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Erfolgsmodell Gemeinsames Krebsregister wird
weiterentwickelt / Gesundheitsminister Kley: Selbstverwaltung muss zentrale
Stelle für Mammographiescreening zügig benennen

08.02.2006, Magdeburg – 72

  • Staatskanzlei und Ministerium für Kultur

 

 

 

 

 

 

 

 

Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 072/06

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Staatskanzlei - Pressemitteilung

Nr.: 072/06

 

 

 

Magdeburg, den 8. Februar 2006

 

 

 

Erfolgsmodell Gemeinsames Krebsregister wird

weiterentwickelt / Gesundheitsminister Kley: Selbstverwaltung muss zentrale

Stelle für Mammographiescreening zügig benennen

 

Das Landeskabinett stimmte am heutigen Mittwoch einer Änderung des

Staatsvertrages über das Gemeinsame Krebsregister der Länder Berlin,

Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen

und Thüringen aus dem Jahr 1997 zu. Damit soll das Gemeinsame Krebsregister fit

für die Zukunft gemacht werden.

 

Das Gemeinsame Krebsregister erfüllt für die neuen Bundesländer flächendeckend

die gesetzlichen Aufgaben nach dem Bundeskrebsregistergesetz. Neben einem

kontinuierlichen Monitoring regionaler Krebshäufungen ermöglicht es auch die

Ermittlung auffälliger zeitlicher Trendentwicklungen und gibt Hinweise auf

besonders belastete Bevölkerungsgruppen. Damit bietet es die Datengrundlage für

die Krebsursachenforschung und gestattet die Abschätzung künftiger

Entwicklungen des Krebserkrankungsgeschehen. Auf diese Weise leistet das

Krebsregister einen wichtigen Beitrag für die Verbesserung der individuellen

Gesundheit und damit der Gesundheit der Bevölkerung insgesamt.

 

Der Änderungs- und Ergänzungsbedarf umfasst im

wesentlichen Regelung des Datenaustausches zwischen den bevölkerungsbezogenen

Krebsregistern der einzelnen Länder in der Bundesrepublik Deutschland, die zur

Vermeidung von Mehrfachmeldungen erforderlich sind. Hervorzuheben ist die

Einführung einer Abgleichmöglichkeit mit den Resultaten des vor der Einführung

stehenden präventiven Mammographiescreenings. Daneben wird eine Anpassung an

informationstechnische Weiterentwicklungen und die Ausweitung auf zu erfassende

Erkrankungsfälle an gutartigen Tumoren des Zentralnervensystems entsprechend

den Empfehlungen des Europäischen Netzwerkes der Krebsregister ermöglicht. Gesundheitsminister

Gerry Kley sagte nach der Kabinettssitzung: ¿Mit den genannten Änderungen und

Ergänzungen steht im Kampf gegen den Krebs ein modernes und leistungsfähiges

Dokumentationsinstrument zur Verfügung. Das Risiko,

im Verlauf des Lebens an einem bösartigen Tumor zu erkranken, beträgt in

Deutschland derzeit mehr als 30 Prozent. Dies erfordert ein verantwortungsbewusstes

Handeln aller.¿

 

Mit der geplanten Einführung eines bundesweiten

Mammographiescreenings als präventive Maßnahme sei ein wichtiger Baustein im

Kampf gegen den Brustkrebs, der bei Frauen den größten Anteil an Krebserkrankungen

darstellt, gegeben. Die Änderung des Staatsvertrages ermögliche künftig einen

gezielten Datenabgleich und die Aufdeckung

sogenannter Intervallkarzinome.

Minister Kley forderte in diesem Zusammenhang die Vertreter der

Selbstverwaltung in Sachsen-Anhalt auf, nunmehr zügig die gemeinsame Stelle zur

Koordinierung des Mammographiescreenings im Land zu benennen: ¿Die Politik hat

die Voraussetzungen für die Einführung des Mammographiescreenings geschaffen.

Nun müssen Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigung sich endlich einigen¿,

so der Minister.

 

Hintergrund

 

Jährlich treten in Deutschland etwa 420.000

Krebsneuerkrankungen auf, allein in Ostdeutschland einschließlich Berlin sind

es annähernd. 80.000. Darüber hinaus stellen die bösartigen Neubildungen nach wie vor nach den Herz- Kreislauf- Erkrankungen

die zweithäufigste Todesursache dar. Das Risiko, im Verlauf des Lebens an einem

bösartigen Tumor zu erkranken, beträgt derzeit mehr als 35 % bei Männern

und mehr als 30 % bei Frauen, d. h. jeder Dritte erkrankt inzwischen an

Krebs! Während nur ca. 250 von 100.000 Menschen unter 65 Jahren an Krebs

erkranken, ist die Erkrankungshäufigkeit der über 65-jährigen siebenmal höher.

Ihr Anteil an den Krebsneuerkrankungen beträgt derzeit mehr als 60 %!

 

Um 1900 betrug die Lebenserwartung von Frauen

48 Jahre, heute liegt sie knapp bei 82 Jahren. Anders formuliert: Der

Anteil der 65-Jährigen an unserer Bevölkerung wächst rapide. Lag er um 1900

noch bei unter 2%, liegt er derzeit bei über 15%; Mitte dieses Jahrhunderts

sollte er bei gut 25% liegen. Oder noch anders gesagt: Während im Jahre 1900

rund 75% der Bevölkerung damit rechnen mussten, vor dem 65. Lebensjahr zu

sterben, ist die Situation heute fast umgekehrt - über 70% von uns werden das

65. Lebensjahr erreichen. Damit nimmt das Risiko, an Krebs zu erkranken

und daran zu sterben gleichermaßen zu.

 

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gemeinsamen

Krebsregisters (GKR) garantieren mit Jahresberichten, mit der Erstellung von

¿Themenberichten¿ und mit der Zusammenstellung von Daten nach ¿Kundenauftrag¿

die gewünschte Rückkopplung zu den Meldern. Mit seinen Berichten kommt das GKR

seiner Pflicht nach, die ihm gemeldeten Daten der interessierten Öffentlichkeit

zugänglich zu machen. Diesem Anliegen wird der inzwischen vorgelegte Dritte

Jahresbericht ¿Krebsinzidenz 2001 und 2002 ¿

wieder gerecht. Mit dieser Publikation liegen für die ostdeutschen Länder

aktuelle epidemiologische Krebsdaten vor. Sie sind von Ärzten, Epidemiologen

und anderen onkologisch tätigen Wissenschaftlern sowie Gesundheitspolitikern,

aber auch von interessierten Laien nutzbar. Die Publikation beinhaltet eine

Fülle von epidemiologischen Basisdaten zu Krebsneuerkrankungen sowohl für jedes

einzelne der ostdeutschen Länder als auch für das gesamte Einzugsgebiet des

GKR. Neben Inzidenzdaten werden auch Mortalitätszahlen dargestellt. Grafische

Darstellungen visualisieren das Zahlenmaterial in anschaulicher Weise. Diese

Anknüpfung an den Vorgängerbericht sorgt für den gewünschten Wiedererkennungswert.

Basis dieses Jahresberichtes sind die gemeldeten Daten zu Krebsneuerkrankungen

der Diagnosejahre 2001 und 2002 aus den beteiligten Ländern. Zukünftig wird

auch dafür die Internetpräsentation eine zunehmende Rolle spielen.

Entsprechende Arbeiten dazu haben begonnen ¿ neben den Jahresberichten wird

sich zukünftig auch eine Datenpräsentation unter www.krebsregister-berlin.de

ansteuern lassen.

 

 

 

 

 

Impressum:

 

Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt

Pressestelle

Hegelstraße 42

39104 Magdeburg

Tel: (0391) 567-6666

Fax: (0391) 567-6667

Mail:

staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de

 

 

 

 

 

 

 

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