 2006 als Wendejahr
für Stadtumbau ¿ Aufwertung wird verstärkt, Abriss soll konsequent fortgeführt
werden
Der
Stadtumbauprozess in Sachsen-Anhalt soll in diesem Jahr in eine neue
Umsetzungsphase eintreten. ¿Wir stehen vor einer inhaltlichen Wende, mit der
die Aufwertung stärker in das Blickfeld rückt¿, sagte Landesbauminister Dr.
Karl-Heinz Daehre heute in Magdeburg. Der Abriss von dauerhaft leer stehenden
Wohnungen werde konsequent fortgeführt. ¿Zugleich müssen wir uns aber stärker
auf die Beantwortung der Frage konzentrieren, wie wir die entstandenen
Freiräume nachhaltig ausgestalten¿, forderte er.
In der nun
beginnenden Etappe komme der Internationalen Bauausstellung in Sachsen-Anhalt
(IBA) eine besondere Bedeutung zu, betonte Daehre. Schon jetzt werde das
Bemühen der daran beteiligten 18 Kommunen deutlich, den demografischen Wandel
durch kreative Ansätze im Stadtumbau zu gestalten. ¿An zahlreichen Stellen beginnen
die in den zurückliegenden Jahren entwickelten Visionen bereits Realität zu
werden¿, fasste der Minister die Eindrücke von seiner jüngsten Rundreise durch
mehrere IBA-Städte zusammen. In den kommenden Monaten werde ein so genannter
Masterplan vorbereitet, der als Entscheidungsgrundlage für die weitere
Projektförderung diene.
Die bisherige Konzentration auf den Abriss
hat nach Einschätzung von Daehre neben deutlich erkennbaren
Stabilisierungseffekten auf dem Wohnungsmarkt auch dazu beigetragen, die
Attraktivität vieler Stadtteile zu erhöhen. Ein wesentlicher Grund dafür sei
die Neuordnung der Förderabwicklung unter Einbeziehung der Investitionsbank
Sachsen-Anhalt (IB). Nach Bewilligung der Mittel können die Wohnungsunternehmen
seitdem alle Abrisse vollziehen und sich schneller von den Kosten des
Leerstandes entlasten. Obwohl die Bund-Länder-Vereinbarung zum Stadtumbau und
der Städtebauforderung noch nicht vorliege, werde das Land auch in diesem Jahr
seinen Anteil in Höhe von fast 24 Millionen EUR wieder vorfristig zur Verfügung
stellen. ¿Die Dynamik des Stadtumbaus muss gesichert werden¿, begründete Daehre
die Entscheidung.
Seit dem Start des Programms ¿Stadtumbau Ost¿
im Jahre 2002 sind in Sachsen-Anhalt insgesamt rund 225 Millionen Euro
bewilligt worden. Davon wurden bislang rund zwei Drittel (ca. 127 Mio. EUR) für
Abriss- und ein Drittel (ca. 98 Mio. EUR) für Aufwertungsmaßnahmen eingesetzt.
Mit den öffentlichen Fördermitteln können fast 39.500 dauerhaft leer stehende
Wohnungen vom Markt genommen werden. Bislang sind davon mehr als 29.700
abgerissen worden.
Trotz der unumgänglichen Schwerpunktsetzung
beim Abriss seien auch im Programmteil Aufwertung beispielhafte Lösungen
umgesetzt worden, hob der Bauminister hervor. Dazu gehörten u.a. die Sanierung
von Kindereinrichtungen und Schulen in den Fördergebieten, die Anpassung
öffentlicher Räume an die Bedürfnisse behinderter Menschen sowie die Anpassung
der Verkehrsinfrastruktur in den Stadtumbaugebieten. Daehre verwies auf die
vorrangige Bearbeitung von Förderanträgen zur Sanierung und Instandsetzung von
Kindertagesstätten und Schulen im Rahmen des Programmteils Aufwertung. Hierfür
habe die Landesregierung allein im Programmjahr 2005 den Kommunen rund elf Millionen
Euro Bundes- und Landesmittel aus den Programmen Stadtumbau und Stadtsanierung
zur Verfügung gestellt. Der Zustand von mehr als dreißig Schulen und
Kindertagesstätten sei verbessert worden und trage zur Schaffung eines
familienfreundlichen Wohnumfeldes bei.
Zur Verhinderung des Abrisses wertvoller
historischer Gebäude mit Fördermitteln aus dem Programm ¿Stadtumbau Ost¿ ist
nach Auskunft von Daehre mit der Verwaltungsvereinbarung 2005 festgeschrieben
worden, dass der Rückbau von vor 1914 errichteten Gebäuden oder anderen, das
Stadtbild prägenden Gebäuden grundsätzlich der Zustimmung des Landes bedarf.
Ausnahmen bestehen, wenn in einem nach landesrechtlichen Vorschriften
geregelten Verfahren unter Beteiligung der zuständigen Denkmalschutzbehörde die
Zustimmung zum Abriss erteilt wurde. Gleiches gilt, wenn im Rahmen eines
Stadtentwicklungskonzeptes der Abriss des Gebäudes abgestimmt wurde.
Darüber hinaus wird mit der
Verwaltungsvereinbarung die Möglichkeit eingeräumt, drei Prozent der
Fördermittel dieses Programms ohne Eigenanteil der Kommune für
Sicherungsmaßnahmen an vor 1914 errichteten Gebäuden in straßenparalleler
Blockrandbebauung (Vorderhäuser) einzusetzen. Dies kann ab diesem Programmjahr
zur Wirkung kommen, wenn Kommunen entsprechende Anträge stellen.
Impressum:
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Pressestelle
Turmschanzenstraße 30
39114 Magdeburg
Tel: (0391) 567-7504
Fax: (0391) 567-7509
Mail: presse@mbv.lsa-net.de
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