Finanzminister Paqué fordert sachliche
Diskussion zu Mindestlöhnen
13.02.2006, Magdeburg – 9
- Ministerium der Finanzen
Ministerium der Finanzen - Pressemitteilung Nr.: 09/06
Ministerium der Finanzen -
Pressemitteilung Nr.: 09/06
Magdeburg, den 13. Februar 2006
Finanzminister Paqué fordert sachliche
Diskussion zu Mindestlöhnen
Finanzminister Paqué hat sich irritiert gezeigt über die jüngste
Diskussion zu Mindestlöhnen. Die Diskussion darüber sei ¿ein einziges Durcheinander¿
und müsse schleunigst versachlicht werden. Dies gelte insbesondere für die
Frage, ob es um gesetzliche oder tarifliche Mindestlöhne gehe.
Gesetzliche Mindestlöhne hätten die SPD- und die CDU-Bundesspitze
gefordert. Die FDP lehne diese strikt ab, Unionspolitiker wie die Ministerpräsidenten
Koch und Milbradt würden dies genauso sehen. Paqué: ¿Ein gesetzlicher
Mindestlohn wäre für Deutschland schlecht und für Sachsen-Anhalt eine Katastrophe,
denn er zerstört massenhaft Arbeitsplätze im Dienstleistungsbereich.¿ Im
übrigen sei ein gesetzlicher Mindestlohn ein totaler Fremdkörper in einer
sozialen Marktwirtschaft mit Tarifautonomie. Paqué: ¿Wer ihn fordert,
unterhöhlt die Tarifautonomie.¿
Anders sähe es mit tariflichen Mindestlöhnen aus. Paqué: ¿Die gibt es
schon heute. Und schon heute können tarifliche Mindestlöhne nach dem
Tarifvertragsgesetz unter bestimmten Umständen für allgemeinverbindlich erklärt
werden. Da gibt es überhaupt keinen Handlungsbedarf.¿
Es sei deshalb merkwürdig, dass Forderungen wie die von Ministerpräsident
Böhmer, Kombilohnmodelle würden eine tarifvertragliche Einigung über den von
Unternehmen zu zahlenden Mindestlohn nötig machen, als Forderung nach einem
(gesetzlichen) Mindestlohn interpretiert würden. Tatsächlich seien solche
Einigungen im Rahmen der bisherigen Tarifautonomie absolut möglich, wenn auch
in der Praxis sicherlich sehr schwierig. Um gesetzliche Mindestlöhne handele es
sich aber offenbar nicht. Von einem Dissens zwischen Böhmer und Paqué könne
deshalb auch keine Rede sein.
Allerdings warnte
Paqué davor zu glauben, mit Kombilohnmodellen seien die Probleme des
Arbeitsmarkts zu lösen. Paqué: ¿Kombilöhne sind nicht mehr als ein Instrument,
um Langzeitarbeitslose in Beschäftigung zurückzuführen. Sie können nur
befristet und für einen beschränkten Personenkreis angewandt werden - sonst
werden sie zu teuer.¿
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