Kabinett tagte in Weißenfels
31.01.2006, Magdeburg – 57
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 057/06
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 057/06
Magdeburg, den 31. Januar 2006
Kabinett tagte in Weißenfels
Die
Landesregierung ist heute zu einer auswärtigen Kabinettssitzung in Weißenfels
zusammengekommen. Unter Leitung von Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer
wurden neben allgemeinen auch regionalspezifische Themen wie
Infrastrukturmaßnahmen, die soziale und kulturelle Förderung sowie die
Schulentwicklung in Weißenfels und dem Landkreis beraten.
Soziales
Das
Gesundheits- und Sozialministerium hat seit 2002 mehr als 19 Millionen Euro in
die Krankenhauslandschaft und soziale Infrastruktur im Landkreis Weißenfels
investiert.
Um die
akutstationäre medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten zu
verbessern, wurden umfangreiche Baumaßnahmen in Krankenhäusern gefördert. Seit
2002 wurden neben der Pauschalförderung in Höhe von 2,4 Millionen Euro rund 11
Millionen Euro Landesmittel zur Modernisierung der Asklepios-Kliniken
Weißenfels-Hohenmölsen verwandt.
Im
gleichen Zeitraum unterstützte das Land mit knapp einer Million Euro die
Sanierung oder den Neubau kommunaler Sportstätten. Dazu gehören unter anderem
die neue Dreifeldsporthalle und die Sanierung des Bootshauses Beuditz-Vorstadt
in Weißenfels.
Im
Rahmen der präventiven Sozialpolitik stellte das Sozialministerium rund eine
Million Euro für Beratungsangebote, Frauenhäuser, Interventionsstellen und
Projekte der Anti-Gewalt-Arbeit zur Verfügung.
Wirtschaft
Der Landkreis Weißenfels hat sich vor allem mit Blick auf das Verarbeitende
Gewerbe in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. Besonderen Anteil daran
hat das Ernährungsgewerbe. Im Landkreis sind wichtige sachsen-anhaltische
Produzenten wie Leißlinger Mineralbrunnen und die frischli-Milchwerke ansässig.
Im ersten Halbjahr 2005 wurde im Ernährungsgewerbe im Landkreis Weißenfels ein
Umsatz von etwa 455 Mio. Euro erwirtschaftet, das entspricht einem Anteil an
der Landesproduktion von 16 Prozent.
In die Förderung des Ausbaus von Wirtschaft und gewerblicher Infrastruktur
wurden seit der Wende im Landkreis rund 494 Mio. Euro investiert. Diese wurden
mit rund 121 Mio. bezuschusst. Mit diesen Investitionen konnten etwa 6.700
Arbeitsplätze neu geschaffen und gesichert werden. Betrachtet man nur die Stadt
Weißenfels so wurden seit 1991 rund 220 Mio. Euro in gewerbliche Infrastruktur
und Wirtschaft investiert, rund 3.400 Arbeitsplätze wurden neu geschaffen oder
gesichert.
Verkehr
Der sechsspurige Ausbau der A9 ist im Bereich
des Landkreises bis auf die landschaftsgärtnerische Begleitmaßnahmen
abgeschlossen. Einzige Restmaßnahme im sachsen-anhaltischen Bereich der
Autobahn ist der technisch anspruchsvolle Umbau der Anschlussstelle Weißenfels,
mit dem im März 2005 begonnen wurde. Die Kosten dafür betragen knapp 20
Millionen Euro, die Freigabe ist für den Oktober des nächsten Jahres vorgesehen.
Zur Abrundung des Verkehrssystems und zur
Entlastung der Stadt Weißenfels ist im Zuge der B176 die Ortsumfahrung
Weißenfels-Nord geplant. Zur Baurechtsschaffung wurde im Dezember 2005 das
Planfeststellungsverfahren beantragt.
Im August 2004 trat der Landkreis Weißenfels
gemeinsam mit dem Burgenlandkreis dem Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV)
bei. Damit besteht jetzt im Großraum Halle/Leipzig ein leistungsfähiger
länderübergreifender Verkehrsverbund (Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen).
Das Land ist daran als Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr über
die Nahverkehrsgesellschaft Nasa beteiligt. Wie bei den übrigen
Mitgliedskreisen des MDV und der Stadt Halle hat das Land auch den Landkreis
Weißenfels mit einer ¿Anschubfinanzierung¿ von 250.000 Euro unterstützt.
Darüber hinaus gewährt das Land wie den anderen Mitgliedskreisen und der Stadt
Halle eine gestaffelte Verbundförderung.
Städtebau/Stadtumbau:
Um die Region Weißenfels lebenswerter zu
machen und wohnungswirtschaftlich-strukturelle Probleme zu beseitigen, hat die
Landesregierung über Jahre finanzielle Unterstützung geleistet. Im Rahmen der
Städtebauförderprogramme wurden ausgewählten Städten und Gemeinden im Landkreis
Weißenfels aus den Programmen 2002 ¿ 2005 insgesamt 14,5 Millionen Euro zur
Verfügung gestellt. Die Stadt Weißenfels erhielt davon in den Jahren knapp 13
Millionen Euro.
Weißenfels gehört zu den 43 Städten in
Sachsen-Anhalt, die im Jahr 2001 ein Stadtentwicklungskonzept erstellt haben.
Danach hat die Stadt einen Wohnungsbestand von 20.025 Wohnungen, von denen
4.207 (21%) leer stehen. Bis zum Jahr 2010 ist ein Wohnungsrückbau von 1.805
Wohnungen geplant. In den Jahren 2002 bis 2005 wurden 280 Wohnungen zum Abriss
bewilligt. Der Rückbau wurde mit rund einer Million Euro gefördert. Bis zum
jetzigen Zeitpunkt sind 275 Wohnungen abgerissen.
Hochbau
Das Land Sachsen-Anhalt, der Bund und die EU
beteiligten sich in den vergangenen fünf Jahren im Rahmen von Zuwendungen für Baumaßnahmen
in der Stadt und im Landkreis Weißenfels mit insgesamt rund 16 Millionen
Euro. Hierbei stellen Projekte im sozialen Bereich einen Schwerpunkt dar. Dazu
gehören z.B. die Sanierung und Erweiterung der integrativen
Kindertageseinrichtung und der Neubau einer Mehrzweckhalle in Weißenfels. Hier
haben sich Land und Bund mit insgesamt 3,3 Millionen Euro beteiligt.
Im kulturellen Bereich ist die Sanierung des
ehemaligen Fürstenhauses in Weißenfels hervorzuheben. Hier belaufen sich die
Zuwendungen des Landes, des Bundes und der EU auf rund 2,7 Millionen Euro.
Kultur und Bildung
Im Haushaltsjahr 2005 wurden für Kunst und Kultur in der Stadt Weißenfels
und im Landkreis Weißenfels Landesmittel in Höhe von insgesamt 170.575 Euro
bewilligt. Zu den Schwerpunkten der Förderung zählen Sanierungsmaßnahmen über
102.400 Euro am Schloss in Lützen, wo im Jahr 2007 anlässlich des 375
Todestages von Gustav II. Adolf eine Jubiläumsausstellung vorbereitet wird. Das
Land Sachsen-Anhalt wird die geplanten Vorhaben auch in den Jahren 2006 und
2007 unterstützen. So sind 131.000 Euro für Baumaßnahmen im Jahr 2006 eingeplant
und in den Jahren 2006 und 2007 jeweils 100.000 Euro für Ausstellungszwecke.
Für die 6000 Schülerinnen und
Schüler an allgemein bildenden Schulen im Landkreis Weißenfels werden im
Schuljahr 2005/06 insgesamt 16 Grundschulen, darunter 2 freie Grundschulen, 6
Sekundarschulen, 2 Gymnasien und 3 Förderschulen vorgehalten. Nachdem zum
Schuljahr 2004/05 aufgrund der zurückgehenden Schülerzahlen 4 Grundschulen geschlossen
werden mussten, sind weitere Schließungen nicht vorgesehen. Von den derzeit
noch 6 Sekundarschulen haben nach jetziger Kenntnis 5 Sekundarschulen Bestand.
Geschlossen werden müsste noch die Sekundarschule ¿Teucherner Land¿ in Teuchern
nach dem 31.7.2007. Gesichert sind die Standorte der zwei Förderschulen für
Lernbehinderte. Die Förderschule für Geistigbehinderte hat bis einschließlich
Schuljahr 2008/09 Bestand. Für die beiden Gymnasien in Weißenfels und
Hohenmölsen ist der Bestand bis zum 31.7.2009 gesichert. Aus dem Ganztagsschulprogramm
des Bundes konnten aus dem Landkreis Weißenfels zwei Projekte in die
Landesprioritätenliste aufgenommen werden. Zur Realisierung der Maßnahmen an
der Sekundarschule Ökowegschule in Weißenfels und der Grundschule Großkorbetha
wurden durch das Kultusministerium Fördergelder in Höhe von 2,735 Mio. Euro
bewilligt. Bis zum Jahr 2008 werden durch den Einsatz der Fördermittel ca. 375
Ganztagsplätze neu geschaffen.
Die
berufsbildende Schule Weißenfels wird von ca. 1400 Schülern und Auszubildenden
besucht. Seit 2001 plant der Landkreis Weißenfels den Umbau und die Sanierung
des Hauptstandortes der BbS Weißenfels. Ziel des Bauvorhabens ist die
Konzentration der Berufsbildenden Schule des Landkreises Weißenfels von 7
Standorten auf 2 Standorte. Der Gesamtkostenumfang des Baus beträgt 13.620.000
¿, der Anteil an EU-Fördergeldern (EFRE) 10.225.837 ¿. Das Projekt wird
voraussichtlich bis zum Frühjahr 2007 fertiggestellt sein.
Dorferneuerung
Mit knapp 16 Millionen
Euro aus dem Dorferneuerungsprogramm hat das Land in den vergangenen vier
Jahren den Wandel im ländlichen Raum im Landkreis Weißenfels unterstützt.
Aktuell bekommen in diesem Jahr sechs Orte Geld aus dem Dorferneuerungs-Fördertopf. Dies sind Göthewitz, Granschütz, Lösau,
Rahna, Storkau, Uichteritz und Zetzsch. Insgesamt sind seit der Erstauflage des
Programms 1991 knapp 100 Orte im Landkreis in den Genuss von
Dorferneuerungsgeldern gekommen. Schwerpunkte der Arbeiten sind die Sicherung
von Bauten, die das Ortsbild prägen, die Gestaltung von Plätzen und Grünflächen
sowie das Erneuern von Ortsstraßen.
Der Bau von Rad- und
anderen ländlichen Wegen im Landkreis wird 2006 weiter forciert. Mit dem Bau
von knapp 20 Kilometern werden in diesem Jahr etwa viermal so viel neue Wegstrecken
gebaut wie 2005. Die Förderbeträge für 2006 werden derzeit ermittelt. Die
Kosten insgesamt werden 2,3 Millionen Euro betragen. Für die 5,2 Kilometer Wegeneubau
im Jahr 2005 hatte das Landwirtschaftsministerium 195.000 Euro Fördergeld
ausgereicht.
Altlastensanierung
Die
Sanierung industrieller Altlasten hat sich im Landkreis Weißenfels vor allem
auf die Beseitigung von Umweltgefährdungen rund um das ehemalige Paraffinwerk
Webau nahe Zeitz konzentriert und gilt als weitgehend abgeschlossen. Für die
Sanierung wurden hier rund 21,4 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des
Landes zur Altlastensanierung aufgewendet. Rund 80.000 Kubikmeter Teer sind aus
dem Boden gehoben und fachgerecht entsorgt worden. Mit der Sanierung wurde eine
Grundlage für das Agieren des Paraffin-Werk-Nachfolgers Mitteldeutsche
Bitumenwerk GmbH geschaffen, 37 Arbeitsplätze wurden gesichert.
Impressum:
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Fax: (0391) 567-6667
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